Ankündigungen

Radfahren in Saudi-Arabien:
für Mädchen nicht statthaft?

Die Position von Mädchen und Frauen ist in der ultrakonservativen Gesellschaft Saudi-Arabiens sehr reduziert – jedenfalls öffentlich und offiziell. In ihrem Debütfilm Das Mädchen Wadjda zeigt die Regisseurin Haifaa Al Mansour (geboren 1974, mit einem US-Diplomaten verheiratet, 2 Kinder, im Ausland lebend), wie sich die 11-jährige Wadjda ihren Herzenswunsch zu erfüllen versucht, das schöne grüne Fahrrad zu bekommen, das sie täglich auf ihrem Schulweg vor einem Spielwarengeschäft sieht. Es wäre schön für sie, wenn sie auf dem Rad ihren Freund Abdullah besiegen könnte.

Der mehrfach preisgekrönte Streifen von 2012 ist der erste abendfüllende Film einer Frau, der in Das Mädchen WadjdaSaudi-Arabien gedreht wurde (in Kooperation mit Produzenten aus und Institutionen in Deutschland). „Eine Großtat“, freut sich Professor Dr. Ferdinand Menne, der Das Mädchen Wadjda in der Reihe Der besondere Film zeigt. Die Außenaufnahmen konnten nur wegen der strikten Geschlechtertrennung unter schwierigen Umständen gedreht werden. Seine Aufführung in Saudi-Arabien ist bisher verboten, obwohl die Regisseurin Klischees wie frauenfeindliche, bigotte Männer, Frauen als Opfer, Koran-geleitete, autoritär erzogene Jugendliche und Ähnliches mehr meidet. Wadjda erweist sich als pfiffiges und lebensstarkes Mädchen, das gegen die Vorurteile und strengen Konventionen seiner islamischen Umwelt aufbegehrt. Die Utopie von Haifaa Al Mansour: Hoffnung ist weiblich.

Donnerstag, 19. Mai 2016, 10 Uhr

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Wo sich’s besser zu leben verspricht

Angesichts der vielen Menschen in Deutschland mit ‚Migrationshintergrund‘ wird oft vergessen, dass auch Millionen Deutsche in Weltteile auswanderten, die ein materiell besseres und politisch freieres Leben versprachen. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert gehörte Nordamerika (USA, Kanada) zu den begehrtesten Zielen. Das spiegelt sich auch in umfangreicher Belletristik zu diesem Thema wieder.

Der aus Mecklenburg stammende, vielgereiste Lehrer, Sammler niederdeutscher Johannes Gillhoffumgangssprachlicher Wendungen, Redensarten und Sprichwörtern sowie spätere Schriftsteller Johannes Gillhoff (1861-1930) hatte mit seinem 1917 erschienenen Auswanderer-Roman Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer einen überragenden Erfolg: Die Erstausgabe wurde in über einer Million Exemplaren gedruckt. Der Roman basiert auf den brieflich übermittelten, durchaus zum Schmunzeln anregenden Erinnerungen des Mecklenburgers Carl Wiedow (1847-1913), der sich im US-Bundesstaat Iowa erfolgreich als Farmer etablieren konnte.

Monika Ptützenreuter hat Johannes Gillhoff und seinen Jürnjakob Swehn für den Literaturkreis neu entdeckt.

Freitag, 20. Mai 2016, 15 Uhr

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Vorbildliche Sozialarbeit und
attraktives Besuchsziel: Gut Kinderhaus

Gut Kinderhaus blickt auf eine rund 100-jährige Geschichte zurück. Seine attrak­tive Lage – inmitten großartiger Natur, dennoch stadtnah und verkehrsgünstig – macht es zum idealen Ausflugsziel. Hofladen und Café laden zum Verweilen und Stöbern ein. Durch die Öffnung für Besucher ist Gut Kinderhaus zu einem Raum der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung und somit zu einem Ort gelebter Inklusion geworden.

Gut KinderhausDer Fachbereichsleiter Land und Garten, Bernhard Witte, und die für die Öffentlichkeitsarbeit bei Westfalenfleiß GmbH, dem Träger von Gut Kinderhaus, zuständige Birgit Honsel-Ackermann stellen Leben und Arbeiten in diesem Projekt vor. Es bietet Behinderten verschiedene Wohnformen und unterstützt diese Menschen bei ihrer Integration in Arbeitsprozesse. Bernhard Witte wird auch auf die Entstehung der Einrichtung eingehen und erläutern, welches die ersten Impulse vor rund 100 Jahren waren, dieses gemeinnützige Unternehmen zu gründen.

Donnerstag, 2. Juni 2016, 10 Uhr
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Phänomen Traum:
Seine Deutungen durch Sigmund Freud

Grafik1Die von Dieter Kusick organisierte Veranstaltungsreihe zum Joseph LammersThema Phänomen Traum beschäftigt sich in ihrer nächsten Sitzung mit den berühmten Traumdeutungen von Sigmund Freud (1856-1939). Es referiert der Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Joseph Lammers (r.). Besucher sind willkommen.

Dienstag, 14. Juni 2016, 19 Uhr

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