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Kommunale Seniorenvertretung
der Stadt Münster neu gewählt

Am Mittwoch, 28. November 2018, wurden im Stadtweinhaus  die 15 Mitglieder der neuen Kommunalen Seniorenvertretung gewählt. 28 Kandidaten waren aufgestellt, wahlberechtigt waren Delegierte der Vereine, die zum Runden Tisch gehören.

Das Alte Backhaus hatte zwei Kandidaten vorgeschlagen: Birgit Hinz und Hans Kurth. Hans Kurth wurde als Mitglied der Seniorenvertretung gewählt, Birgit Hinz als Ersatzmitglied. Andrea Möbius, ebenfalls  Mitarbeiterin im Alten Backhaus, hatte sich als freie Kandidatin aufstellen lassen und wurde auch in die Seniorenvertretung gewählt. Herzlichen Glückwunsch an die Gewählten!

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Und kam die goldene Herbsteszeit:
Der Markt der schönen Dinge glänzte wieder

Wie immer in dieser Jahreszeit präsentierten die Aktiven aus Strickkreis, Perlenkurs und anderen Backhaus-Zirkeln ihre Kreationen – übrigens zum ersten Mal nur an einem Samstag. Der Markt am 3. November fand wieder großen Zuspruch beim Publikum: Die Anbieterinnen konnten bemerkenswerte Ver-kaufserfolge registrieren – Schmuck, Textilien sowie Marmeladen, indische Chutneys und Currygewürz begeisterten ihre Klientel. Die Käuferinnen – und Käufer! – erwarben tolle Produkte, die Damen der Cafeteria freuten sich über nahezu leere Kuchenplatten – und die Backhaus-Kasse über ein nettes Zubrot. Versteht sich, dass alles – wie üblich – in Handarbeit und selbstgefertigt war. Der Markt der schönen Dinge – einmal mehr ein stimmungsvoller und anregender Auftakt der Herbst- und Vorweihnachtszeit im Alten Backhaus!

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Gesund & aktiv älter werden in Münster

Das war das Thema der Veranstaltung am 12.10 im Rathaus, das genau zu den Zielen des Alten Backhauses passt. Von 13.30 bis 17.45 Uhr gab es mehrere Vorträge im Festsaal des Rathauses, im Foyer konnten sich die Besucher über verschiedene Vereine und Organisationen informieren. Auch das Alte Backhaus war mit einem Stand vertreten. Da eine Referentin ausgefallen war, sprangen wir kurzfristig ein und hatten so die Gelegenheit, das Backhaus in einem 15minütigen Referat vorzustellen.

 

 

 

 

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Bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe – und ab jetzt auch weicher als je zuvor!

 

 

 

 

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Mitglieder vom Emmerbachtreff zu Besuch im Alten Backhaus

Noch immer ist eine Organisation wie das Alte Backhaus einzigartig in Münster: Senioren organisieren ehrenamtlich und selbstbestimmt eine Begegnungsstätte mit einem umfangreichen Bildungsangebot. In anderen Stadtteilen sind Quartiersentwicklerinnen dabei, ähnliche Strukturen aufzubauen, und merken: aller Anfang ist schwer! Da wir auf eine 30jährige Tradition und viel Erfahrung zurückblicken können, sind wir als Gesprächspartner in der Anfangsphase sehr gefragt. Am 9. Oktober besuchte uns  Yvonne von Kegler mit 5 Damen und Herren aus Hiltrup, wo sich in diesem Jahr der „Emmerbachtreff“ für Senioren  gegründet hat. Sie brachten eine Menge Fragen zur Organisation mit, so dass es zu einem sehr ausführlichen Gespräch kam.

Wir wünschen dem ,, Emmerbachtreff“  viel Erfolg!

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Gartentag

Wie auch schon im vorigen Herbst hatten wir im September Angestellte der Firma Strabag eingeladen, um uns bei der Gartenarbeit zu helfen. Die Strabag ist wie viele andere Münsteraner Firmen Mitglied der Initiative „Mitwirken“, die von der Stiftung Bürger für Münster 2017 gegründet wurde. Engagierte Unternehmen werden mit  gemeinnützigen Organisationen zusammengebracht, damit gemeinsame Projekte realisiert werden. Schon im ersten Gründungsjahr begann die Kooperation zwischen der Strabag und dem Alten Backhaus, und beide Seiten sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. In diesem Jahr war wieder viel im Garten zu tun: Efeu schneiden, Äste kürzen, das Dach des Backhäuschens z.T. neu bepflanzen und vor allem den Grünstreifen rechts neben dem Backhäuschen roden, weil hier am 30./31. Oktober  der neue Fahrradabstellplatz entstehen soll.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Mittags gab es Kartoffelsalat mit Würstchen und Frikadellen, am Nachmittag selbstgebackenen Kuchen. Die Angestellten der Strabag waren sich einig: „Unter diesen Bedingungen kommen wir im nächsten Jahr wieder!“

Das Backhaus sagt danke für die Mithilfe!

 

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Mitarbeiterausflug des Alten Backhauses

Unser diesjähriger Mitarbeiterausflug führte uns am 12.September ins westliche Münsterland. Das von Familie Ernsting gestiftete Glasmuseum in Coesfeld Lette erwartete uns um 14.00 Uhr. In zwei sehr informativen Führungen konnten wir in der aktuellen Ausstellung Exponate bewundern, die von Lehrern und Schülern  der tschechischen Glasfachschule in Kamenicky Senov stammen.

Nach dem Kaffeetrinken im Höltingshof ging es weiter in den Merfelder Bruch zu der einzigen Wildpferdherde in Mitteleuropa. Die Wildpferdebahn ist im Privatbesitz des Herzogs von Croy.

Durch eine sehr anschauliche Führung der Forstoberinspektorin Rövekamp erhielten wir Einblicke in das Leben der Pferde im Merfelder Bruch.

Der Tag klang aus bei einem Abend-essen im Tödden-hoek in Münster. Alle waren sich einig: Das war ein sehr gelungener Ausflug- danke be-sonders an Antonius Kock, der dieses Ziel ausgesucht hatte!

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Einladung zur 24. SINN – Konferenz in Ahlen:
Ehrenamt macht gesund, reich und sexy

Unter diesem ungewöhnlichen Motto stand die 24. SINN – Konferenz in Ahlen, zu der die Vorsitzende des Alten Backhauses, Brita Kurth, als Referentin eingeladen war. SINN steht für ,,Senioren in neuen Netzwerken“.
Ein weiterer Gastredner war Franz Müntefering, der als Vorsitzender der BAGSO, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V., auftrat. ,,Wir können was bewegen“ war das Motto seines Referats.
Brita Kurth stellte in ihrem Vortrag am Beispiel des Alten Backhauses die Chancen eines Ehrenamtes heraus, machte aber auch darauf aufmerksam, dass es gilt, günstige Bedingungen für die ehrenamtliche Arbeit zu schaffen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich Franz Müntefering, Brita Kurth und Ursula Woltering, Vertreterin der Stadt Ahlen, den Fragen der Moderatoren und des Publikums.

 

Brita Kurth im Gespräch mit einem der Moderatoren,
dem Münsteraner Kabarettisten Manfred Kehr

Mit Franz Müntefering in der ersten Reihe

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Spende der Krombacher Brauerei

Am Dienstag, den 4. September überreichte Herr Höck von der Krombacher Brauerei dem Alten Backhaus einen Scheck in Höhe von 2500.- Euro. Diese Spende wurde initiiert von unserem verstorbenen Mitglied Rolf Schumacher, der viele Jahre Werbemanager der Brauerei gewesen war und die Kontakte hergestellt hatte. Im letzten Jahr war durch seine Kontakte eine Delegation des Alten Backhauses eingeladen worden, die Brauerei in Krombach zu besichtigen.

Auf dem Foto: Der Vorstand des Alten Backhauses und Rolf Schumachers Ehefrau Edy. Von links: Herr Höck, Isa Dombrowski, Gabi Rincklake van Endert, Johannes Neise, Wolfgang Wagner, Brita Kurth, Edy Schumacher, Maitrayee Stadtler

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Kreuzviertelfest am 25. und 26. August 2018

Unser Stand beim Kreuzviertelfest war auch in diesem Jahr wieder gut besucht. Interessierte Gäste kamen schnell ins Gespräch mit unseren Mitarbeiterinnen und ließen sich über unsere Kurse informieren.

Am Samstagabend gab es einen besonderen Grund zur Freude: Auf einer der beiden Tribünen wurde der Vorsitzenden Brita Kurth ein Spendenscheck über 2000.-Euro von der Sparkasse Münsterland Ost überreicht. Von dem Geld wird auf dem Grundstück des Alten Backhauses ein zusätzlicher Abstellplatz für Fahrräder gebaut. In diese Maßnahme werden auch noch andere Spendengelder einfließen.

Auf dem Foto von links: Brita Kurth, Tobias Wehmeyer als Vertreter der Sparkasse Münsterland Ost, Britta Husemeyer und Wolfgang Halberscheidt
als Organisatoren des Kreuzviertelfestes

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Hoher Besuch im Backhaus

Die Mitteilung kam kurzfristig: Für Mittwoch, 15. August 2018, hatte Andrea Milz ihren Besuch vormittags im Alten Backhaus angesagt. Die Staatssekretärin in der Düsseldorfer Staatskanzlei der nordrhein-westfä-lischen Landesregierung unternimmt derzeit eine Rundreise durch alle 54 kreisfreien Städte und Landkreise in NRW, um sich vor Ort konkret über die Lage in ihrem Ressort – Sport und Ehrenamt – zu informieren. Schon länger stand ein Besuch beim Stadtsportbund Münster in ihrem Terminplan. Sie wünschte aber, auf ein Stündchen zusätzlich eine komplett ehrenamtlich betriebene Institution kennenzulernen. Bürgermeisterin Karin Reismann zögerte nicht, dazu das ihr wohlvertraute Alte Backhaus zu empfehlen.

Brita Kurth,  der übrige Vorstand und einige Mitarbeiter stellten Andrea Milz das Backhaus mit seinen Aktivitäten vor und verbanden das mit einer Wunschliste. Die Staatssekretärin, ganz rheinische Frohnatur, verstand sich sofort mit ihren Gastgebern, ließ sich von der guten Laune im Backhaus anstecken, lachte viel mit uns und trug mit ihrem Temperament zur lockeren Atmosphäre bei. Sie erzählte von ihrer Arbeit und den Schwierigkeiten, über die viele im Ehrenamt Tätige klagen: bröckelndes Interesse, Nachwuchssorgen etc. Offenbar hebe sich das Backhaus in dieser Hinsicht positiv von anderen Institutionen und Vereinen ab.

Gute Laune reihum und Gespräche in angenehmer Atmosphäre:
Andrea Milz mit Backhaus-Vorstand und -Mitarbeitern.

Die Stunde mit Andrea Milz verging wie im Fluge. Was bleibt, sind ihre Hinweise auf mögliche Förderprogramme und Wettbewerbe, die der Vorstand sich genauer ansehen wird.

Nichts Gutes, das nicht noch besser ginge – etwa durch Ausbau das Backhaus räumlich zu erweitern und technisch dem Bedarf  – Stichwort Barrierefreiheit – anzupassen. Hans Kurth präsentiert Andrea Milz unseren Traum vom Backhaus im Modell.

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Das Alte Backhaus wird 30 – herzlichen Glückwunsch an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seit 1988!

Es ist schon bemerkenswert, dass ein Verein mit ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit über 3 Jahrzehnte nicht nur bestehen bleibt, sondern sogar stark expandiert und an Bedeutung für das Viertel und inzwischen auch für die gesamte Stadt gewinnt. Diese Erfolge sind nur möglich, weil wir uns alle mit viel Engagement, Vertrauen und Freude unserer Aufgabe ,,Begegnung und Bildung für Senioren“ widmen.
Zur Jubiläumsfeier am 5.7. waren etwa 40 geladene Gäste anwesend. In ihrer Rede ließ Brita Kurth die Arbeit im Alten Backhaus lebendig werden, indem einige Kurse sich selbst vorstellten. So ergab sich für die Zuhörer ein kurzweiliges Programm.
Den ehrenamtlichen Einsatz der Mitarbeiter des Alten Backhaus lobte auch der Oberbürgermeister in seiner Ansprache. „Ein solcher Zusammenhalt in den Stadtvierteln ist unfassbar kostbar“, so Markus Lewe.

Kinder vom benachbarten Kindergarten Heilig Kreuz bringen ein Ständchen und überreichen Brita Kurth einen Strauß und ein Geschenk.

Markus Lewe gratuliert.

Ausklang bei Superwetter im Garten mit einem kleinen Buffet.

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Besuch vom Hafen: Wolfgang Hölker
zum Frühstück im Backhaus

Das altetablierte Donnerstagsfrühstück hatte diesmal den Münsteraner Buchverleger Wolfgang Hölker zu Gast. Ob Kinder- und Kochbücher oder edle Textilien und Stoffe, für die Hölkers Frau Sigi Spiegelburg zuständig ist: Der Unternehmer liebt das Schöne. Das zeigt sich auch bei seinen Investitionen, mit denen er alte Speicher und die frühere Feuerwache am Hafen vor dem Abriss bewahrt hat.

 Wolfgang Hölker im besten Backhaus-Alter?
Jedenfalls informiert er sich schon mal über das Angebot.

Der 69-Jährige berichtete launig und locker aus seinem bunten, zum Teil abenteuerlichen Leben und betonte, keine „reine Erfolgsgeschichte“ bieten zu können. Letztlich war es dann doch eine – und das Publikum im übervollen Begegnungsraum wusste das mit viel Beifall zu würdigen – wie umgekehrt Wolfgang Hölker die Arbeit des Backhauses.

Erst frühstücken – dann einem Vortrag lauschen: das Donnerstagsfrühstück als ein seit vielen Jahren bewährtes und beliebtes Angebot im Alten Backhaus.

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Am Sonntag, dem 15. April 2018, eröffnete Brita Kurth, die Leiterin des Acrylmalkurses, die 12. Ausstellung im Alten Backhaus.
In einem Rückblick informierte sie die zahlreichen Gäste über die Geschichte des Malkurses. Die erste Leiterin, Marie-Luise Reuter, deren Schwerpunkt in der freien Malerei lag. 2007 folgte ihr der Billerbecker Künstler Bernhard Scholz. Nach weiteren zwei Jahren übernahmen Brunhild Reuter, Wolfram Meyer-Bautor und Brita Kurth die Leitung. In der folgenden Zeit wurden viele neue Techniken erlernt, u.a. Linoldruck, Monotypie, Collage. Vor etwa zwei Jahren verließ Brunhild Reuter aus persönlichen Gründen die Gruppe.
„Kreativität braucht Individualität“, davon ist Brita Kurth überzeugt. Deshalb sucht sich jedes Mitglied der Gruppe inzwischen selbst ein Thema aus. Die Mitglieder der Gruppe stellten sich selbst kurz vor: Hans-Peter Groth, Brigitte Uecker, Bärbel Bönte, Dorothee Stüttgen, Hedda Capelle, Angelika Federhen, Isa Dombrowski, Brita Kurth.
Den musikalischen Rahmen gestalteten Jürgen Prasse, Saxophon, und Eva Rotter, Klavier.

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Italien – Altes Backhaus – Los Angeles

So sah der Reiseverlauf des japanischen Fernsehteams aus, das am Dienstag, 20. Februar 2018, das Alte Backhaus besuchte. Die einzige öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt Japans NHK produziert im Rahmen einer Serie „Der menschliche Körper“ Filme über neueste Forschungen aus der Medizin. Das Aufnahmeteam drehte am Montag im Max-Planck-Institut in Münster. Dort wird erforscht, welche Rolle die feinsten Blutgefäße in den Knochen spielen – eine Forschung, die in Zukunft helfen wird, Osteoporose im Alter zu verhindern.
Um in das Thema einzuführen, wollte der Redakteur aus Japan gerne ein paar Aufnahmen von fitten, aktiven Senioren machen. Und was liegt da näher als die Gymnastikgruppe im Alten Backhaus!

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Wie kommt ein Wal ins Museum?

Überhaupt nicht, allenfalls als Skelett, weiß Markus Ranft, der seit zwei Jahren die zoologische Präparationswerkstatt im LWL-Museum für Naturkunde leitet. Ranft hat beim Präparieren des Skeletts eines als Kadaver vor einer nordfriesischen Insel gestrandeten Pottwals mit Hand angelegt: in geduldiger – und geruchsintensiver – Schwerstarbeit. Das beeindruckende Resultat zählt seit einiger Zeit im Naturkundemuseum zu den Glanzstücken der Präparate-Sammlung. Aber auch das Haltbarmachen und Nachbilden kleiner und kleinster Lebewesen erfordert Fingerspitzengefühl und Fachkenntnis.

Markus Ranft und sein Team beherrschen diese Technik, die sich im Lauf der Zeit verändert hat. Wie viel Chemie ist erlaubt, wie viel Handarbeit nötig? Wie werden die teuren Präparate vor Schädlingen und Beschädigungen geschützt? Welche Rolle spielen Temperatur, Feuchtigkeit oder Trockenheit?

Beim Donnerstagsfrühstück erzählt uns Markus Ranft, was ihn zu diesem interessanten Beruf gebracht hat, wie die Ausbildung aussieht und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind.

Donnerstag, 5. September 2019, 10 Uhr
Bitte anmelden!

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Wider die Konvention:
Annettes kurzer Liebessommer

Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) ist noch nicht vergessen – in Westfalen schon gar nicht. Ihr offizieller Name lautete in schönster Adelstradition Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff – zum eingängigeren und allgemein üblichen Annette verkürzt.

Kurz war auch ihr wohl platonisches Liebesglück zu Heinrich Straube (1794-1847), einem Göttinger Kommilitonen und Freund ihrer Stiefonkel August von Haxthausen und Werner von Haxthausen, zwei von Annettes Großvaters Werner Adolf von Haxthausen 14 Kindern aus dessen zweiter Ehe. Der Patriarch residierte auf Schloss Bökerhof in Bökendorf (heute Ortsteil der Stadt Brakel, Kreis Höxter). Dort hielt sich Annette häufig und gern auf und bezog Anregungen für ihr späteres literarischen Schaffen (Die Judenbuche).

Aus Sicht der Familien Hülshoff und Haxthausen bot der ansonsten im Bökendorfer Romantikerkreis um die Haxthausen-Söhne wohlgelittene und gar als künftiger Goethe gefeierte Straube drei Nachteile, die eine engere Liaison oder gar Ehe mit Annette strikt ausschlossen: Er war bürgerlicher Herkunft, mittellos und evangelisch. Da half nur eine üble Intrige, um diese drohende, als skandalös empfundene Mesalliance zu verhindern.

Dieser gut dokumentierten Vorfall lieferte der Autorin Karen Duve (* 1961) den Stoff für ihren 2018 erschienenen Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer. Er basiert auf umfangreichen Quellen wie Briefen, Tagebüchern und sonstigen Zeugnissen der Zeitgenossen, zeichnet ein vielleicht überraschendes Portrait der jungen Annette und vermittelt einen guten Einblick in die Lebens- und Denkweise des westfälischen Landadels und seines Verhältnisses zum aufstrebenden Bürgertum im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Martin Stadtler versucht im Literaturkreis, diese Zeit und die im Roman agierenden Personen lebendig werden zu lassen.

Freitag, 6. September 2019, 15 Uhr

Tiefstes Elend, höchste Lebenslust:
Frank McCourts Erinnerungen

Die Asche meiner Mutter: Frank (eigentlich: Francis) McCourts Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in den dreißiger und vierziger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, das je über Irland und die irische Seele geschrieben wurde … eine Geschichte zwischen tiefstem Elend und höchster Lebenslust, tragisch wie komisch, erzählt mit unglaublichem Humor und Sprachwitz.

Der autobiografische Roman des in New York geborenen und als Kind mit seinen Eltern nach Irland zurückgekehrten Frank McCourt (1930-2009) wurde mit über sechs Millionen verkauften Exemplaren zu einem Weltbestseller (Originaltitel: Angela’s Ashes) und 1999 auch verfilmt. Das Buch lebt vor allem durch seine Sprache, die Harry Rowohlt eindringlich und einfühlsam ins Deutsche übersetzt hat. Reinhard Hinz führt uns im Literaturkreis in eine Zeit zurück, deren Probleme für viele Menschen Realität waren – nicht nur in Irland.

Freitag, 9. August 2019, 15 Uhr

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Wilhelm Thöring: Ein Autor liest im Backhaus

Premiere im Literaturkreis: Mit Wilhelm Thöring liest erstmals ein Autor belletristischer Werke aus seinen Büchern. Der seinen Ruhestand in Senden verbringende evangelische Theologe Wilhelm Thöring hat schon vor seiner Pensionierung mit dem Schreiben begonnen – zumeist für die Schublade. Seit er besser über seine Zeit verfügen kann, widmet sich der 1937 in Bottrop geborene Thöring intensiv dem Verfassen von Romanen, Erzählungen und Jugendbüchern. Seine Werke sind im Online-Verlag epubli erschienen.

Im Literaturkreis spricht Thöring über seinen Werdegang als ‚Nebenberufsautor‘ und liefert Kostproben seines Werks.

Freitag, 14. Juni 2019, 15 Uhr

Der Frühling ist da: Das Backhaus nimmt seinen Außendienst wieder auf

Vor dem Start am Alten Backhaus:  Andrea Möbius und Ulrike Müller (3. + 4 .v.l.)  radelten ab 6. April wieder der neuen Saison entgegen. Der Frühling ist da – und auch, wenn das Thermometer nicht immer nach oben weist, werden Andrea Möbius und Ulrike Müller sich wieder auf ihre Räder schwingen und gemeinsam mit anderen Pedalistinnen und Pedalisten ihre Runden in und um Münster drehen. Die Treffen finden jeweils am 1. Freitag im Monat statt; der nächste Termin ist der 6. April. Gestartet wird wie immer um 14 Uhr am Backhaus – und zwar pünktlich! In eher gemächlichem Tempo werden bis etwa 18 Uhr Strecken von 25 bis 30 km bewältigt. In einem Gasthof oder Café zu rasten gehört dazu. Bitte beachten: Bei widrigem Wetter (Regen, Sturm) bleiben die Räder im Keller. Auch die anderen Frischluft-Aktivitäten fallen dann aus.

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Beste Stimmung bei Neujahrsempfang und VernissageIMG_4114

Neujahrsempfang und Vernissage 2017: Willkommen im Backhaus bei anregenden Getränken und köstlichen Häppchen!

Wie immer in den vergangenen Jahren drohte das Backhaus wieder aus den Fugen zu geraten, als am 14. Januar 2017 Neujahrsempfang und Vernissage auf dem Programm standen. Vorsitzende Brita Kurth begrüßte außer der angestammten Klientel viele Gäste und blickte noch einmal auf die Höhepunkte des abgelaufenen Jahres zurück. Sie betonte den anhaltenden Erfolg dieser Seniorenbegegnungsstätte, sichtbar in neuen Angeboten und wachsenden Teilnehmerzahlen, und bedankte sich ausdrücklich bei allen, die zu diesem Erfolg beitragen konnten. Übrigens: Im kommenden Jahr 2018 wird das Alte Backhaus sein Bestehen seit 30 Jahren feiern können. Im Folgenden einige Impressionen des Empfangs (alle Fotos: Wolfgang Wagner):IMG_4135

Brita Kurth begrüßt die Gäste und erinnert an 2016.

IMG_4174Steve Rincklake van Endert (l.) übernahm die Aufgabe, die Vernissage neuer Werke der Backhaus-Malerinnen zu eröffnen. Er regte an, die Bilder ruhig ein paar Minuten auf sich wirken zu lassen, um dann zu einem eigenen Bild zu kommen. Die Bilder der Künstlerinnen zieren nahezu alle Räume des Backhauses inklusive Treppenhaus. IMG_4104

 Jürgen Prasse (r.) und Joachim Puppa (l.) sorgten mit Saxophon und Klavier für Wohlklänge aus ihrem beswingten Repertoire.

Um einen berühmten Spruch des unvergessenen Karl Valentin zu zitieren: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Das betrifft nicht nur die Künstlerinnen, sondern selbstverständlich auch die Spenderinnen der  vielen Gaumenfreuden, die Organisatoren im Hintergrund und das Serviceteam während der Veranstaltung. Sie alle hatten sich eine Stärkung redlich verdient – und natürlich wurden die Gäste mit einer Vielfalt an Köstlichem für ihr Kommen belohnt. Alles war selbstgemacht – wie im Backhaus traditionell üblich.

IMG_4121Auf gutes Gelingen und den Gästen eine kleine, aber feine Stärkung: das Serviceteam.

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 Neujahrsempfang im Backhaus: immer gute Gelegenheit, alte Bekanntschaften zu pflegen.

Vernissage 2017 IMG_4193Ein Bild vom Bild machen: Viele Gäste nutzten diese Möglichkeit.

Brita Kurth, Mary Leifeld - 14.01.2017Alle Bilder sind verkäuflich: Brita Kurth im Gespräch mit einer Interessentin.

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Advent, Advent …

... im Backhaus. Einen schönen, harmonischen und sinnenfrohen Jahresausklang organisierten einige Backhaus-Mitarbeiterinnen unter Leitung von Brita Kurth für das gesamte Mitarbeiter-Team. Kaffee, Kuchen, Plätzchen – wie immer alles selbstgemacht – gehörten ebenso zum Programm wie das Singen traditioneller Adventslieder – und natürlich die angeregte Unterhaltung mit den Tischnachbarinnen und -nachbarn.

Unsere Mitarbeiterin Margaret ‚Maggie‘ Joyce Schulte verlässt uns leider und erhielt als Abschiedsgeschenk einen Münster-Kalender. Die in Indien geborene Britin verlässt Münster (und damit ihren Englisch-Kurs: Should auld acquaintance be forgot...? Of course not!) und zieht zu ihrem Sohn.

Gesang ist im Backhaus selbst-verständlich –  im Advent sowieso. Unsere drei Stimmgewaltigen legten sich mächtig ins Zeug – und verstanden es, alle Gäste zum Mitsingen zu animieren. Kurzum: Die Adventsfeier war einmal mehr der gute Abschluss eines zu Ende gehenden, ereignis- und arbeitsreichen Backhaus-Jahres. Nichts verdeutlicht das mehr als ein Blick in die bei Kaffee und Kuchen gelöste Gäste-Runde.

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Der Sommer ist da: Das Backhaus nahm seinen Außendienst wieder auf

Vor dem Start am Alten Backhaus:  Andrea Möbius und Ulrike Müller (3. + 4 .v.l.)  radelten am 7. April wieder der neuen Saison entgegen. Der Sommer ist da – und auch, wenn das Thermometer nicht immer nach oben wies, haben Andrea Möbius und Ulrike Müller sich wieder auf ihre Räder geschwungen und gemeinsam mit anderen Pedalistinnen und Pedalisten ihre Runden in und um Münster gedreht. Die Treffen finden jeweils am 1. Freitag im Monat statt; der nächste Termin ist der 4. August, der 7. Juli fällt aus. Gestartet wird wie immer um 14 Uhr am Backhaus – und zwar pünktlich! In eher gemächlichem Tempo werden bis etwa 18 Uhr Strecken von 25 bis 30 km bewältigt. In einem Gasthof oder Café zu rasten gehört dazu. Bitte beachten: Bei widrigem Wetter (Regen, Sturm) bleiben die Räder im Keller. Auch die anderen Frischluft-Aktivitäten fallen dann aus. BouleAuch die Boule-Spieler haben wieder ihre Kugeln in die Hand genommen – und zwar bis in den Herbst immer mittwochs um 15 Uhr am Boule-Platz der Sportanlage Sentruper Höhe. Wichtige Änderung gegenüber 2016: Der jeweils 2. Mittwoch eines Monats entfällt, weil dann turnusmäßig die Mitarbeiterbesprechung im Backhaus stattfindet. Nähere Auskünfte erteilt Ansprechpartner Günter Heidrich. Wikingerschach (auch als Kubb bekannt und aus Skandinavien kommend) findet erstmals wieder am Donnerstag, 11. Mai 2017, 15 Uhr, auf dem Rasen des Backhaus-Gartens statt. Winkelzüge mit Bauern, Läufern und Damen auf weißen und schwarzen Feldern sind nicht gefragt, sondern – wie beim Boule (siehe oben) – Wurf-, Ziel- und Treffsicherheit. Die ‚Wikinger‘ treffen sich bis Oktober jeweils am 2. Donnerstag eines Monats. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Ansprechpartnerin Maitrayee Stadtler melden. Besonders wichtig: Alle Freiluft-Aktivitäten fallen bei Regen oder anderen widrigen Wetterlagen aus. Mögliche Terminänderungen (Feiertage, Ausfälle, Verschiebungen) werden rechtzeitig am Schwarzen Brett im Backhaus, auf der Homepage und zu Beginn jedes Quartals in den Backhaus-Nachrichten bekanntgegeben. Kontakte zu allen Ansprechpartnern und -partnerinnen vermittelt das Backhaus unter der Telefonnummer 0251 274255.

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Wir wollen doch nur spielen

Die nächsten Spieleabende finden am 4. und 18. Mai statt – also immer am 1. und 3. Mittwoch jeden Monats – und zwar von 18 bis 21 Uhr. Wichtige Änderung: Wegen der aktuellen Umbauarbeiten im Backhaus und der damit einhergehenden wird der Spieleabend am Mittwoch, 4. Mai, in der Wohnung von Maitrayee und Martin Stadtler, Melchersstraße 25, wie gewohnt ab 18 Uhr stattfinden.

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Beste Stimmung bei Neujahrsempfang und VernissageIMG_4114

Neujahrsempfang und Vernissage 2017: Willkommen im Backhaus bei anregenden Getränken und köstlichen Häppchen!

Wie immer in den vergangenen Jahren drohte das Backhaus wieder aus den Fugen zu geraten, als am 14. Januar 2017 Neujahrsempfang und Vernissage auf dem Programm standen. Vorsitzende Brita Kurth begrüßte außer der angestammten Klientel viele Gäste und blickte noch einmal auf die Höhepunkte des abgelaufenen Jahres zurück. Sie betonte den anhaltenden Erfolg dieser Seniorenbegegnungsstätte, sichtbar in neuen Angeboten und wachsenden Teilnehmerzahlen, und bedankte sich ausdrücklich bei allen, die zu diesem Erfolg beitragen konnten. Übrigens: Im kommenden Jahr 2018 wird das Alte Backhaus sein Bestehen seit 30 Jahren feiern können. Im Folgenden einige Impressionen des Empfangs (alle Fotos: Wolfgang Wagner):IMG_4135

Brita Kurth begrüßt die Gäste und erinnert an 2016.

IMG_4174Steve Rincklake van Endert (l.) übernahm die Aufgabe, die Vernissage neuer Werke der Backhaus-Malerinnen zu eröffnen. Er regte an, die Bilder ruhig ein paar Minuten auf sich wirken zu lassen, um dann zu einem eigenen Bild zu kommen. Die Bilder der Künstlerinnen zieren nahezu alle Räume des Backhauses inklusive Treppenhaus. IMG_4104

 Jürgen Prasse (r.) und Joachim Puppa (l.) sorgten mit Saxophon und Klavier für Wohlklänge aus ihrem beswingten Repertoire.

Um einen berühmten Spruch des unvergessenen Karl Valentin zu zitieren: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Das betrifft nicht nur die Künstlerinnen, sondern selbstverständlich auch die Spenderinnen der  vielen Gaumenfreuden, die Organisatoren im Hintergrund und das Serviceteam während der Veranstaltung. Sie alle hatten sich eine Stärkung redlich verdient – und natürlich wurden die Gäste mit einer Vielfalt an Köstlichem für ihr Kommen belohnt. Alles war selbstgemacht – wie im Backhaus traditionell üblich.

IMG_4121Auf gutes Gelingen und den Gästen eine kleine, aber feine Stärkung: das Serviceteam.

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 Neujahrsempfang im Backhaus: immer gute Gelegenheit, alte Bekanntschaften zu pflegen.

Vernissage 2017 IMG_4193Ein Bild vom Bild machen: Viele Gäste nutzten diese Möglichkeit.

Brita Kurth, Mary Leifeld - 14.01.2017Alle Bilder sind verkäuflich: Brita Kurth im Gespräch mit einer Interessentin.

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 Hohe Anerkennung fürs Ehrenamt

Junge Leute prägen das Straßenbild in Münster. Aber 20 Prozent der Einwohner sind über 60 Jahre alt. Aus dieser Gruppe stammt die Klientel der Seniorenbegegnungsstätte Altes Backhau. Seit 28 Jahren leisten inzwischen rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrenamtliche Dienste mit dem obersten Ziel, über Bildungs- und Freizeitangebote sowie im Miteinander Lebensfreude zu vermitteln, Körper und Geist aktiv zu halten, eigene Potenziale wiederzuentdecken und andere daran teilhaben zu lassen.

preisverleihung-30-11-2016Die Backhaus-Delegation mit Vertreterinnen der Stiftung Bürger für Münster bei der Preisvergabe im Rathaus-Festsaal (v.l.): Bürgermeisterin Karin Reismann, Herta Heinze-Stiebitz, Wolfgang Wagner, Edith Bußmann, Magdalena Neise, Isa Dombrowski, Johannes Neise, Brigitte Seckler, Christel Brink, Hans Kurth, Brita Kurth und Jurymitglied Franziska Rohde.

Das hat sich weit über das Kreuzviertel hinaus herumgesprochen – bis hin zur Stiftung Bürger für Münster. Alljährlich vergibt diese Stiftung den Preis Bürger machen Zukunft für ehrenamtliches Engagement. Diesmal lag der Schwerpunkt auf der Würdigung bürgerschaftlichen Engagements in den Stadtteilen. Die Jury hatte die Qual der Wahl unter 40 Bewerbungen, um ihre drei Preise und einen Sonderpreis für vorbildlich sich engagierende Jugendliche zu vergeben. Die Vertreter von acht Projekten waren am 30. November 2016 zu Gast im Festsaal des Rathauses; das Backhaus konnte den mit 1000 Euro dotierten Bronze-Preis entgegennehmen. Jurymitglied Franziska Rohde wies in ihrer Laudatio auf das „riesige und vielfältige Bildungsangebot“ hin und darauf, dass das Backhaus „eine unersetzliche Anlaufstelle für ältere Menschen im Viertel“ sei. Und nicht nur im Kreuzviertel, sondern aus allen Stadtteilen und sogar von Greven über Havixbeck bis Dülmen. preisverleihung-30-11-2016-2jpg

 Ein Prosit auf den Preisgewinn und weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit!

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Wieder im Programm: Stress? Nein danke!

Diplom-Psychologe Hans-Peter Groth bietet ab Januar 2017 wieder seinen Einführungskurs in klassische Entspannungstechniken: progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Atementspannung und kurze Übungen, die ein Entspannen in Alltagssituationen ermöglichen. Kurzum: Stress? Nein danke! Geübt wird wieder im Stehen, Sitzen und Liegen. Dazu sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Yogamatte, Isomatte oder andere geeignete Unterlagen mitbringen. Bei Bedarf können die peter1-norderneyÜbungen auch nur im Sitzen praktiziert werden. Hans-Peter Groth: ganz entspannt am Strand. Der Kurs findet jeden 2. und 4. Montag im Monat statt, erstmals am 23. Januar 2017 – und zwar von 13.30 bis 14.30 Uhr, also in der offiziellen Mittagspause (wenn’s im Backhaus am Entspanntesten ist). Bitte unbedingt in die am Schwarzen Brett aushängende Anmeldeliste eintragen.

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Antonius Kock unterstützt Computerkurse

Die Kurse Computer für Einsteiger I (donnerstags von 11 bis 12.15 Uhr) und Computer für Einsteiger II (freitags von 11 bis 12.15 Uhr) veranstaltet Antonius Kock, ebenso bei Bedarf und Anmeldung die am Donnerstag stattfindenden Computer-Sprechstunden,  jeweils von 15 bis 16 Uhr und von 16 bis 17 Uhr. dsc01197Konzentriertes Arbeiten am Laptop im Computerkurs mit Antonius Kock (stehend).

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Gabi Rincklake van Endert folgte Christel Brink in Funktion und Vorstandssitz

Nach 10 Jahren Verantwortung für die Hausbereich mit Leitung des Serviceteams und allen sonst damit verbundenen Aufgaben hat Christel Brink diesen Bereich an Gabriele  Rincklake van Endert übergeben und verließ damit auch den Vorstand, dem sie als Beisitzerin angehörte. Die Jahreshauptversammlung wählte am 8. März 2017 Gabi als neue Beisitzerin. Die Mitgliederversammlung dankte Christel für ihr außerordentliches Engagement im Backhaus und freute sich, dass Christel die Leitung des Gymnastikkurses sowie ihre Mitarbeit bei Donnerstags- und Sonntagsfrückstück fortsetzen wird.

Der Vorstand im Alten Backhaus

Auf der Jahresversammlung im Alten Backhaus e.V. fanden am 16. März 2016 Vorstandsneuwahlen statt. Das Amt des Vorstandsvorsitzenden war laut Satzung neu zu besetzen. Nach drei Amtsperioden (entsprechend neun Jahren) konnte Hans Kurth nicht mehr kandidieren. Auch andere Vorstandspositionen wurden neu besetzt beziehungsweise geändert. Vorstand4 Altes Backhaus mit neuem Vorstand (v.l.): Johannes Neise, Christel Brink, Wolfgang Wagner, Maitrayee Stadtler, Brita Kurth, Brigitte Seckler und Isa Dombrowski. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Brita Kurth (1. Vorsitzende und Geschäftsführerin, Öffentlichkeitsarbeit, erste Ansprechpartnerin), Wolfgang Wagner (2. Vorsitzender, Computerangelegenheiten, Medienkontakte), Johannes Neise (Schatzmeister), Isa Dombrowski (Schriftführerin, Protokolle, Aushänge). Beisitzerinnen sind Christel Brink (zuständig für Haus, Cafeteria, Telefondienst), Brigitte Seckler (Büro, Vermietungen, E-Mails, Schlüssel) und Maitrayee Stadtler (Projekt-Organisation). Brigitte Euler und Karin Reismann kümmern sich um die  Kassenprüfung.

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Im Backhaus nur einmal: Alle Jahre wieder

Diesmal geht es nicht um die backhäusliche Adventsfeier und auch nicht um den Nachmittag an Heiligabend in unseren Räumen. Vielmehr soll im Rahmen der Reihe Meine Bilder – meine Filme der 1967 unter der Regie von Ulrich Schamoni entstandene Schwarzweiß-Film Alle Jahre wieder gezeigt werden. Der Film ist für Münsteraner so etwas wie ein Muss, denn er wurde nicht nur hier gedreht, sondern zeigt auch auf humoristische Weise das damals noch auf die Fassade der Wohlanständigkeit bedachte konservativ-bürgerliche Milieu der Bischofsstadt.

Alle Jahre wiederMartin Stadtler präsentiert den mit  Sabine Sinjen, Hans Dieter Schwarze, Rosemarie Fendel, Johannes Schaaf, Werner Schwier und Rainer Christian ‚Busso‘ Mehring prominent besetzten Film mit Erläuterungen zu seinem Hintergrund.

Freitag, 18. Dezember 2015, 15 Uhr

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Wieder im Programm: Der besondere Film

Weihnachten mit Astrid Lindgren und Loriot

„Zurzeit keine Veranstaltungen“: So hieß es lange an dieser Stelle. Jetzt nimmt Professor Dr. Ferdinand Menne dankenswerterweise wieder seine Arbeit im Backhaus auf.

Mit den Filmen Pippi und das Weihnachtsfest und Als Michel das Fest für die Armen gab entfMichelmenneührt uns der Referent in das Milieu der Geschichten von Astrid PippilangstrumpfLindgren (1907-2002) – auch als Einstimmung darauf, dass Menne sich im Januar 2016 ausführlicher mit der weltberühmten schwedischen Kinderbuchautorin und ihrem Werk beschäftigen wird. So eigenwillig die Persönlichkeiten von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga sein mögen: Weihnachten ist auch für sie Weihnachten.

HoppenmenneLoriot alias Vicco von Bülow (1923-2011): Der Zeichner, Autor, Regisseur und Darsteller menschlicher Schwächen hat mit dem Fernsehfilm Weihnachten bei Hoppenstedts das veräußerlichte, konsumgeprägte Fest augenzwinkernd karikiert und kritisiert. So verschieden die Welten Lindgrens und Loriots auch sein mögen: Die Weihnachtsfilme offenbaren den Wunsch, dem Fest jenseits der üblichen Kommerzialisierung wieder eine Form zu geben, die sich auf seine Ursprünge bezieht.

Das Programm Der besondere Film wird die übliche Länge eines Filmnachmittags haben: bis zu 2 Stunden. Die Zuschauer sollten ein kleines Geschenk zum Austausch am Ende des Nachmittags im Wert von maximal 5 Euro  mitbringen. Vielleicht regt ein so kleiner Etat die Fantasie der einzelnen Teilnehmer an.

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 15 Uhr

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Märchenhaft lange vorbei:

Verwünschen wirkte, aber Wünschen half

Märchen sind fantasievolle und spannende Geschichten, mit denen sich ursprünglichFroschkönig Erwachsene die Zeit vertrieben, als das Schreiben und Lesen noch kein Allgemeingut war und Unterhaltungselektronik außerhalb jedes Vorstellungsvermögens lag. Regine Andres, pensionierte Lehrerin und Chorleiterin aus Münster, versteht sich aufs Märchenerzählen. Das Mitglied der Europäischen Märchengesellschaft (EMG) trägt im Literaturkreis Märchen vom Wünschen und Verwünschen vor.

Freitag, 4. Dezember 2015, 15 Uhr

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Unübersehbar: Kuba im Wandel

Die USA und Kuba haben nach mehr als einem halben Jahrhundert der Enthaltsamkeit wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen; Staatspensionär Fidel Castro empfing neulich sogar den Papst – und setzte dabei weltweit medienwirksam eine international renommierte Sportartikelmarke ins Bild. Spätestens diese Geste zeigte jedem: Auf Kuba tut sich was!

Kuba-Zigarre

 Dicke Zigarren, museale Autos, lebensfrohe Menschen – und ein Klima des Wandels:

KubaAutos

Kuba heute

Doch schon vor diesen spektakulären Zeichen des Wandels hat das bisher dem Niedergang des doktrinären Kommunismus trotzende Bollwerk unter Staatspräsident Raúl Castro mit ersten Lockerungsübungen in Richtung Privatwirtschaft begonnen. Das können Backhaus-Mitarbeiter Wolfgang Wagner und seine Frau Andrea Möbius aus eigener Anschauung bestätigen. Sie bereisten im Frühjahr 2014 die langgestreckte Karibik-Insel. Beim Donnerstagsfrühstück schildern sie ihre Eindrücke und veranschaulichen sie mit eindrucksvollen Bildern.

Donnerstag, 3. Dezember 2015, 10 Uhr

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Markt der schönen Dinge

Wie jedes Jahr im November bringen die Damen des Perlenkurses, des Patchworkkurses und des Strickkreises etwas Glanz in die oft graue Jahreszeit. Auf einem Basar, dem Markt der schönen Dinge, bieten sie ihre Produkte zum Kauf an. Dazu gehören zum Beispiel Perlenketten, Perlenarmbänder, Taschen, Patchworkarbeiten und Strickwaren wie Loops und Ähnliches mehr. Außerdem gibt es frisch gemahlenes Currypulver und Chutneys nach indischem Familienrezept sowie Marmeladen.

eAlles selbst- und handgemacht: Die Damen des Perlen- und Patchworkkurses sowie des Strickkreises präsentieren ihre schönen Produkte.

Samstag, 21. November, 11-17 Uhr (mit Cafeteria) Sonntag, 22. November, 11-14 Uhr (nach dem Sonntagsfrühstück)

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Franz Werfel – bekannter Autor,

aber noch gelesen?

Franz WerfelFranz Werfel gehörte in den 1920er und 30er Jahren zu den auch international erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. Der in Prag 1890 geborene Sohn eines wohlhabenden Handschuhfabrikanten musste 1938 nach Frankreich, 1940 in die USA emigrieren, wo er 1945 – kurz vor Vollendung des 55. Lebensjahrs – an einem Herzinfarkt starb. Der vielfach preisgekrönte Werfel beherrschte als Lyriker, Romancier, Erzähler, Dramatiker und Essayist alle Literatursparten. Aus seinem umfangreichen Werk ragen seine Romane Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933) und das Lied von Bernadette (1941) hervor, die wenigstens vom Titel her noch nicht völlig vergessen sein dürften, ebenso wenig sein Drama Jacobowsky und der Oberst (1944 – 1958 mit Danny Kaye und Curd Jürgens verfilmt).

Viel Aufmerksamkeit und Preise gewann auch die österreichische TV-Produktion Eine blassblaue Frauenschrift (1984, Regie: Axel Corti, mit Ferdinand von Thun) nach der gleichnamigen Erzählung von 1941, die erst 1955 in Deutschland als Buch erschien. Die Erzählung schildert den Aufstieg des Kleinbürgers Leonidas Tachezy in die berufliche und gesellschaftliche Spitze des Landes. Um seiner Karriere willen opfert Leonidas seine große Liebe. Martin Stadtler spricht im Literaturkreis über diese durchaus aktuell anmutende, spannende Erzählung und stellt dabei Franz Werfels bewegtes Leben sowie sein Werk vor.

Freitag, 6. November 2015, 15 Uhr

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 „Zum Lernen ist man nie zu alt“

So lautet das Motto von Dr. Gerhard Breloer, dem emeritierten Professor für Erziehungswissenschaften, der diese Erkenntnis im Rahmen seiner Forschungen gewann. Der Fachmann für Erwachsenenbildung hat die Bildungsarbeit für alte Menschen zu seinem Thema gemacht und das Studium im Alter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster etabliert. Viele Jahre leitete er die Kontaktstelle. Einige Backhäuslerinnen und Backhäusler machen beim Studium im Alter mit. Der Arbeitskreis Soziales im Backhaus, vertreten durch Magdalene Klumps, Ulrike Müller und Ingrid Roszich, konnte Gerhard Breloer dafür gewinnen, seine Erfahrungen beim Donnerstagsfrühstück zu vermitteln.

Zu Breloers Erkenntnissen gehört auch, dass der Umgang mit Gefühlen lernbar sei. Er sagt: „Besonders wir älteren Menschen müssen lernen, das Leben zu genießen. Wir sind im Gegensatz zu älteren Generationen finanziell abgesichert, gesundheitlich versorgt, und der Druck im Beruf ist vorbei. Jetzt können wir die Probleme des Alterns gelassen angehen. Diese Lebensphase ist ein wirkliches Geschenk.“Gerhard Breloer 2

Professor em. Dr. Gerhard Breloer beim Studium.

Donnerstag, 5. November 2015, 10 Uhr

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Besang nicht nur den aufgegangenen Mond:

Matthias Claudius

Nicht vergessen – und doch über seinen Dauerbrenner Der Mond ist aufgegangen (Abendlied) hinaus kaum bekannt in seinem vielfältigen Werk und Leben: Matthias Claudius. Der 1740 im holsteinischen, damals zu Dänemark gehörenden Reinfeld geborene und 1815 in Hamburg gestorbene Pastorensohn sollte dem Beruf seines Vaters folgen. Er studierte in Jena Theologie und Jura, wandte sich aber der Schriftstellerei und Zeitungsschreiberei zu. Als Sekretär von Ulrich Adolph Graf von Holstein bekam er in Kopenhagen Kontakt  zu den dort lebenden deutschen Intellektuellen wie Friedrich Gottlieb Klopstock, schrieb für die Hamburgischen Adreß-Comptoir-Nachrichten und den Wandsbecker Bothen, hatte aber erst seit den 1780er Jahren als Revisor der Schleswig-Holsteinischen Speciesbank in Altona ein gesichertes Einkommen. Matthias ClaudiusDer viermal wöchentlich erscheinende Wandsbecker Bothe erlangte deutschlandweit Ruhm, aber keinen ökonomischen Erfolg. Dennoch veröffentlichte Claudius nach dem Ende des Blattes unter diesem Titel und dem Pseudonym Asmus weiterhin seine literarischen Produktionen und wurde dadurch persönlich als Wandsbecker Bothe identifiziert. Literarisch stellte sich Claudius mit dem scheinbar naiv-frommen Ton seiner Gedichte und Erzählungen gegen die vermeintlichen Überheblichkeiten der Aufklärung. Die Grenzen des menschlichen Verstands seien zu erkennen und zu achten. Etwas widersprüchlich zu seiner religiös-konservativen Grundhaltung erscheint seine Maxime: Niemand ist frei, der nicht Herr über sich selbst ist. Monika Pfützenreuter stellt im Literaturkreis  Leben und Werk von Matthias Claudius vor.

Freitag, 9. Oktober 2015, 15 Uhr

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Turm, Türmer, Türmerin im zweiten Anlauf:

Martje Saljé auf St. Lamberti

Seit Anfang 2014 bläst Martje Saljé den Münsteranerinnen und Münsteranern, was die nächtliche Stunde geschlagen hat. Sie ist die erste Frau auf diesem altehrwürdigen, traditionsreichen Wachposten hoch über der Stadt. Das Amt des Türmers auf St. Lamberti ist seit 1383 urkundlich belegt und soll damit das älteste seiner Art in Europa sein.

Martje SaljéMartje Saljé wacht auf St. Lamberti über Münster              Foto: Claudia Große-Perdekamp

Dienstags hat Martje Saljé frei. Ansonsten erklimmt sie jeden Abend die 300 Stufen bis zur Turmstube und tutet von dort in alle Himmelsrichtungen – halbstündlich von 20 Uhr 30 bis Mitternacht. Außerdem hat sie ein waches Auge auf mögliche Brände im Stadtgebiet und einen direkten Draht zur Feuerwehr. Wie sie zu diesem außergewöhnlichen Beruf an exponierter Stelle gekommen ist, ob ihr die allabendliche Einsamkeit womöglich zu schaffen macht und worüber sie sich in den Stunden auf dem Turm besonders freut, erzählt die vielseitig begabte Musik- und Geisteswissenschaftlerin beim Donnerstagsfrühstück. Martje Saljé holt ihren schon für Juli geplant gewesenen Vortrag nach, der seinerzeit nicht zustande kam.

Donnerstag, 1. Oktober 2015, 10 Uhr

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Quartett – auch im Alter steckt Musik

Premiere für Dustin Hoffman: Mit seinem 2012 in Großbritannien produzierten Spielfilm Quartett hat der 1937 geborene kleine große Leinwandstar (Die Reifeprüfung, Rain Man) sein Regiedebüt gegeben. Die Geschichte spielt im luxuriösen Ambiente eines Altersheims für Berufsmusiker. Frühere Opernsänger und Orchestermusiker – darunter einstmals gefeierte Weltstars – verbringen hier ihren Lebensabend, natürlich mit viel Musik, darunter Wilf (Billy Connolly), Reg (Tom Courtenay) und die immer seniler werdende Cissy (Pauline Collins). Aber finanzielle Nöte gefährden das Idyll. Nur eine Gala mit den Stars und Diven von einst auf der Bühne verspricht Rettung – und Neuankömmling Jean (Maggie Smith). Sie hatte einst mit Wilf, Reg und Cissy gemeinsam in Verdis Rigoletto das Quartett im dritten Akt gesungen. Doch ein altes Liebesdrama – Jean und Rig waren miteinander verheiratet – und Jeans unverbesserlicher Stolz hindern sie daran, sich auf das Abenteuer einzulassen. Magdalene Klumps, Ulrike Müller und Ingrid Roszich vom Aktionskreis Soziale Kontakte präsentieren die Seniorenresidenz und ihre musikalischen Bewohner im Rahmen der Reihe Meine Bilder, meine Filme.

Freitag, 25. September 2015, 15 Uhr

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Hölty & Hölty

Viel Gelegenheit bot sich Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776) nicht, seinem als Motto bekannt gebliebenen Liedanfang Üb immer Treu und Redlichkeit zu leben. Der aus der Nähe von Hannover stammende Dichter und Übersetzer starb mit noch nicht 28 Jahren an Tuberkulose. Der einem größeren Publikum kaum noch bekannte Theologe und Kenner moderner Fremdsprachen war Mitglied des Göttinger Hainbundes, einem Zusammenschluss dichtender Freunde und Studienkollegen, die sich mit ihrer empfindsamen Lyrik an Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) orientierten, Christoph Martin Wieland (1733-1813) verachteten und zwischen der in den 1770er Jahren vorherrschenden Aufklärung und dem aufziehenden literarischen Sturm und Drang standenLudwig Christoph Hölty. Hölty gilt als einer der ersten Balladendichter deutscher Sprache. Hildegard Mengelberg und Brunhild Reuter stellen den fast vergessenen Autor im Literaturkreis vor – assistiert von Backhaus-Mitarbeiterin Marlies Hölty, deren verstorbener Mann ein Nachfahr Ludwig Christoph Höltys war.

Freitag, 11. September 2015, 15 Uhr

 

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Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung: An alles gedacht?

Wegen der großen Nachfrage noch einmal dieses Angebot: Alter, Krankheit, Unfall: Wir alle sind davon betroffen oder werden es sein. Wer trifft aber dann die notwendigen Entscheidungen, wenn man nicht mehr für sich selbst sorgen kann? Wer geht zu Behörden, wer zur Bank? Wer kümmert sich um medizinisch Erforderliches? Wer für derlei Regularien nicht Personen seines Vertrauens beauftragt, bekommt per Gesetz einen Betreuer gestellt. Daher empfiehlt es sich, zeitig die Weichen zu stellen. Rechtsanwältin Katharina Kroll (Schwerpunkt: Erbrecht) informiert beim Donnerstagsfrühstück über Inhalt und Voraussetzungen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Wer zudem vermeiden will, dass seine Erbfolge nach den Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geschieht – oft mit unerwünschten Folgen -, sollte per Testament oder Erbvertrag seinen letzten Willen juristisch wasserdicht machen und seinen Nachlass individuell planen.

Donnerstag, 3. September 2015, 10 Uhr

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Die Welt der Agatha Christie Hercule Poirot neu verfilmt

Hercule PoirotUnvergessen: Peter Ustinov als Agatha Christies Privatdetektiv Hercule Poirot.  Inzwischen sind die beliebten Geschichten erfolgreich fürs Fernsehen neu verfilmt worden – mit dem brillanten David Suchet als Hauptdarsteller. Die Folgen zeichnen sich durch sorgfältigste, die 30er Jahre in Kleidern, Frisuren, Autos und Interieurs authentisch wiedergebende Ausstattung aus. Auch die handelnden Personen entsprechen dem Gesellschaftsbild der ‚gehobenen Stände‘ im England jener Zeit.

In der Reihe Meine Bilder – meine Filme zeigt und erläutert Hans Kurth einen etwa einstündigen Film dieser Serie.

Freitag, 28. August 2015, 15 Uhr

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Führung durchs Kunsthaus Kannen

Der im Backhaus tätige Aktionskreis zur Pflege sozialer Kontakte (Leitung: Magdalene Klumps, Ulrike Müller, Ingrid Roszich) veranstaltet eine Fahrt zum Kunsthaus Kannen. Die für ihre Arbeit mit geistig Behinderten renommierte Alexianer-Bruderschaft zeigt in ihrer dem Alexianer-Krankenhaus angegliederten Einrichtung (Kunsthaus Kannen, Museum für Outsider Art und Art Brut, Alexianerstraße 9, MS-Amelsbüren) eindrucksvolle Kunstwerke der von ihnen betreuten Menschen. Die Fahrt findet einem Stadtbus der Linie 7 statt am

Freitag, 28. August 2015,

Kunsthaus KannenAbfahrt Hauptbahnhof 13 Uhr 04, Bussteig D1 (vor Hotel Conti und GOP-Theater). Wer per Pkw anreisen will, trifft sich mit den übrigen Teilnehmern um 13 Uhr 45 am Parkplatz Kunsthaus Kannen. Die eine bis anderthalb Stunden dauernde Führung beginnt um 14 Uhr und ist kostenlos. Anschließend besteht Gelegenheit zu gemütlicher Runde in der Cafeteria des Hauses. Leider können nur maximal 15 Personen teilnehmen. Eine Anmeldung bis Freitag, 21. August, ist daher unbedingt erforderlich. Eine Anmeldeliste hängt am Schwarzen Brett im Backhaus. Wer sich schon jetzt über das Kunsthaus Kannen informieren möchte, sei auf dessen Homepage www.kunsthaus-kannen.de verwiesen.

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Das Backhaus auf dem Kreuzviertelfest

 Ketten, Curry und Gespräche

Kreuzviertelfest 2013 071-HomepageKreuzviertelfest 2013 049-HomepageAm kommenden Wochenende – Samstag, 22., und Sonntag, 23. August –  ist das Alte Backhaus wieder mit seinem Informationsstand auf dem Kreuzviertelfest vertreten – wie immer seit Ende der 90er Jahre. Der Stand ist an beiden Tagen von 11 bis zirka 19 Uhr geöffnet. Außer Gesprächen mit Mitarbeitern unserer Senioren-Begegnungsstätte über die vielfältigen Kursangebote und Tätigkeiten  der Einrichtung besteht die Gelegenheit, der Produktion von Perlenketten und anderem Modeschmuck sowie der Herstellung von frischem Currypulver nach altem indischen Familienrezept zuzusehen. Die Backhäuslerinnen und Backhäusler freuen sich über regen Besuch.

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Gemeinschaftliche Wohnformen in Münster

Und wenn wir alle zusammenziehen…

Darüber machen sich immer mehr Menschen Gedanken. Was im studentischen Milieu vor Jahrzehnten als Wohngemeinschaft begann, um preisgünstige Unterkünfte ohne den altbackenen Muff möblierter Zimmer zu ermöglichen, erfährt inzwischen generationenübergreifend und bei höherem Komfortbedarf große Nachfrage. Senioren gründen Wohn-Initiativen, Ulrike PüttmannFamilien bilden Baugruppen, Jung und Alt versuchen Mehrgenerationen-Wohnprojekte zu realisieren: Selbstgewählte Nachbarschaften versprechen gegenseitige Unterstützung und weniger Einsamkeit im Alter. Ulrike Püttmann vom Verein STADTHAUS e.V. berichtet beim Donnerstagsfrühstück über den aktuellen Stand zum Thema Neue Wohnformen in Münster und präsentiert – bereits bezogene Objekte, – Projekte in Warteschleife und das – Bündnis für urbane Wohnformen (BuWo). Ein kleiner Film über gemeinschaftliches Wohnen veranschaulicht das Thema.

Donnerstag, 6. August 2015, 10 Uhr

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Das Halstuch:

TV-Geschichte mit Spannung und Skandal

Wer kann sich noch erinnern? 1962 sendete die ARD (das ZDF gab’s noch nicht) einen sechsteiligen Krimi: Das Halstuch. Autor des Schwarz-Weiß-Films war Francis Durbridge, Regisseur Hans Quest. Das Halstuch – vom WDR im Bergischen Land gedreht und im südlichen England spielend – hielt die junge Fernseh-Nation in Atem und lieferte heißen Gesprächsstoff in Familien, Kneipen und an Arbeitsplätzen. Zur Sendezeit blieben Kinos, Straßen und Plätze leer; Veranstalter bangten um Zuschauer. Ein Begriff machte die Runde: Straßenfeger! Als die Spannung vor der letzten Folge ihren Siedepunkt erreichte, verriet Wolfgang Neuss, Kabarettist, Filmschauspieler und Mitinhaber eines Kinos, per Anzeige in ‚Bild‘ den von Millionen Zuschauern fieberhaft gesuchten Halstuch-Mörder – und erhielt prompt Morddrohungen. Das Halstuch – mit Dieter Borsche, Heinz Drache, Hellmut Lange, Albert Lieven, Eva Pflug, Horst Tappert und Margot Trooger prominent besetzt -, war nicht nur ein heute kaum mehr vorstellbarer Publikumserfolg, sondern sorgte auch für einen handfesten Skandal mit Konsequenzen für die Beteiligten künftiger Produktionen dieser Art. Meine Bilder...Das Halstuch hat Fernsehgeschichte geschrieben. Hans Kurth zeigt den Film in der Reihe Meine Bilder – meine Filme. Gewiss hat er als Jugendlicher vor 53 Jahren genauso elektrisiert vorm Bildschirm geklebt wie Millionen andere. Auf jeden Fall wird er Interessantes zu Produktion und Hintergrund des ersten und bis heute spektakulärsten TV-Straßenfegers in Deutschland erzählen.

Freitag, 31. Juli 2015, 15 Uhr

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 Im Backhaus husten wieder die Flöhe:

Traditioneller Trödel kommenden Samstag

Die Backhäusler haben wieder auf Dachböden, in Kellern, Rumpelkammern und Schränken gewühlt, um für den Flohmarkt am

Samstag, 25. Juli 2015, von 11 bis 17 Uhr

Interessantes zutage zu fördern. Verkauft werden darf alles, was den Eigentümern entbehrlich erscheint und als ‚Stehrümchen‘ Platz stiehlt. Erfahrungsgemäß lässt sich davon überraschend vieles verkaufen. Wichtig: Das Trödel-Gut bitte schon am Mittwoch, 22. Juli, ab 10 Uhr im Backhaus abgeben sowie Kartons und andere Behälter mit Namen beschriften. Der Verkaufserlös der Aktion kommt dem Backhaus zugute. Nicht Verkauftes muss wieder mitgenommen werden. Edith Bussmann und Gisela Wittenberg werden geeignete Objekte, die keine Käufer fanden, sozialen Zwecken zuführen.

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Dehnen, Raffen, Modellieren:

Wie Erzähler mit der Zeit umgehen

Brunhild Reuter, 06.12.13Wir halten die Zeit für etwas Immerwährendes, kontinuierlich Fließendes und dennoch Unumstößliches, auf jeden Fall aber objektiv Messbares. Schriftsteller können allerdings zwischen zwei Buchdeckeln mit ihr umspringen, wie sie wollen. Jahre schrumpfen auf ein paar Zeilen zusammen, Sekunden erfordern oft Minuten und wesentlich mehr Leseaufwand. Brunhild Reuter, vielen neben Hildegard Mengelberg als Leiterin des Literaturkreises bekannt, befasst sich mit dem Thema Zeit in der Literatur. Der Vortrag findet im Rahmen der von Dieter Kusick angeregten Reihe Phänomen Zeit – Versuche einer Annäherung statt. Brunhild Reuter Am Beispiel von Thomas Manns 1929 erschienener Erzählung Mario und der Zauberer stellt die Referentin Dieter Kusick 1verschiedene Aspekte der Zeitgestaltung dar. Wie so oft in seinem Werk hat Thomas Mann auch in dieser Erzählung Selbsterlebtes, im Grunde Alltägliches, in literarischer Form zu Allgemeingültigem verarbeitet. Diese Transformation geschieht immer im Rahmen der Zeit: Die Rückschau macht Vergangenes verständlich. Bei Mario … dient ein Urlaubserlebnis im faschistischen Italien des Jahres 1926 dem Autor als Erzählstoff. Der darin beschriebene Hypnotiseur Cipolla (auf Deutsch: Zwiebel) beherrscht sein Publikum wie eine willenlose Masse. In seiner Wirkung erinnert Cipolla an Mussolini und sogar Hitler.                                                                                             Dieter Kusick Mindestens eine weitere Folge der Reihe Phänomen Zeit – Versuch einer Annäherung ist geplant. Näheres wird noch bekanntgegeben.

Dienstag, 14. Juli 2015, 19 Uhr

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Von der Antarktis zum Äquator

Marlene RoerkohlWenn schon Südhalbkugel, dann auch richtig, dachte sich die 70-jährige Marlene Roerkohl, als sie diese Riesenreise vorbereitete. Das nahm fast ein Jahr in Anspruch. Schließlich galt es, in acht Wochen fünf Länder zu passieren – mit 20 Flügen und insgesamt 100 Stunden Wartezeit auf Flughäfen. Zum Greifen nahe Königspinguine und gigantische Eisberge waren der Lohn dieser Mühen. Besteigen von Lava-Bergen, Übernachten im Dschungel und Gespräche mit den Ureinwohnern Perus gehörten ebenso zum Programm wie daErlebnis Buenos Aires, die Begegnung mit eindrucksvollen Kulturen, das Kennenlernen seltener Tiere auf den Galapagos-Inseln und der Vogelinsel Seymour. Kein Wunder, dass auch See-Elefanten und andere Robben sowie Albatrosse und Leguane den Weg der reisefreudigen Dame kreuzten. Marlene Roerkohl wird eine Auswahl ihrer schönsten und eindrucksvollsten Bilder in der Reihe Meine Bilder – meine Filme zeigen und um ihre spannenden Reiseeindrücke bereichern.

Freitag, 3. Juli 2015, 15 Uhr

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Turm, Türmer, Türmerin

Martje Saljé auf St. Lamberti

Seit Anfang 2014 bläst Martje Saljé den Münsteranerinnen und Münsteranern, was die nächtliche Stunde geschlagen hat. Sie ist die erste Frau auf diesem altehrwürdigen, traditionsreichen Wachposten hoch über der Stadt. Das Amt des Türmers auf St. Lamberti ist seit 1383 urkundlich belegt und soll damit das älteste seiner Art in Europa sein.

Martje SaljéMartje Saljé wacht auf St. Lamberti über Münster              Foto: Claudia Große-Perdekamp

Dienstags hat Martje Saljé frei. Ansonsten erklimmt sie jeden Abend die 300 Stufen bis zur Turmstube und tutet von dort in alle Himmelsrichtungen – halbstündlich von 20 Uhr 30 bis Mitternacht. Außerdem hat sie ein waches Auge auf mögliche Brände im Stadtgebiet und einen direkten Draht zur Feuerwehr. Wie sie zu diesem außergewöhnlichen Beruf an exponierter Stelle gekommen ist, ob ihr die allabendliche Einsamkeit womöglich zu schaffen macht und worüber sie sich in den Stunden auf dem Turm besonders freut, erzählt die vielseitig begabte Musik- und Geisteswissenschaftlerin beim Donnerstagsfrühstück.

Donnerstag, 2. Juli 2015, 10 Uhr

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Alt-Münster aus der Erde gebuddelt

Ausgrabungen an der Jüdefelder Straße

Wer in den vergangenen Wochen über den südlichen, ruhigeren Teil der Jüdefelder Straße zwischen Überwasser- und Frauenstraße in Höhe der früheren Paul-Gerhardt-Schule gegangen ist, hat vielleicht die Buddelei bemerkt, die Münsters Archäologen dort veranstalten. Wo früher Kinder in der großen Pause spielten und demnächst – nach Vollendung der Gesamtschule 1 – lernen werden, fördern Dr. Aurelia Dickers und ihr Team seit gut einem Jahr Grundmauern einer im Erdreich versunkenen Bebauung sowie allerlei Gegenstände und Spuren von Münsters ältester Besiedelung um 900 bis zur frühen Neuzeit zutage. Aurelia DickersDie Arbeit im ersten Abschnitt ist beendet, am zweiten hat sie gerade begonnen. Aurelia Dickers verantwortet in Münsters Städtischer Denkmalbehörde die Bereiche Bodendenkmalpflege und Archäologie. Außerdem ist sie Vorsitzende der Altertumskommission des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Sie gibt Interessierten Gelegenheit, die großflächige Ausgrabungsstelle unter fachkundiger Leitung zu besichtigen. Die Veranstaltung findet anstelle des gewohnten Donnerstagsfrühstücks statt. Anfang 2016, wenn die Ausgrabungen saisonal ruhen, wird Aurelia Dickers zu Gast im Backhaus beim Donnerstagsfrühstück sein und Spannendes darüber zu erzählen haben,  wie die Archäologie Licht ins Dunkel der Geschichte Münsters bringt.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Treffpunkte: 10 Uhr Jüdefelder Straße vor der Schule oder 9.30 Uhr am Backhaus (von dort Wegbegleitung) Bitte unbedingt vorher anmelden!

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Bilder aus dem Backhaus

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Was das Backhaus so alles gebacken bekommt: Szene mit Inge Kölling und Dieter Kusick aus dem Krimi Trouble in the Red Lion – gespielt in englischer Sprache.

Im Backhaus wird viel fotografiert; an Anlässen, Themen und Motiven herrscht kein Mangel. Besonders fleißig erweist sich immer wieder Hans Kurth. Jetzt hat er in seinem umfangreichen Archiv gekramt und eine abwechlungsreiche Auswahl getroffen. Die möchte er einem interessiertem Publikum nicht vorenthalten und zeigt sie in der Reihe Meine Bilder – meine Filme am

Freitag, 5. Juni 2015, 15 Uhr

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Backhaus-Kunst wieder unterwegs

Brita und BrunhildKunst macht Spaß – jedenfalls die aus dem Alten Backhaus. Brita Kurth (l.) und Brunhild Reuter freuen sich über die gelungenen Ergebnisse ihres Malkurses

Ein Teil der Bilder aus dem zurückliegenden Backhaus-Malkurs hat wieder den Weg nach Coesfeld an die Wände der Seniorenresidenz Alte Weberei gefunden (Grimpingstraße 11, 48653 Coesfeld, Tel.: 02541 928280). Unseren Künstlerinnen bot sich dort zum wiederholten Mal die Gelegenheit zu einer Ausstellung; ihr Dank gilt den Veranstaltern. Die Vernissage findet statt am

Samstag, 30. Mai 2015, um 15 Uhr

Gäste sind willkommen!

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Mit Seume nach Sizilien

Zu Fuß von Sachsen nach Sizilien und zurück – mit einem Schlenker über Paris: Das wäre auch heute eine beachtliche Leistung. Johann Gottfried Seume, Altphilologe, Verlagslektor und Dichter, unternahm seinen berühmten Wanderurlaub vom 6. Dezember 1801 bis Ende August 1802. Dass er sich gelegentlich auf kurzen Abschnitten eine Postkutsche leistete und – wie Johann Wolfgang Goethe – aus Sicherheitsgründen von Neapel bis Palermo und zurück das Schiff nahm, tut seiner Leistung keinen Abbruch. Seinem 1803 erstmals erschienenen Reisebericht über diesen Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 war nachhaltiger Erfolg beschieden. Das Buch, noch zur Feudalzeit geschrieben, machte auf politische und soziale Missstände aufmerksam und gehörte zum festen Bestand in den Bibliotheken des Freiheit begehrenden Bürgertums. Das Buch wurde immer wieder aufgelegt – bis heute. Johann Gottfried SeumeSeume – inzwischen nicht mehr allzu vielen Literaturfreunden bekannt – führte ein vergleichsweise kurzes, jedoch an Abenteuern reiches Leben (1763-1810). Einige davon hat er seinen Zeitgenossen und der Nachwelt in Büchern erzählt – mit dem Spaziergang als bekanntestes Werk. Wer die im Backhaus entstandene und aufgeführte Kriminalkomödie Trouble in the Red Lion gesehen hat, ist dem Wanderer schon einmal in neuzeitlicher Gestalt begegnet. Im Literaturkreis stellt Martin Stadtler das Werk und seinen Autor vor.

Freitag, 22. Mai 2015, 15 Uhr

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Münsteraner blicken zurück

Wie und was Münsteraner aus ihrem Familienleben und ihrer Stadt zwischen 1924 und 1975 auf Zelluloid bannten, zeigen drei DVDs, die nach Aufruf der Westfälischen Nachrichten aus privaten Beständen zusammengestellt wurden. Johannes Neise hat die interessantesten Sequenzen auf eine Scheibe komprimiert und zeigt sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe Meine Bilder – meine Filme am

Freitag, 8. Mai 2015, 15 Uhr

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Stiften für den Denkmalschutz

Viele Gebäude genießen Denkmalschutz, weil sie als besonders erhaltenswert gelten. Das heißt, dass ihre Sanierung und Pflege an bestimmte Auflagen gebunden sind. Das wiederum ist nicht zuletzt eine FrageSigrid Karliczek der Finanzen – und für die Eigentümer oftmals eine Belastung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD, Bonn) fördert daher jedes Jahr zirka 450 Sanierungsprojekte in Deutschland, darunter einige in Münster und Umgebung. Wie arbeitet diese Stiftung, wie wählt sie Projekte aus, wie gestalten sich die Maßnahmen vom ersten Vorgespräch bis zum Abschluss? Das alles – und einiges mehr – weiß die Architektin Sigrid Karliczek. Die Leiterin des Ortskuratoriums Münster erzählt von ihrer Arbeit beim nächsten Donnerstagsfrühstück. Die Referentin stellt folgende Förderprojekte genauer dar: Hof Grube, Lüdinghausen (Fachwerk) – Wassermühle Westerath, Nottuln (Fassade aus Baumberger Sandstein) – Haus Stapel, Havixbeck (Tapeten und Wandmalerei) – Konzertgalerie Bagno, Steinfurt (Stuckdekoration) – Erbdrostenhof, Münster.

Donnerstag, 7. Mai 2015, 10 Uhr

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Das Beste kommt zum Schluss

Zu dieser Erkenntnis gelangen der Großunternehmer und Milliardär Edward Cole (Jack Nicholson) sowie der Automechaniker Carter Chamber (Morgan Freeman), der eigentlich Geschichtsprofessor werden wollte. Sie müssen sich zufällig ihr Krankenzimmer teilen – beide todkrank, zunächst einander herzlich abgeneigt und durch Welten getrenntGrafik1. Es verbindet sie aber mehr, als ihnen lieb ist. Daher beschließen sie, die ihnen verbleibende Zeit ganz nach individuellem Gusto zu leben. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, ihre Lebensfreude wiederzufinden. Hans Kurth stellt die 2007 von Rob Reiner gedrehte Tragikomödie im Rahmen der Reihe Meine Bilder – meine Filme vor.

Freitag, 10. April 2015, 15 Uhr

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Erich Kästner zum Zweiten

Nachdem Monika Pfützenreuter Erich Kästners spannenden Lebensweg im Literaturkreis anschaulich nachgezeichnet hat, wollen Hildegard Mengelberg und Brunhild Reuter Kostproben seines Könnens vorlegen, das heißt, Beispiele seiner Lyrik und Prosa präsentieren. Erich KästnerErich Kästner begann seine Karriere als Zeitungsschreiber und veröffentlichte neben seinen berühmten Kinderbüchern bis 1933 mit großem Erfolg mehrere Lyrikbände, darunter Herz auf Taille (1928) und den satirischen Roman Fabian (1931). Für Erich Kästner mussten seine Gedichte einen Gebrauchswert haben: Nüchtern, ironisch, witzig, bissig, gelegentlich frivol, aber auch nachdenklich, gaben sie vielen Lesern eine Art Lebenshilfe. Bezeichnenderweise hieß ein zuerst 1936 in der Schweiz erschienener Sammelband seiner Gedichte Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke. Erich Kästners aufklärerische Grundidee war, dass „der Mensch durch Einsicht zu bessern“ sei. Eingang in Erich Kästners literarisches Schaffen – von Emil und die Detektive über Fabian bis zu vielen Gedichten – hat auch sein zeitlebens inniges Verhältnis zu seiner Mutter Ida Kästner (geb. Augustin, 1871-1951) gefunden, das als geradezu symbiotisch beschrieben wird: Mutter als die beste Frau des Jahrhunderts!

Freitag, 27. März 2015, 15 Uhr

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The Best Exotic Marigold Hotel

Wohin, wenn das Alter kommt, die Gesundheit nachlässt, Freunde wegbleiben, Verwandte nerven und sogar Schulden drücken? Sieben Damen und Herren aus England hoffen, die Lösung ihrer individuell verschiedenen Probleme in Indien zu finden. Sie folgen dem Angebot eines Hotels in Jaipur, der für ihre Architektur berühmten Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan, und quartieren sich im Best Exotic Marigold Hotel ein. Dort erleben sie aber zunächst einen Kulturschock und organisatorisches Chaos. Über ihre Skepsis hilft ihnen nach und nach der Zauber indischer Mentalität und der junge, pfiffige Hotelbetreiber Sonny hinweg, den seinerseits familiäre und wirtschaftliche Sorgen plagen.

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Magdalene Klumps, Ulrike Müller und Ingrid Roszich zeigen den 2011 unter der Regie von John Madden gedrehten Film im Rahmen der Reihe Meine Bilder, meine Filme. Darsteller sind unter anderem Judi Dench, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Maggi Smith und Dev Patel (als Sonny).

Freitag, 13. März 2015, 15 Uhr

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Verdauungsbeschwerden? Kein Tabu!

Verdauungsbeschwerden treten besonders im höheren Lebensalter häufig auf und können zu recht unterschiedlichen Beschwerden führen. Verstopfung, Durchfall und Blähungen haben oft harmlose Ursachen, bedeuten aber für die Betroffenen unter Umständen eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität. Manchmal stecken auch ernsthafte Erkrankungen dahinter: Spätestens, wenn Alarmsymptome wie Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Claudia SchulzeClaudia Schulze, Oberärztin im St.-Franziskus-Hospital Münster und Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie, informiert im Rahmen des Donnerstagsfrühstücks auf verständliche Weise über Verdauungsbeschwerden, ihre Ursachen und ihre Behandlungsmöglichkeiten.

Donnerstag, 5. März 2015, 10 Uhr Bitte vorher anmelden!

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Halb Bürgerschreck – halb erschrockener Bürger

So urteilte der österreichische Romancier und Literatur-Parodist Robert Neumann (1897-1975) über Erich Kästner (1899-1974), der mit seiner witzig-sachlichen und oft als (zu) frivol-zeitkritisch empfundenen Lyrik sowie seinen in der Gegenwart spielenden Kinderbüchern zu Ruhm gelangte. Noch keine 30 Jahre alt, gehörte der gebürtige Dresdner zur bunten Berliner Literatenszene. 1925 wurde der Germanistik-Student an der Universität Leipzig mit der Dissertation Friedrich der Große und die deutsche Literatur zum Dr. phil. promoviert. 1933 verbrannten NS-Studenten seine Bücher; der den neuen Machthabern politisch und künstlerisch verhasste ‚Asphaltliterat‘ erhielt Veröffentlichungsverbot. Unter Pseudonymen und mithilfe Schweizer Verlage konnte er sich bis 1945 schreibend über Wasser halten. Erich KästnerSeit Kriegsende lebte der gebürtige Dresdner in München und schrieb für Zeitungen, Zeitschriften, Kabaretts und Theater, veröffentlichte wieder Bücher, unter anderem autobiografischen Inhalts, zog sich aber – gesundheitlich angeschlagen – mehr und mehr aus dem literarischen Leben zurück. Im Literaturkreis skizziert Monika Pfützenreuter Leben und Werk des bis heute unvergessenen Autors.

Freitag, 27. Februar 2015, 15 Uhr

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Im Wendekreis des Kreuzes

Als 1943 Italien nach dem Sturz Mussolinis gegenüber den Alliierten kapitulierte, besetzte die deutsche Wehrmacht das Land des ehemaligen Verbündeten. In ihrem Gefolge nahmen SS und SD die Verfolgung von Juden und Widerstandskämpfern auf. Nach einer wahren Begebenheit entstand 1983 die britisch-US-amerikanische TV-Produktion Im Wendekreis des Kreuzes (The Scarlet and the Black), die Prof. Dr. Ferdinand Menne in der Reihe Der besondere Film zeigt. Grafik1 Gregory Peck als Monsignore Hugh O’Flaherty Der Film zeigt unter der Regie von Jerry London das Engagement des irischen Priesters Hugh O’Flaherty (1898-1963, dargestellt von Gregory Peck) der mehrere 1000 Verfolgte verstecken und zur Flucht verhelfen konnte. Sein gefährlichster Gegner in diesem nun beginnenden Katz- und Mausspiel war der SD-Chef in Rom, SS-Standartenführer Herbert Kappler (1907- 1978, Christopher Plummer), der 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt und 1959 von Monsignore Hugh O’Flaherty getauft wurde. Kappler konnte 1977 aus seiner Haft fliehen und starb in Deutschland. „Stets wird es Mutige geben, die ihre Augen nicht verschließen, sondern nach ihren Möglichkeiten Hilfe organisieren“, so Ferdinand Menne.

Donnerstag, 26. Februar 2015, 15 Uhr

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Zwei Päpste – ein Vergleich

Papst Johannes XXIII.Unvergessen – und zwar nicht nur bei Katholiken – ist Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli, 1881-1963), der dem strengen, distanziert-aristokratischen Pius XII. folgte, frischen Wind in den Vatikan ließ, mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil einen Reformprozess ins Rollen brachte und – nicht nur gemessen an den vielen ihn charakterisierenden Anekdoten – eine zuvor nicht gekannte Popularität erreichte und seine Güte nahezu körperlich ausstrahlte. Papst FranziskusAuch Franziskus, Amtsinhaber seit 2013, lässt durch höchst unkonventionelles Verhalten und Reden aufhorchen. Zärtlichkeit zählt zu seinen zentralen Begriffen. Professor Dr. Ferdinand Menne macht diese außergewöhnlichen, als Ausnahmeerscheinungen empfundenen Persönlichkeiten auf dem Stuhl Petri zum Thema des Monats und liest Texte aus Johannes‘ Friedensenzyklika Pacem in terris (Friede auf Erden) vom April 1963 und aus Franziskus‘ Enzyklika Die Ökologie des Menschen vom Herbst 2014. Franziskus setzt auf seine Weise den Stil Johannes‘ fort. Zudem haben beide einen durchaus derben Sinn für Humor. Der Vatikan versuchte das bei Johannes zu vertuschen; bei Franziskus reagiert diese in vielen Jahrhunderten in einer Art Parallelwelt erstarrte Institution peinlich berührt, wenngleich unter erheblich anderen Öffentlichkeitsbedingungen.

Donnerstag, 19. Februar 2015, 10 Uhr

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Abgewählt – was kam danach?

Schon vergessen? Von 1994 bis 1999 stand Marion Tüns als erste – und bisher einzige – Frau und Sozialdemokratin an der Spitze der Stadt Münster. In ihre Amtszeit fiel der Wechsel der Oberbürgermeisterposition vom repräsentativen Ehrenamt zur hauptberuflichen Verwaltungsleitung in der Nachfolge des früheren Amtes eines Oberstadtdirektors. Marion TünsMarion Tüns erzählt beim Donnerstagsfrühstück von ihren Lebensphasen: den politischen Anfängen, ihrer Amtszeit und dem Leben danach. Ihr Arbeitspensum reichte vom Waffelnbacken beim Kinderfest am Coerdeplatz über die Initiative Frauen in den Rat bis zum Treffen mit den Staatsoberhäuptern Europas – die Leitung der Ratssitzungen und später der Stadtverwaltung nicht zu vergessen. Und nach der Abwahl? Wie gestaltet sie ihre Rückkehr in den Alltag – seit immerhin mehr als 15 Jahren? Das beantwortet Marion Tüns mit Theodor Fontane: „Ein gutes Buch, ein paar Freunde, eine Schlafstelle, morgens eine Tasse Kaffee und keine Zahnschmerzen.“

Donnerstag, 5. Februar 2015, 10 Uhr

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 Thomas Mann und der Zauberer

Die sechs Kinder von Thomas Mann (1875-1955) und seiner Frau Katia bezeichneten ihren berühmten Vater und Nobelpreisträger gern im Familienkreis als den Zauberer – und das sicher lange, bevor 1930 dessen Novelle Mario und der Zauberer erschien. Die Erzählung handelt vom Familienurlaub eines Ehepaars mit zwei Kindern aus Deutschland in einem Badeort an der ligurischen Küste. Eine angenehme Urlaubsstimmung will sich allerdings nicht einstellen; die inzwischen bestehende Diktatur Benito Mussolinis macht sich atmosphärisch unangenehm bemerkbar. Thomas MannKurz vor der Abreise besucht die Familie auf Drängen der Kinder noch eine Vorstellung des als Zauberer angekündigten Cavaliere Cipolla (auf Deutsch: Ritter Zwiebel), einer äußerlich abstoßenden Erscheinung. Cipolla entpuppt sich als Hypnotiseur, der es versteht, mit für die Betroffenen demütigenden Experimenten das Publikum in seinen Bann zu schlagen. Die Eltern empfinden die Vorstellung jedoch als geschmacklos und irritierend. Cipolla gewinnt immer mehr Macht über sein Publikum, bis sein Opfer Mario ihn spektakulär entzaubert. Wie so oft bei Thomas Mann gibt die Geschichte real Erlebtes wieder – bis auf das Ende. Die Geschichte gilt als Parabel auf den im Italien Mussolinis etablierten Faschismus und seine Ableger in anderen europäischen Staaten. Brunhild Reuter stellt den Text im Literaturkreis als politisch-psychologisches Zeitdokument vor, das kaum an Aktualität eingebüßt hat.

Freitag, 30. Januar 2015, 15 Uhr

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Auf der Alm ist’s still

Von 2003 bis 2012 hat der aus Dießen am Ammersee stammende Dokumentarfilmer Matti Bauer immer einmal wieder die Sennerin Uschi auf ihrer Alm im bayerischen Oberland besucht, um ihr Leben und ihre Arbeit zu beobachten und die Motive für ihre Entscheidung zu dieser einsamen und harten Arbeit zu ergründen. Uschi sucht nach Weltreisen die stillen Sommerwochen auf einer Alm und akzeptiert ohne romantische Verklärung die Unbequemlichkeiten dieses einfachen, aber freien Lebens. Der Film wurde 2013 auf dem oberbayerischen Fünf-Seen-Festival mit dem Kulturfilmpreis ausgezeichnet. Professor Dr. Ferdinand Menne zeigt die fast meditative  Schwarz-weiß-Dokumentation in der Reihe Der besondere Film am

Donnerstag, 22. Januar 2015, 15 Uhr 

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 Miteinander…

… sang um 1980 das deutsche Folk-Duo  Zupfgeigenhansel. „Wir sind miteinander da, zusammen und gemeinsam, nicht einsam und alleinsam.“ Es stimmt: Die Menschen sind aufeinander angewiesen. Sie sind von Natur aus gesellig und in der Regel nicht zum Eremitentum geneigt, auch wenn einzelne Individualisten hartnäckig das Gegenteil beweisen wollen – zum Beispiel der oft sarkastische, zur Misanthropie neigende Wilhelm Busch: „Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.“  Der Wein, Weib und vielen Freunden zugeneigte Johann Wolfgang Goethe meinte hingegen in einem Brief an Johann Gottfried Herder: „Dabei lern ich denn auch, alles wohl berechnet, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, und sehne mich recht herzlich zu den Meinigen.“

Ist der Mensch einsam?                                                  Oder eher gesellig? Alleinsein und Einsamkeit macht Professor Dr. Ferdinand Menne zum ersten Thema des Monats im neuen Jahr. Das Thema ist aktueller denn je; die Zahl allein lebender Menschen (neudeutsch: Singles) wächst stetig. Digitales ‚Gedöns‘ scheint statt grenzenloser Kontakte die durch die virtuelle Welt des Internets und ’sozialer‘ Medien wie Facebook oder Twitter Vagabundierenden auf sich selbst zurückzuwerfen. Dennoch bleibt der Mensch trotz aller atemberaubender Echtzeit-Kommunikation rund um den Globus auf körperliche Nähe angewiesen. Wie viel Alleinsein braucht der Mensch, wie viel Einsamkeit kann er verkraften? Oder ist er gar grundsätzlich allein? Diesen und ähnlichen Fragen stellen sich Prof. Menne und sein Auditorium:

Donnerstag, 15. Januar 2015, 10 Uhr

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Leidenschaft nicht nur für Mode

Coco Chanel ist der Inbegriff einer Modeschöpferin. Wie kaum jemand sonst hat sie diesem Metier eine Aura mondäner Eleganz gegeben. Ihre Entwürfe erlangten Weltruhm. Dabei stammt Gabrielle Bonheur Chanel (1883-1971), so ihr bürgerlicher Name, aus einfachsten, ärmlichen Verhältnissen. Ihr langes, von Höhen und Tiefen geprägtes Leben ist mehrfach verfilmt worden.

Audrey Tautou und Benoît Poelvoorde als Coco Chanel und Etienne Balsan

Im Literaturkreis zeigt Brunhild Reuter den 2009 unter der Regie von Anne Fontaine gedrehten Film Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft (französischer Originaltitel: Coco avant Chanel). Der Film beschränkt sich auf einen frühen Lebensabschnitt der späteren Modeschöpferin, dargestellt von Audrey Tautou: die Zeit im Waisenhaus, Auftritte als Sängerin in einer Bar, Beziehungen zu einflussreichen Männern. Dank ihrer Liaison mit Etienne Balsan (Benoît Poelvoorde) gelingt ihr der Sprung in die feine Pariser Gesellschaft. Mit finanzieller Hilfe, vor allem aber kreativ und zielstrebig, verzeichnet sie erste Erfolge als Hutmacherin – dem Sprungbrett zu ihrer Weltkarriere als Coco Chanel.

Freitag, 5. Dezember 2014, 15 Uhr

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Gute Gründe für ein Testament

Gestorben wird immer, vererbt oft – und damit droht Streit. Dieses Risiko lässt sich durch ein formgerechtes Testament verringern. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) – häufig mit unerwünschten Folgen. Im Testament (letztwillige Verfügung, Erbvertrag) lassen sich eigene Vorstellungen des Erblassers mit Blick auf seine Erben, Absicherung des Ehepartners, Ausschluss bestimmter Personen von der Erbfolge, gesellschaftsvertragliche Regelungen und vieles mehr berücksichtigen. Katharina Kroll ist als Rechtsanwältin überwiegend mit Erbrecht, Nachlassplanung und Unterstützung nach dem Erbfall befasst, zudem noch bestens mit ihrem Referat beim Donnerstagsfrühstück im September zum Themenkomplex Patientenverfügung in Erinnerung. Am 4. Dezember wird sie in die Grundlagen des Erbrechts einführen und anhand verschiedener Fallkonstellationen konkretisieren. Darüber hinaus gibt Katharina Kroll Hinweise zu Testamentsgestaltung, Erbschaftssteuer und Pflichtteil – und wünscht sich ausdrücklich viele Fragen.

Donnerstag, 4. Dezember 2014, 10 Uhr

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Nokan – die Kunst des Ausklangs

Daigo Kobayashi hat Pech: Er verlor seinen Arbeitsplatz als Cellist nach Auflösung seines Orchesters in Tokio. Daigo kehrt in seine Heimat im Norden Japans zurück und nimmt nach einiger Überwindung einen Job in einem vermeintlichen Reisebüro an. Bei den Reisen handelt es sich um die letzten Wege von Verstorbenen; das ‚Reisebüro‘ ist ein Beerdigungsunternehmen, das die ‚Reise‘ nach dem alten japanischen Nokan-Ritual vollzieht. Nokan bedeutet Einsargung. Allerdings bringt seine neue Tätigkeit Daigo in Konflikt mit seiner Frau.

Professor Dr. Ferdinand Menne zeigt das 2008 von Yojiro Takita nach jahrelanger Arbeit fertiggestellte Werk in der Reihe Der besondere FilmNogan – die Kunst des Auagleichs (japanischer Originaltitel: Okuribito – etwa: Einer, der andere begleitet) behandelt das Tabuthema Tod – und zwar durchaus mit heiteren, slapstickartigen Momenten. Der Film vermittelt, dass auch in Zeiten der Globalisierung das Fremde verstanden sein will. Er erhielt in Japan über zehn Preise und wurde 2009 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.

Donnerstag, 27. November 2014, 15 Uhr

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„Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“

In der Veranstaltungsreihe Meine Bilder – meine Filme zeigt der Soziale Aktionskreis  einen Dokumentarfilm von Ralf Schnabel um die 69-jährige, an Alzheimer erkrankte Anna und ihren 16-jährigen Enkel Daniel und ihr Zusammenleben in einer fünfköpfigen Familie. Der innerhalb eines Jahres aufgenommene Film zeigt, was sich für die Familienmitglieder ändert, und wie die Familie lernt, mit der Krankheit zu leben. Wilma Dirksen, Co-Autorin des Films und Mitarbeiterin der gerontopsychiatrischen Beratung der Alexianer Münster GmbH, beantwortet nach der Vorführung Fragen rund um Demenz sowie zu Angeboten und Möglichkeiten, die Betroffenen Entlastungbringen können.

Freitag, 21. November 2014, 15 Uhr Bitte anmelden unter 0251 274255 oder bei den Ansprechpartnerinnen des Sozialen Aktionskreises: Magdalene Klumps, Ulrike Müller oder Ingrid Roszich

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Markt der schönen Dinge

Wie immer in den Tagen vor der Advents- und Weihnachtszeit sind Gäste in der Seniorenbegegnungsstätte Altes Backhaus, Coerdestraße 36a, beim Markt der schönen Dinge willkommen. Er findet am Samstag, 15. November, von 11 bis 16 Uhr, und Sonntag, 16. November, von 11 bis 15 Uhr statt. Die kreativen Backhäuslerinnen aus den Arbeitsgruppen Textiles Gestalten und Perlenschmuck präsentieren ihre Produkte und laden zu Kaffee und Kuchen ein. Außerdem werden frisches Curry-Pulver sowie würzige Chutneys und köstliche Marmeladen angeboten. Die Besucher erwartet eine Auswahl schöner, anregender Dinge, die sich auch gut als Geschenk eignen.

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 „Auf dass der Tod uns lebend finde – das Leben uns nicht tot“

Diese Inschrift auf einer Berliner Brandmauer  hat Professor Dr. Ferdinand Menne zum Titel einer von ihm schon 2001 herausgegebenen Sammlung an Gedanken, Gedichten und Geschichten von Autoren wie Fontane, Brecht, Kaschnitz, Tschechow und vielen anderen gemacht. Jetzt stellt er diese Anthologie als Buch des Monats vor, weil die dort vereinten Texte zum Thema des Monats passen, dem Älterwerden, Alter, Sterben und Tod. Die Veranstaltung soll nicht trüb stimmen, sondern lebensdienliche Vergewisserung bringen – als Grundlage zur Diskussion über die eigene Endlichkeit.

Donnerstag, 20. November 2014, 10 Uhr

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Nadine Gordimer zum Zweiten

Der Literaturkreis widmet sich zum zweiten Mal der im Juli 2014 gestorbenen Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer. Hildegard Mengelberg stellt den Roman Ein Mann von der Straße (The Pickup) vor – ein 2001 erschienenes Spätwerk der 1923 geborenen Autorin. Der Roman spielt in Johannesburg nach Aufhebung der Apartheid.  Im Mittelpunkt stehen eine junge Frau aus der weißen Oberschicht Südafrikas und ein junger Mann arabischer Herkunft, der illegal in Johannesburg lebt und arbeitet. Die gesellschaftspolitische Situation ist nach wie vor von Spannungen und Konflikten geprägt. Nadine Gordimer beschreibt anschaulich den Zusammenprall verschiedener Kulturen, und wie sehr er den Alltag vieler Menschen beherrscht.

Freitag, 7. November 2014, 15 Uhr

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Münsters Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg:

Nicht zu neu!

Der Kunsthistoriker Dr. Joseph Lammers hatte acht Jahre – bis 1983 – am Westfälischen Landesmuseum gearbeitet und wechselte dann in die Denkmalpflege. Dort war er unter anderem mehr als ein Jahr für Münster zuständig. Städtebau und Architektur bildeten den Schwerpunkt seiner Arbeit. Lammers beschäftigte sich auch mit dem Wiederaufbau etwa von Münster und Coesfeld. In seinem Vortrag nach dem Donnerstagsfrühstück wird Lammers auf zum Teil konkurrierende Planungen und Vorstellungen eingehen, die dem Wiederaufbau Münsters zugrunde lagen, aber zumeist noch vor dem Krieg entwickelt wurden. Bedeutete der Wiederaufbau wirklich ein ’neues Münster‘ – oder ist die alte Stadt wieder entstanden?

Donnerstag, 6. November 2014, 10 Uhr

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Bilder und Filme aus dem Backhaus

Meine Bilder, meine Filme – dieses unregelmäßig, aber immer freitags nachmittags angebotene Programm präsentiert diesmal Filme vom – wie immer gelungenen – Sommerfest und der Theateraufführung Trouble In The Red Lion, die zu einem herausragenden Erfolg des Monday Morning Talk unter Leitung von Brita Kurth geriet.

Freitag, 24. Oktober, 15 Uhr

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Der Club der toten Dichter

Der neue Englischlehrer John Keating (Robin Williams) verblüfft Schüler und Kollegen des streng konservativ geführten Elite-Internats Welton Academy mit unkonventionellen Methoden. Nicht stupides Stoffpauken und starres Beharren auf überkommenen Normen, sondern Förderung individueller Persönlichkeiten durch Originalität und Kreativität sind Keatings Ziele als Lehrer. Damit gerät er in Konflikt mit Kollegen, Schulleitung und Eltern. Keine Katheder-Pädagogik: Robin Williams als Englischlehrer John Keating Der 1989 unter der Regie von Peter Weir entstandene Spielfilm (Dead Poets Society) trug maßgeblich zum Weltruhm des Schauspielers und Komödianten Robin Williams bei. Seine Kunst beglückte unendlich viele Menschen; sein eigenes Leid konnte Robin Williams nur durch Selbsttötung beenden. In der Reihe Der besondere Film erinnert Prof. Dr. Ferdinand Menne an den herausragenden Künstler und Menschen Robin Williams (1951-2014).

Donnerstag, 23. Oktober 2014, 15 Uhr

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Anstand: gibt’s den noch?

Ein junger Politiker erklärte, die Alten in unserer Gesellschaft verhielten sich „unanständig“ – sie schmälerten die Chancen der Jüngeren, etwa bei den Renten. Von alten Menschen kann man hören, die Jungen besäßen „keinen Anstand mehr“ – weder im persönlichen Umgang noch im öffentlichen Auftreten. Ein Soziologe titelte ein Buch Die unanständige Gesellschaft, meinte aber nicht Banken und Bänker, sondern Schamlosigkeit und Selbstentblößung im Internet. All das fordert dazu heraus, das Wort Anstand einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu bietet Professor Dr. Ferdinand Menne beim Thema des Monats (diesmal statt Buch des Monats) Gelegenheit. Die Gesprächsteilnehmer sollen mit ihren positiven und negativen Erfahrungen zum Thema Anstand zu Wort kommen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014, 10 Uhr

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Nadine Gordimer: Schreiben gegen die Apartheid

Im Juli 2014 starb die 1923 in der Nähe von Johannesburg geborene Nadine Gordimer. Sie zählt zu den großen Autorinnen und Autoren des modernen Südafrikas. Ihre weltweit bekannten Romane und Erzählungen haben vor allem die Apartheidpolitik und deren Auswirkung auf die Menschen ihrer Heimat zum Thema. Nadine Gordimers vielfach international ausgezeichnetes literarisches Schaffen wurde 1991 mit dem Nobelpreis gekrönt. Nadine Gordimer unternahm ausgedehnte Reisen in Afrika, Europa und Amerika. Sie verstand sich nicht als politische Propagandistin, sondern wollte psychologische und gesellschaftliche Konfliktsituationen differenziert darstellen. Dabei ließ sie sich nicht vor ideologische Karren spannen, musste aber Schreibverbote hinnehmen und kämpfte gegen die südafrikanischen Zensurgesetze. Monika Pfützenreuter stellt Leben und Werk von Nadine Gordimer im Literaturkreis vor.

Freitag, 10. Oktober 2014, 15 Uhr

 

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Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung – an alles gedacht?

Alter, Krankheit, Unfall – wer trifft notwendige Entscheidungen, wenn man nicht mehr für sich selbst sorgen kann? Wer geht zu Behörden, wer zur Bank? Wer kümmert sich um medizinisch Erforderliches? Wer auf diesen Gebieten nicht vorsorgt, bekommt per Gesetz einen Betreuer gestellt. Daher empfiehlt es sich, zeitig entsprechende Regelungen zu treffen. Rechtsanwältin Katharina Kroll (Schwerpunkt: Erbrecht) informiert beim Donnerstagsfrühstück über Inhalt und Voraussetzungen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Wer zudem vermeiden will, dass seine Erbfolge nach den Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geschieht – oft mit unerwünschten Folgen -, sollte per Testament oder Erbvertrag seinen letzten Willen juristisch wasserdicht machen und seinen Nachlass individuell planen.

Donnerstag, 2. Oktober 2014, 10 Uhr

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„The Big Easy – Der große Leichtsinn“

Einen außergewöhnlichen Kriminalfilm aus dem Jahr 1987 serviert Hans Kurth in der Reihe Meine Bilder, meine Filme: The Big Easy – Der große Leichtsinn. Regisseur war Jim McBride (sein größter Erfolg); Daniel Petrie Jr. schrieb das Drehbuch, und in den Hauptrollen sind Dennis Quaid und Ellen Barkin zu sehen als korrupter Polizist Remy McSwain und die gegen ihn ermittelnde Staatsanwältin Anne Osborne.

Korruption auf die leichte Schulter nehmen oder nicht, fragen sich Anne Osborne (Ellen Barkin) und Remy McSwain (Dennis Quaid)

Das Lexikon des internationalen Films urteilt über The Big Easy folgendermaßen: „Furios inszenierter, für Freunde des Genres attraktiver Polizei-Krimi, der seine moralische Botschaft ebenso witzig wie spannend umsetzt.“

Freitag, 26. September 2014, 15 Uhr

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Das Ende des Schweigens

Auf vielfachen Wunsch zeigt Prof. Dr. Ferdinand Menne in der Reihe Der besondere Film  noch einmal den 1995 gedrehten Schweizer Spielfilm Broken Silence von Wolfgang Panzer. Der Film handelt vom Kartäusermönch Fried Adelphi. Fried erhält von seinem Prior den Auftrag, die in Indonesien lebende Eigentümerin des Klostergrundstücks wegen der Verlängerung eines Erbpachtvertrags aufzusuchen. Der Mönch wird von seinem Schweigegelübde entbunden und muss sich mit der seit über 20 Jahren nicht mehr wahrgenommenen Welt außerhalb der Klostermauern auseinandersetzen.

Von der Schweiz nach Indonesien via Indien: Fried Adelphi auf dem Weg zu sich selbst. Ashaela begleitet den Karthäusermönch

Das ist mit vielerlei Problemen verbunden, etwa Frieds Flugangst. Sie zwingt ihn, das Flugzeug schon in Delhi zu verlassen. Gemeinsam mit seiner Sitznachbarin Ashaela versucht er, die Reise auf dem Land- und Seeweg fortzusetzen. Seine Erlebnisse und Nöte beichtet er später einem weltzugewandten Pfarrer in New York. Fried empfindet seine Geschichte als Reise zu sich selbst.

Donnerstag, 25. September 2014, 15 Uhr

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Leben im Kloster – warum?

Klöster sind nicht nur Teil christlicher Kultur, sondern finden sich auch in Hinduismus, Buddhismus und im Judentum. Der Islam kennt zumindest bestimmte Formen der Askese, wenn auch zumeist keine zölibatären.

Prof. Dr. Ferdinand Menne stellt sich und seinem Auditorium Fragen rund ums Klosterleben. Wer tritt heute in ein Kloster ein – und

warum? Was bietet ein Kloster, ‚die Welt‘ aber nicht? Für wen und warum ist ein ‚Kloster auf Zeit‘ attraktiv? Kann man die evangelischen Räte noch ohne Krampf leben? Gibt es Unterschiede zwischen Frauen- und Männerklöstern? Wer gibt warum das Klosterleben wieder auf?

Die Literatur zu diesem Thema ist kaum überschaubar. Ferdinand Menne stellt gleich drei Titel in der Reihe Das Buch des Monats vor: Susanne Aernecke: Komm mit, ich liebe dich. Eine Abenteuerreise in die Demut. Michaela Vieser: Tee mit Buddha. Mein Jahr in einem japanischen Kloster. Johannes Werner (Hrsg.): Vom mönchischen Leben. Geschichte einer Sehnsucht.

Donnerstag, 18. September 2014, 10 Uhr

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Bis heute à la mode: Coco Chanel

Coco Chanel (1883-1971) hat Modegeschichte geschrieben – ihre Ideen prägen die Mode bis heute: die funktionelle Kleidung mit kurzem Rock, das Kleine Schwarze oder das Chanel-Kostüm. Gabrielle Bonheur Chanel – so ihr bürgerlicher Name – stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Mit zwölf Jahren kam sie in ein Waisenhaus, wo sie zur Näherin ausgebildet wurde. 1913 gründete sie ihr heute noch bestehendes Unternehmen Chanel. Neben ihrer Tätigkeit als Schneiderin trat sie auch als Sängerin auf. Coco Chanel ließ sich jahrelang von Liebhabern aushalten, mit deren finanzieller Unterstützung sie Modesalons eröffnen konnte. Ihre schlichten, stilvollen Kostüme, Hüte und Taschen sowie ihr Modeschmuck machten sie weltberühmt und reich. Ihr Name lebt als Marke weiter, auch im Parfum Chanel N° 5. Seit 1983 arbeitet Karl Lagerfeld für Chanel. Ihre Rolle als Agentin der deutschen Abwehr während der Besatzungszeit (1940-1944) wird in ihren Biografien meist übergangen. Einige von ihnen stellt Brunhild Reuter im Literaturkreis vor.

Freitag, 12. September 2014, 15 Uhr

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„Bewegt älter werden“

Gesund alt werden: Wer möchte das nicht? Geht das nur mit Glück, günstigem Schicksal und medizinischem Geschick? Oder spielen Sport und Bewegung, also körperliche Aktivität, sowie Lebensstil eine Rolle, um gesund älter zu werden?

Vom Sport bewegter Emeritus: Klaus Völker

Professor Dr. Klaus Völker zeigt beim Donnerstagsfrühstück, wie die Herausforderung des Alterns in Gesundheit anzunehmen ist. Der Lehrstuhlinhaber für Sportmedizin an der Universität Dortmund und – von 1997 bis zu seiner Emeritierung 2014 – Direktor des Instituts für Sportmedizin am Universitätsklinikum Münster weiß, dass ab dem vierten Lebensjahrzehnt Herz-Kreislaufsystem, Stütz- und Bewegungsapparat sowie Muskulatur weniger leistungsfähig und belastbar werden – Störfaktoren auf dem Weg zum gesunden Altern. Das Niveau biologischer Abbauprozesse lässt sich aber beeinflussen: Bleibende Kraft und Mobilität können die Selbständigkeit im Alter erhalten. Seelische Gesundheit spielt dabei ebenso eine Rolle wie Bewegung und Sport in Gruppen, also soziale Aktivität. Wer dafür offen ist, lernt die Vielfalt von Sport und Bewegung immer mehr zu schätzen – und wird bewegt älter.

Donnerstag, 4. September 2014, 10 Uhr

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Meine Bilder – meine Filme

Der Mann, der Liberty Valance erschoss

Heldenmythos und Hintergrund

Nationen haben ihre Mythen – auch vergleichsweise ‚junge Nationen‘ wie die US-Amerikaner. Ihr Mythos ist die Geschichte der Landnahme und Besiedelung der riesigen Prärie in der Mitte des Kontinents, die Überwindung des Felsengebirges und das Erreichen der Pazifikküste – kurzum: der Westen, der mit seinen vielen Konflikten weltweit als Wilder Westen berühmt und berüchtigt wurde. Um ihn ranken Tausende von Erzählungen, oft mit wahrem Kern, aber genauso oft verklärend und romantisierend. Seinen populärsten Ausdruck fand der Mythos ‚Westen‘ im Western, einem Filmgenre, mit dem die USA unverwechselbar zur Geschichte der Kinokultur beitrugen. Rechtsanwalt Ransom Stoddard (James Steward, r.) übt sich – eher unwillig und ungelenk – an seinem Lehrmeister Tom Doniphan  (John Wayne) im Faustrecht der Prärie Als Klassiker dieses Genres gilt Der Mann, der Liberty Valance erschoss. 1962 von Altmeister John Ford (1894-1973) in Schwarz-Weiß gedreht, zeigt er, wie sich auch um einen Menschen ein Mythos bilden kann, weil ihm fälschlich eine Heldentat zugeschrieben wird. Ransom Stoddard (James Steward) möchte als junger Anwalt lieber mit dem Gesetzbuch als mit dem Colt für Recht im Westen sorgen, erkennt aber, dass das unter den herrschenden Bedingungen unrealistisch ist. Er übt sich im Schießen, ohne es so zu lernen, dass er das Städtchen Shinbone vom Terror des gedungenen Banditen Liberty Valance (Lee Marvin) befreien könnte. Das besorgt Rancher Tom Doniphon (John Wayne) – mit einem Schuss aus dem Hinterhalt. Den Ruhm überlässt er Stoddard, der darauf seine Karriere als Politiker baut. Martin Stadtler präsentiert den spannenden, aber auch zum Nachdenken anregenden Film in der Reihe Meine Bilder – meine Filme am

Freitag, 29. August 2014, um 15 Uhr

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Christa Wolfs Nachdenken über den geteilten Himmel

Wie kaum jemand sonst steht Christa Wolf (1929-2011) für die Literatur im geteilten Deutschland. Präsent und preisgekrönt in Ost und West, aber auch heftig kritisiert in beiden Lagern, darüber hinaus in der DDR unter ständiger Beobachtung, außerdem wichtiger Aufgaben in Schriftstellerorganisationen enthoben, gleichwohl Mitglied der SED von 1949 bis 1989 und mit Reisemöglichkeiten in Westländer privilegiert, war die deutsche Spaltung ein zentrales Thema ihres Schaffens. Seit 1962 als Autorin freiberuflich tätig, erschien 1963 ihr Roman Der geteilte Himmel. Er spielt unmittelbar vor und nach dem Mauerbau im August 1961. Manfred nutzt kurz vor Toresschluss die Gelegenheit, sich über die damals noch offene Grenze nach West-Berlin abzusetzen. Seine Freundin Rita versucht vergeblich, ihn zur Rückkehr zu bewegen und bleibt trotz der ihr bewussten Mängel in der DDR. 1968 veröffentlichte Christa Wolf ihren autobiografisch geprägter Roman Nachdenken über Christa T. Die Erzählerin ist seit Ende des zweiten Weltkriegs mit Christa T. befreundet, verliert sie jedoch aus den Augen. Christa T. stirbt mit 35 Jahren an Leukämie, hinterlässt aber Aufzeichnungen, aus denen sich die Erzählerin ein Bild ihrer Freundin machen will. Die DDR-Kulturbehörden sahen in dem Werk die „Gefahr ideologischer Desorientierung.“ Hildegard Mengelberg und Brunhild Reuter stellen die Autorin und ihre beiden Werke im Literaturkreis vor.

Freitag, 15. August 2014, 15 Uhr

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Kleiner Flohmarkt im Alten Backhaus Senioren bieten Raritäten an

Unabhängig von der schrecklichen Regenflut, die auch manchen von uns heimgesucht hat: Es ist mal wieder an der Zeit, in den eigenen vier und mehr Wänden Platz zu schaffen und den Hausrat neu zu ordnen

Deshalb besteht am Samstag, 9. August, Gelegenheit im Backhaus Dinge anzubieten, die man gern in anderen Händen besser aufgehoben wüsste, oder Interessantes und Schönes zu erwerben. Unser Flohmarkt findet von 11 bis 17.30 Uhr im Begegnungsraum  statt.

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Am Herd und im Leben: Bella Martha

Frankreich und Italien stehen für große, jedoch recht unterschiedliche Kochtraditionen und weltberühmte Gerichte. Lässt sich französisches Raffinement mit der stark regional geprägten, mediterranen Küche Italiens an einem Restaurantherd vereinbaren? Ins Gehege kommen sich jedenfalls Martha (Martina Gedeck), die anspruchsvolle Küchenchefin eines französischen Restaurants, und der italienische Koch Mario (Sergio Castellitto), der Martha während einer Abwesenheit vertreten soll. Ursache der Turbulenzen ist auch die achtjährige Lina, Marthas Nichte, deren Mutter bei einem Autounfall um Leben kam und die jetzt bei Martha lebt.

Französische und italienische Kochtradition an einem Herd? Ein Problem für Bella Martha (Martina Gedeck, r.) und Mario (Sergio Castellitto), weniger für die achtjährige Lina (Maxime Forste)

Lina möchte ihren Vater, einen Italiener, kennenlernen; Martha hilft ihr bei der Suche. Das bringt das Leben der Köchin durcheinander. Der 2001 von Sandra Nettelbeck als Regisseurin und Drehbuchautorin verantwortete, auch international erfolgreiche Spielfilm Bella Martha ist eine romantische Komödie über die kleinen und großen Hindernisse des Lebens. Es gibt kein Rezept, aber jede Menge Zutaten … und am Ende schmeckt es allen Beteiligten. Catherine Schröder stellt Bella Martha in der Reihe Meine Bilder, meine Filme vor.

Freitag, 1. August 2014, 15 Uhr

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Päpstin Johanna

Eine nach wie vor die Fantasie historisch interessierter Zeitgenossen beflügelnde Legende aus dem Mittelalter behauptet, dass im 9. Jahrhundert, also vor rund 1200 Jahren, eine junge Frau namens Johanna es in ihrem religiösen Eifer geschafft haben soll, als Mann verkleidet in die höchsten Ränge der römischen Kirchenhierarchie aufzusteigen, um schließlich zum Papst gewählt zu werden.

Auf dem Weg an die Spitze der Kirchenhierarchie: Liv Ullmann als Johanna und Maximilian Schell als Pater Adrian im britischen Spielfilm Papst Johanna (1972)

Ob Wahrheit oder Mythos (die Fachhistoriker tendieren zu Letzterem ): Der Stoff ist allemal eine Verfilmung wert. Unter der Regie von Michael Anderson entstand 1972 der britische Historienfilm Papst Johanna – mit Liv Ullmann als Johanna und Maximilian Schell als Pater Adrian. Für Professor Dr. Ferdinand Menne Anlass genug, den viel Diskussionsstoff bietenden Streifen in der Reihe Der besondere Film zu präsentieren.

Donnerstag, 24. Juli 2014, 15 Uhr

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Schon vergessen? Heinrich Böll

Heinrich Böll (1917-1985) erhielt 1972 den Literaturnobelpreis. Das Werk des aus einer katholischen Handwerkerfamilie stammenden und mit dem rheinischen Katholizismus bestens vertrauten Autors ist stark von Erfahrungen des  Zweiten Weltkriegs, der Nachkriegszeit und den Jahren des Wiederaufbaus, des sogenannten Wirtschaftswunders, geprägt. 1951 gewann Böll den Preis der Gruppe 47.

Heinrich Böll

Die Not der Kriegs- und Nachkriegsjahre, aber auch die zunehmend saturiert und unsensibel wirkenden Gesellschaftsschichten beschäftigten Böll in seinen Erzählungen, Romanen, Satiren und Essays. Werke wie Haus ohne Hüter, Billard um halb zehn oder Dr. Murkes gesammeltes Schweigen markieren die fünfziger Jahre. Ansichten eines Clowns, Gruppenbild mit Dame und Die verlorene Ehre der Katharina Blum behandelten Fragen und Konflikte der späteren, bereits etablierten Gesellschaft der Bundesrepublik. Heinrich Böll legte sich als Pazifist und Moralist oft mit Politik und Kirche an. Seine Werke – zumeist Bestseller – wurden in viele Sprachen übersetzt; seine ästhetisch einfach gehaltenen Texte dienen Deutschlernenden als Lektüre. Heute ist es etwas still um ihn geworden – umso mehr Grund für Monika Pfützenreuter, im Literaturkreis an Person und Werk Heinrich Bölls zu erinnern.

Freitag, 18. Juli 2014, 15 Uhr

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Maximilian Schells Flug über dunkle Täler

Der Anfang des Jahres verstorbene Schauspieler Maximilian Schell (*1930) war als ‚kleiner Bruder‘ von Maria Schell mindestens so groß wie seine Schwester. Der Titel seiner Autobiografie Ich fliege über dunkle Täler deutet an, dass in seinem Leben nicht alles so glatt verlief, wie einem international renommierten Filmstar gern unterstellt wird. Professor Ferdinand Menne stellt die Lebensbeschreibung des Künstlers als Buch des Monats vor. Maximilian Schell verstand sich als „unentwegt Lernender“, sogar als „Komiker“, und spricht in seinem Buch von dem, was ihn ergriffen hat und wie ein ‚Weltstar‘ handelt und behandelt wird. Er sagt über sich: „Ich halte mich für einen einfachen Menschen. Wie alle schwierigen Menschen.“

Donnerstag, 17. Juli 2014, 10 Uhr

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Energiewende – für wen oder was?

Die Energiewende ist spätestens seit dem Reaktorunfall in Fukushima ein Thema, das sogar die Spitzen der deutschen Politik erreichte und zu – für viele überraschende – Entscheidungen führte: ein Schlüsselthema, das auch die Zukunft fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas betrifft. Gesucht wird ein Energiesystem mit Zukunft, das ausreichend bezahlbare Energie produziert und dazu beiträgt, einen möglichen Klimakollaps zu verhindern.

Franz Hantmann

Diplom-Ingenieur Franz Hantmann beschäftigt sich seit 40 Jahren mit alternativen Energien und hat Photovoltaik-Anlagen sowohl für den privaten Strombedarf in Einfamilienhäusern als auch in Industriebetrieben projektiert. Seine langjährige Berufspraxis macht ihn kompetent, beim Donnerstagsfrühstück zur Frage Lohnt sich die Energiewende? Stellung zu nehmen – und zwar gleichermaßen aus ökologischer wie ökonomischer Sicht.

Donnerstag, 3. Juli, 10 Uhr

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Moderne Zeiten à la Chaplin

Charles ‚Charlie‘ Chaplin hielt den Tonfilm für „Quatsch“: Er torpediere das „schöne große Schweigen“. Im berühmten Spielfilm Moderne Zeiten – gedreht 1936, als der Tonfilm längst etabliert und technisch ausgereift war – zeigt Chaplin, wie ein Mensch buchstäblich unter die Räder gerät: die Zahnräder aus dem unmenschlichen Getriebe neuzeitlicher Produktionstechnik.

Moderne ZeitenCharlie, der ewige Tramp, kann sich im Räderwerk moderner Produktionstechnik kaum behaupten

Dem Film wurde in den USA ungerechtfertigterweise eine kommunistische Tendenz unterstellt. Das führte dazu, dass der britische Staatsbürger Chaplin unamerikanischer Umtriebe bezichtigt wurde und 1952 auf Betreiben seines Intimfeinds, des FBI-Chefs Edgar Hoover, von einem Aufenthalt in England nicht mehr in die USA zurückkehren durfte. Professor Ferdinand Menne zeigt Moderne Zeiten in der Reihe Der besondere Film am

Donnerstag, 26. Juni 2014, um 15 Uhr

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Charlie Chaplin: der berühmteste Mann der Welt

Charlie Chaplin (1889-1977) kennt immer noch nahezu jeder – rund um den Globus. Kein Wunder, dass er als der berühmteste Mann der Welt galt – und vielleicht noch gilt. Dazu hat ihn seine Jahrhundertrolle als Tramp gemacht: der kleine Mann, auf dem alle herumtrampeln – und der sich doch mit Pfiffigkeit und atemberaubendem Geschick selbst aus den misslichsten Lagen zu befreien weiß und immer ein Herz für andere Leidende hat – eine Identifikationsfigur, wie sie sich kaum besser darstellen ließ.

Blickte auf ein langes und bewegtes Leben zurück: Charles ‚Charlie‘ Spencer Chaplin

Prof. Ferdinand Menne hat Chaplins Autobiografie Die Geschichte meines Lebens zum Buch des Monats gewählt und wird wichtige Stellen daraus vorlesen.

Achtung: neuer Termin!

Die Veranstaltung ist wegen des Fronleichnamsfestes ausnahmsweise schon am

Mittwoch, 18. Juni 2014, um 15 Uhr

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Allein in Indien – und doch wohlgeborgen

Vier Wochen in einer Brahmanen-Familie

Im Juni 2008 – zur schönsten Monsunzeit mit extremen Regenfällen und schwül-heißer Luft – gönnte sich Dorothee Stüttgen eine Ayurveda-Kur in einem abgelegenen Dorf des südindischen Bundesstaates Kerala. Sie folgte einer Empfehlung ihres Sohnes, der die Betreiber-Familie eines Ayurveda-Hospitals in der Nähe der Stadt Cheruvandoor kannte, und genoss die entspannende Wirkung einer Behandlung nach den Regeln des Ayurveda (Wissen vom Leben), der altindischen Gesundheitslehre.

Landesüblich in Saris gewandet: Dorothee Stüttgen und ihre Gastgeberin Thankamma

Den Aufenthalt unter klimatisch und sprachlich schwierigen Bedingungen sowie einem fordernden Anwendungsprogramm bewältigte Dorothee Stüttgen allein – ohne von Mitreisenden oder gar Reiseführern sicher begleitet zu werden. An ihrer wichtigsten Erfahrung, dank der überaus herzlichen Aufnahme durch ihre Gastgeber und die Bevölkerung des kleinen Ortes keineswegs allein gewesen zu sein, lässt sie uns mit weiteren Eindrücken von ihrer spannenden Reise im Rahmen des Programms Meine Bilder – meine Filme teilhaben.

Freitag, 6. Juni 2014, 15 Uhr

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Aktiv für Münster – aktiv für Eine Welt

Ursula Stroot und Erwin Stroot

Ursula und Erwin Stroot sind nicht nur in Münster weithin bekannt: Für ihr soziales Engagement in Münster (Café Hansahof, Wohnen für Hilfe) und in Peru erhielten sie vor  kurzem das Bundesverdienstkreuz aus der Hand von Oberbürgermeister Markus Lewe. Wenn die Stroots zu Gast beim nächsten Donnerstagsfrühstück sein werden, haben sie gerade – einmal mehr – eine Reise nach Peru hinter sich. Es galt, in einer abgelegenen Andenregion eine größere Summe Spendengelder, unter anderem aus einer WN-Aktion, ihrem Rundum-Projekt zu bringen.

Engagement in Münster und in Peru: Ursula und Erwin Stroot

Gefördert werden damit Internate, die den Kindern weitere vier Jahre Schulbesuch und Berufsvorbereitung ermöglichen. Zu diesem von den Stroots unterstützten Projekt gehört außer dem Schulbau selbst auch die Einrichtung von Küche, Wasserversorgung und einem Gewächshaus zum Anbau von frischem Gemüse für die Schüler. Sie erhalten zudem Basiswissen zur Ziegen-, Forellen- und Meerschweinchenzucht.

Beim Schulprojekt in Peru

Aber auch große und kleine Reparaturarbeiten fallen immer wieder an: Ursula und Erwin Stroot haben in Peru stets viel zu tun – und zu erzählen, wenn sie im Alten Backhaus zum Donnerstagsfrühstück kommen.

Donnerstag, 5. Juni 2014, 10 Uhr

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Das Treffen im Backhaus

zu einer Erzählung von Günter Grass

Wer aus Münster und Umgebung kommt und sich für Literatur interessiert, sollte zumindest davon gehört haben, obwohl es nie stattfand: Das Treffen in Telgte. Günter Grass erfand es 1978 für seine gleichnamige, 1979 erschienene Erzählung. Sie schildert die – fiktive – Begegnung  21 deutschsprachiger Literaten und Musiker, die der Autor 1647 in Telgte ansiedelt. Alle Figuren der Erzählung haben 1647 tatsächlich gelebt und werden auch in Bezug auf ihr Lebensalter historisch korrekt vorgestellt. Seit 1644 verhandelten im benachbarten und vom Dreißigjährigen Krieg verschont gebliebenen Münster sowie in Osnabrück die Kriegsparteien, um den schrecklichen Krieg endlich zu beenden. 1648 konnten sie den Westfälischen Frieden abschließen. In der Erzählung wollen die nach Telgte gereisten Künstler trotz ihrer unterschiedlichen, zum Teil gegensätzlichen Charaktere und Ansichten gemeinsam eine Friedensresolution beschließen, um die Verhandlungen zu beschleunigen.

Günter Grass

Für das der Fantasie entsprungene Treffen in Telgte nahm sich der 1927 in Danzig geborene und 1999 mit dem Literaturnobelpreis geehrte Günter Grass die ihm bestens vertrauten Tagungen der Gruppe 47 zum Vorbild. Kein Zufall, dass Grass die Handlung seiner Erzählung genau 300 Jahre vor dem ersten Treffen der Gruppe spielen lässt. Bis 1967 lasen nahezu jährlich die dazu Eingeladenen aus ihren neuesten Werken vor und stellten sich dem – oft harschen – Urteil der übrigen Teilnehmer. Dass es bei den Gruppentagungen – wie in der Erzählung – auch ‚menschelte‘, versteht sich von selbst. Im Literaturkreis spricht Martin Stadtler über die Erzählung, ihren Hintergrund und den Autor Günter Grass.

Freitag, 23. Mai 2014, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Noch einmal Paul Klee:

Die Stille des Engels

Der Grafiker und Maler (sowie Musiker und Literat) Paul Klee hat in seinen knapp 60 Lebensjahren rund 9000 Werke hinterlassen und mit ihnen Weltruhm erlangt. Der Dokumentarfilmer, Grafiker und Maler Michael Gaumnitz zeigt mit Die Stille des Engels (2005) eine Bildergalerie des Ausnahmekünstlers Klee und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in dessen „poetisches Universum“. Paul Klee hatte schon 1920 festgestellt: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Paul Klee: ein Meister der Farbkomposition mit vielen Zwischentönen

Michael Gaumnitz, geboren 1947 in Dresden, kam als Anderthalbjähriger mit seinen Eltern ins lothringische Sedan und wurde französischer Staatsbürger. Nach einer Ausbildung zum Koch studierte er an Kunstakademien in Berlin und Paris. Bekannt wurde er mit seiner Video-Malerei. Gaumnitz‘ Dokumentarfilme spiegeln oft seinen Bezug zu Kultur und Geschichte Frankreichs und Deutschlands wider.

Michael Gaumnitz

In der Reihe Der besondere Film führt Prof. Ferdinand Menne in die Die Stille der Engel ein und stellt den Film zur Diskussion.

Donnerstag, 22. Mai 2014, 15 Uhr

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Engel zwischen Hoffnung und Vergesslichkeit

Eine frohe Botschaft vorab: Prof. Dr. Ferdinand Menne nimmt nach längerer Pause seine Veranstaltungsreihen Buch des Monats und Der besondere Film wieder auf. Den Anfang macht er am Donnerstag, 15. Mai, mit dem Buch des Monats. Dabei handelt es sich diesmal um Die Engel von Paul Klee des als freier Autor arbeitenden und in Berlin lebenden Kunsthistorikers Boris Friedewald (*1969). Das Buch erschien 2011.

Boris Friedewald: Kunsthistoriker und Autor

Paul Klee (1879-1940), als deutscher Staatsbürger in der Schweiz geboren und gestorben, lässt sich als Künstler schwer einordnen. Er war mit Franz Marc und August Macke befreundet, arbeitete seit 1920 am Bauhaus in Weimar, später Dessau, und seit 1931 als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Kunst galt nach 1933 als ‚entartet‘; Klee musste die Akademie verlassen und ließ sich mit Familie in Bern nieder. Schon als Kind und zeit seines Lebens zeichnete und malte Paul Klee Engel-Bilder. Engel waren für ihn präsent – auch ohne religiösen Bezug. Klees Spektrum dieses Motivs ist breit und reicht vom Engel voller Hoffnung bis zum Vergesslichen Engel. Engel galten ihm nicht als „esoterisches Geflügel“, sondern als Statthalter eines die alltägliche Banalität überschreitenden Gefühls. „Einst werd ich liegen im Nirgend bei einem Engel irgend“, sagt Paul Klee in einem seiner Gedichte.

Donnerstag, 15. Mai 2014, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Gegen müde Muskeln und klapprige Knochen

Wenn Krankheiten, Unfälle, angeborene Störungen oder Fehlverhalten die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit älterer Menschen beeinträchtigen, kann die Physiotherapie helfen. Der Physiotherapeut und Manualtherapeut Daniel Tews praktiziert verschiedene aktive und/oder passive Behandlungsformen, die Schmerzen beseitigen, gesunde Bewegungsabläufe wiederherstellen und unausgewogene Muskelkraftverhältnisse ausgleichen.

Daniel Tews

Beim Donnerstagsfrühstück spricht Heilpraktiker und Diplom-Sportlehrer Daniel Tews (*1966), der in Münster eine eigene Praxis betreibt,  über die häufigsten körperlichen Beschwerden des Alters und erläutert seine ganzheitlichen Therapien zur Heilung und Verbesserung der Lebensqualität im Alltag.

Donnerstag, 8. Mai 2014, 10 Uhr

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Vernissage im Alten Backhaus:

Acryl, Skulpturen, Theater

Erstmals verbindet unsere von Brita Kurth und Brunhild Reuter geleitete Malgruppe die öffentliche Vernissage ihrer neuesten Werke mit Spielszenen, die der Theaterworkshop unter Leitung von Lisa Kemme erarbeitet hat. Die Veranstaltung – übrigens die zehnte unter künstlerischer Begleitung von zunächst Marie-Luise Reuter und Bernhard Scholz, inzwischen Wolfram Meyer-Bautor – findet am Samstag, 12. April, ab 11 Uhr statt. Dem Publikum wird die Eröffnung mit einigen selbst hergestellten Häppchen zusätzlich schmackhaft gemacht. Jürgen  und Joachim Puppa sorgen für Livemusik.

BBK – textile Fantasien in Acryl von Brunhild Reuter

Die in Acrylfarben und Monotypietechnik gefertigten Bilder der Gruppe stehen unter dem Motto Anziehendes. Der Doppelsinn des Themas verweist darauf, dass sich die Künstlerinnen und Künstler von Kleidungsstücken zu attraktiven Bildern inspirieren ließen. Hinzu kommen abstrakte wie figürliche Skulpturen aus Zeitungspapier (Pappmaché), die unter Anleitung des Künstlers Rüdiger Schwahn geformt wurden.

Der Bücherfresser aus dem Skulpturen-Projekt genießt Ernest Hemingways Roman Wem die Stunde schlägt.

Die Teilnehmer des Theaterworkshops ließen sich dazu anregen, ihre beim Betrachten und Reflektieren der Kunstobjekte entstandenen Empfindungen und Assoziationen in einige Spielszenen umzusetzen. Dabei gelang es Lisa Kemme, in enger Zusammenarbeit und intensivem Austausch mit den Akteuren die ‚Bilder einer Ausstellung‘ mimisch, sprachlich und akustisch zu begleiten. „Ich war auf der Suche nach Senioren, die sich am darstellenden Spiel begeistern – und bin dabei im Alten Backhaus gelandet“, freut sich die junge Theaterpädagogin.

Theaterpädagogin Lisa Kemme

Die Theaterszenen werden am Samstag, 12. April, ab 12.30 Uhr, und am

Sonntag, 13. April, ab 16 Uhr zu sehen sein.

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Christa Wolf

Autorin zwischen Ost und West

Christa Wolf (1929-2011) gehörte zu den namhaftesten Schriftsteller-Persönlichkeiten ihrer Zeit. Ihre gleichermaßen von Sympathie für den Sozialismus wie kritischer Distanz zu seiner Realität in der DDR geprägte Kunst brachte ihr viele Ehrungen und Preise in beiden deutschen Staaten ein, aber auch Missverständnisse im Westen und Ärger im Osten. Als Mitunterzeichnerin des „Offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns“ musste sie 1977 den Vorstand der Berliner Sektion im Schriftstellerverband der DDR verlassen, erhielt aber 1987 den Nationalpreis 1. Klasse der DDR. Ihr neben Nachdenken über Christa T. (1968 nach Schwierigkeiten und nur in kleiner Auflage verlegt)  bekanntester Roman Der geteilte Himmel erschien 1963. Er beschreibt die konfliktträchtige und viele Menschen in einen Zwiespalt stürzende Situation, als in Berlin vor dem Mauerbau der Wechsel zwischen Ost und West noch möglich war.

Nachdenken über sich und andere, über Ost und West: Christa Wolf

Christa Wolf (geborene Ihlenfeld) hatte Germanistik studiert (Diplomarbeit bei Hans Mayer in Leipzig) und als Lektorin in mehreren Verlagen sowie als Redakteurin der Zeitschrift neue deutsche literatur gearbeitet. Sie war seit 1951 mit dem Autor Gerhard Wolf verheiratet und hatte zwei Töchter. Im Literaturkreis erzählt Monika Pfützenreuter mehr zu Christa Wolfs literarischem Werk, ihrer Persönlichkeit und ihrem politischen Leben,.

Freitag, 11. April 2014, 15 Uhr

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Neu: Meine Bilder – meine Filme

Neues Angebot, erstmals  am Freitag, 28. März, 15 Uhr: Backhaus-Mitglieder haben jetzt die Möglichkeit, Bilder und Filme zu zeigen, die ihnen – sozusagen – am Herzen liegen, aber darüber hinaus auf allgemeines Interesse stoßen könnten. Ob Reisefotos, Aufnahmen sehenswerter Objekte, zum Beispiel Natur- und Kulturdenkmäler, historische oder moderne Architektur und Ähnliches mehr, aber auch Dokumentar- und Spielfilme. Den Anfang machen Brita und Hans Kurth, die mit Fotos Eindrücke ihrer Reise nach Indien und an den Persischen Golf vom März 2014 – Motto: Von Delhi nach Dubai. Die Veranstaltungen erfolgen immer in Verbindung mit kleinen Vorträgen und Gelegenheit zu Diskussion und Gedankenaustausch.

Ansprechpartner: Hans Kurth, Tel.: 02533 4225

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Alice Munros Tanz der seligen Geister

So lautet der Titel des ersten Erzählbandes von Alice Munro, erschienen 1968, auf Deutsch erst 2010. Das Werk der kanadischen Autorin und Nobelpreisträgerin 2013 enthält 15 Geschichten, die in den 30er bis 50er Jahren spielen, also die Zeit der großen Depression, des Zweiten Weltkriegs und der Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg umfasst.

Alice Munro

Brunhild Reuter stellt im Literaturkreis aus dem Tanz der seligen Geister (Dance of the Happy Shades) insbesondere die Geschichte Jungen und Mädchen vor. Sie handelt vom harten Leben auf einer Silberfuchsfarm. Die Erzählerin beschreibt – präzise und auf das Wesentliche reduziert – Erlebnisse mit ihrem kleinen Bruder, aber auch die Tätigkeiten ihres Vaters, dem sie viel hilft und von ihm anerkannt werden möchte, sowie die mühsame Hausarbeit der Mutter: alles in allem kein idyllisches Landleben. Besonders beschäftigt die gern aus persönlichen Erfahrungen schöpfende, inzwischen 82-jährige Autorin ihre Rolle als Mädchen: In Fantasiegeschichten beweist sie Mut und Kühnheit und möchte mit Heldentaten berühmt werden, muss aber als Realität erkennen: „Ein Mädchen war nicht, wie ich angenommen hatte, einfach das, was ich war – es war, was ich werden musste.“

Freitag, 14. März 2014, 15 Uhr, Begegnungsraum

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„Kommst du zu mir, wenn ich gehen muss?“

Die Hospizbewegung in Münster

Sterben, Tod und Trauer bleiben niemandem erspart. Wer in dieser Situation nicht allein sein will, findet Hilfe und Gesprächspartner im ambulanten Hospizdienst. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizbewegung Münster e.V. unterstützen den Wunsch vieler Menschen, zu Hause im Kreis der Angehörigen zu sterben. Die Hospizbewegung arbeitet eng mit den beiden stationären Hospizen in Münster zusammen. Dieter Broekmann, der Koordinator des Vereins, und Mitarbeiterin Monika Schnapp erklären und schildern beim Donnerstagsfrühstück, wie die Begleitung Schwerstkranker, aber auch deren Angehörigen, aussieht. Die geschulten Mitarbeiter sind bereit, am Krankenbett konkret zu helfen, etwa durch Organisation medizinischer und pflegerischer Versorgung oder Entlastung der Angehörigen. Vor allem aber öffnen sie ihre Ohren für die Nöte und Ängste der Betroffenen in deren Abschiedszeit – und verfügen über die dazu erforderliche Zeit. Beratungen zur Palliativversorgung, das heißt, zu schmerzlindernden Maßnahmen, gehören ebenso zum Spektrum wie das Thema Patientenverfügung.

Donnerstag, 6. März 2014, 10 Uhr, Begegnungsraum

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„Tricks“ mit „Ausreißer“

Alice Munro erhielt 2013 den erste Literaturnobelpreis für Kanada. Die 1931 als Alice Ann Laidlaw zwischen Toronto und Detroit (USA) in der Provinz Ontario geborene und heute in Victoria auf Vancouver Island, British Columbia, lebende Autorin ist durch ihre über 150 Kurzgeschichten berühmt geworden. Sie erschienen in bisher 14 Sammelbänden. Darüber hinaus hat Alice Munro viele noch nicht in Büchern veröffentlichte Geschichten für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben, unter anderem für den New Yorker. Die Mutter von drei Töchtern gilt als Meisterin der Short Story, denen sie eine neue Struktur gab, und erreicht im englischen Sprachraum hohe Auflagen. Ihre Geschichten schlagen durch Treffsicherheit und genaue Beobachtung  die Leser in ihren Bann. Munros Themen sind oft von eigenem Erleben und persönlicher Erfahrung geprägt. Hildegard Mengelberg stellt im Literaturkreis die Erzählung Ausreißer (Runaway) aus dem Sammelband Tricks von 2004 vor. Ein junges Paar betreibt auf dem Land einen Reiterhof. Der Alltag verläuft scheinbar unauffällig, steckt jedoch voller Konflikte und Dramatik.

Freitag, 14. Februar 2014, 15 Uhr, Begegnungsraum

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150 Jahre Porzellanmalerei in Münster

Der Porzellanmaler August Roloff (1897-1931) hat in seinem kurzen Leben ein Stück Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Stadt Münster geschrieben. 1919 gründete er eine Manufaktur, in der er und seine Mitarbeiter extern gefertigtes und zugekauftes, feines Porzellan bemalten und damit den Zeitgeschmack trafen. Blumenmuster, kräftige Rot- und Grüntöne sowie Tierdarstellungen nach Entwürfen des Bildhauers Max Möller waren Roloffs Spezialität. Das von seiner Witwe weitergeführte Unternehmen bestand bis 1955. Seine Produkte waren auch im Ausland sehr gefragt; insgesamt beschäftigte die Manufaktur über 100 Porzellanmaler.

Porzellanmalen erfordert feinstes Fingerspitzengefühl: August Roloff bei der Arbeit

Rainer-Ludwig Daum hat mit seinem Zwillingsbruder Peter Daum Roloff- und anderes in Münster bemaltes Geschirr gesammelt sowie das von 2003 bis 2011 im Haus der Steuerberater, Gasselstiege, untergebrachte Porzellanmuseum gegründet. Derzeit sind diese Unikate provisorisch gelagert: Der Trägerverein, der über 10000 Exemplare aus insgesamt 150 Jahren Porzellanmalerei in Münster besitzt, sucht weiter nach Räumen für eine Dauerpräsentation. Rainer-Ludwig Daum wird beim Donnerstagsfrühstück seinen Zuhörern die Kunst des Porzellanmalens näherbringen – auch anhand von Originalen, die die Kunst August Roloffs zeigen.

Donnerstag, 6. Februar, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Erich Loest – ein deutsches Schicksal

Der Schriftsteller Erich Loest (1926-2013) repräsentiert biografisch wie nur wenige andere Zwiespältiges und Widersprüchliches der deutschen Geschichte. Von der HJ-Aktivität über den (unerfüllt gebliebenen) Wunsch, Mitglied der Waffen-SS zu werden, und seiner zunächst erfolgreichen, dann von sieben Jahren Bautzen wegen „konterrevolutionärer Gruppenbildung“ unterbrochenen und nach der Haftentlassung 1964 wieder aufgenommenen Arbeit als Autor war Loest in seinen letzten DDR-Jahren derartigen Repressionen ausgesetzt, dass er 1981 in die Bundesrepublik Deutschland übersiedelte. Noch im April 1990 rehabilitierte ihn das Oberste Gericht der DDR vollständig; Loest nahm seinen Wohnsitz in Leipzig.

Nachdenken über zweimal Deutschland: Erich Loest

Loest hat sich zur DDR-Zeit einen Namen mit vielen realistischen Romanen und Erzählungen gemacht, auch mit Reiseberichten und Krimis. Er schrieb das Drehbuch zu dem TV-Mehrteiler Nicolaikirche. Seine Autobiografie nannte er Durch die Erde ein Riss. Sein letztes Werk – ein Tagebuch – erschien 2011 unter dem Titel Man ist ja keine Achtzig mehr. Leben und Werk von Erich Loest stellt Monika Pfützenreuter im Literaturkreis vor.

Freitag, 17. Januar 2014, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Musik kennt keine (Alters-) Grenzen

Professor Dr. Hans Hermann Wickel von der Fachhochschule Münster ist nicht nur den Backhaus-Freunden bestens als Arrangeur des vor einem Jahr aufgeführten Musicals Drei auf einem Teppich in Erinnerung. Mit der Zusammenarbeit von FH-Studierenden und engagierten Backhäuslern konnte Wickel beweisen, dass aktives Musizieren keineswegs eine Generationenfrage ist. Beim Donnerstagsfrühstück liest der Musikpädagoge und Musikgeragoge aus seinem neuen Buch Musik kennt kein Alter. Der Titel alleinbeantwortet schon die Frage, ob es sinnvoll sei, im Alter noch ein Instrument zu erlernen oder sich Musikensembles anzuschließen. „Ja, warum sollte das nicht gehen?! Aktives Musizieren – gleich ob wieder aufgreifen, weitermachen oder neu beginnen – Musik garantiert auch in der nachberuflichen und nachfamiliären Phase Erfüllung, Bestätigung, Kontakte, bessere Gesundheit und vieles mehr“, so Hans Hermann Wickel. Er zeigt  Möglichkeiten und Hilfen, wie sich älter werdende Menschen den Wunsch erfüllen können, ein neues Instrument spielen zu lernen oder sonstwie Musik zu machen oder zu  erleben, etwa durch Bewegung.

Donnerstag, 9. Januar 2014, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Ausnahmsweise am Freitag:

Frühstück mit Carola Möllemann-Appelhoff

Wenn im Alten Backhaus die seit langem etablierte und zu einer Art Markenzeichen gewordene Veranstaltungsreihe Donnerstagsfrühstück auf einen Freitag verlegt wird, muss das einen sehr triftigen Grund haben. Bei der kommenden Veranstaltung ist es der dichte Terminkalender einer Politikerin, die auch ihrem Beruf als Gymnasiallehrerin verpflichtet ist: Carola Möllemann-Appelhoff.

Carola Möllemann-Appelhoff

Carola Möllemann-Appelhoff gehört als FDP-Mitglied seit über 30 Jahren dem Rat der Stadt Münster an und ist seit fast 15 Jahren Vorsitzende ihrer Fraktion. Daher zählt sie zu den bekanntesten politisch engagierten Frauen in Münster. Themen, die ihr besonders am Herzen liegen, sind außer der Konsolidierung der städtischen Finanzen der Einsatz für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, die Eltern darin unterstützt, Beruf und Familie zu vereinbaren. Darüber hinaus legt sie großen Wert auf ein wirtschaftlich gutes Klima für Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Stadt. Carola Möllemann-Appelhoff wird dem Backhaus-Publikum gern über ihren Weg in die Kommunalpolitik und ihre vielfältigen Aufgaben als Ratsfrau berichten. Zudem schildert sie die Motivation ihres Einsatzes für Münster und seine Bürgerinnen und Bürger.

Freitag, 6. Dezember 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Backhaus-Nachrichten

Am Anfang stand die Idee. Ihr folgte die Diskussion – leidenschaftlich geführt und durchaus nicht frei von Skepsis, gar Angst vor der eigenen Courage. Dann aber haben wir Nägel mit Köpfen gemacht. Das Ergebnis liegt Ihnen Anfang Oktober vor: die Backhaus-Nachrichten. Das Zeitalter der Elektronik hat längst das Alte Backhaus erreicht – und mit ihm die neuen, atemberaubend schnellen Medien vom PC über Mobiltelefon, ‚Navi‘, E-Mail und E-Book bis hin zum Smartphone. All das ist machbar – nicht zuletzt dank dieses scheinbar grenzenlosen und schwer zu durchschauenden Kosmos, den die Welt als Internet kennt, und das die Welt zum Dorf gemacht hat. Das große Interesse an unseren Computer-Kursen belegt deutlich, dass auch die Backhaus-Klientel – die Generation 60 plus – gern und ausgiebig diese zunächst verwirrend erscheinende, aber überaus praktische und hilfreiche Technik gern nutzt und ihren Komfort genießt – jung genug dafür sind wir nun mal. Ebenso zeugen zum Beispiel unsere Homepage und unsere Präsentationen mit dem Beamer beredt von der Revolution der Kommunikationswege. Im Alltag bedienen wir uns – fast – wie selbstverständlich dieser höchst anspruchsvollen Techniken und ärgern uns, wenn’s denn mal hakt, als handele es sich um etwas so Gewöhnliches wie eine klemmende Tür. Dennoch: Die neuen Medien haben es nicht geschafft, das gute alte Papier überflüssig zu machen. Wer blättert nicht gern in der Zeitung oder erfreut sich beim Lesen eines Buches nicht nur am hoffentlich gelungenen Inhalt, sondern auch am Gefühl, entspannt und in angenehmer Umgebung so etwas scheinbar Altmodisches wie ein schön gestaltetes Druckwerk in den Händen zu halten – ein wahrhaft sinnliches Erlebnis, das einem der Bildschirm schuldig bleibt. Deshalb unser Angebot: mit der vierteljährlich erscheinenden Backhaus-Nachrichten in Papierform über Neues zu informieren, an Altes zu erinnern, auf bestimmte Programme und Veranstaltungen hinzuweisen und den am Alten Backhaus Interessierten ein Forum zu bieten. Der frühere langjährige Oberbürgermeister von Stuttgart, Manfred Rommel (1928-2013), machte sich auf seine launige Art keine Sorgen um das Weiterbestehen der Zeitung aus Papier: „Sie wird so lange eine Zukunft haben“, kommentierte er die dramatisch rückläufigen Auflagen deutscher Tageszeitungen, „wie sich mit einem Laptop keine Fliege an die Wand klatschen lässt.“ Dieser Verwendung soll das vierseitig bedruckte DIN-A-3-Blatt der Backhaus-Nachrichten eher nicht dienen – eine Zukunft sei unserer Hauspostille aber gewünscht und gegönnt. Viel Spaß beim Lesen!

Dr. Robert Kolmaar untersucht wieder

Ulrich Mühe (1953 bis 2007) und seine Kollegin Gesine Cukrowski haben als Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar und Dr. Judith Sommer in der preisgekrönten ZDF-Serie Der letzte Zeuge von 1998 bis 2007 Fernsehgeschichte geschrieben. Nach Mühes Tod wurden auf Wunsch des Teams keine weiteren Staffeln mehr produziert.

Dr. Robert Kolmaar (Ulrich Mühe) und Dr. Judith Sommer (Gesine Cukrowski) analysieren Spuren krimineller Taten

Professor Ferdinand Menne zeigt in seinem Programm Der besondere Film die frühen Folgen vier und fünf, bei Bedarf des Publikums auch Folge sechs der aus insgesamt 73 Episoden bestehenden Serie. Menne sieht in diesen sich durch hohe schauspielerische Leistungen und bemerkenswert gute Drehbücher auszeichnenden Produktionen die „spannende Unterhaltung garantiert, von der die Sender immer sprechen.“

Donnerstag, 28. November 2013, Begegnungsraum

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Heraus aus der Wohnungslosigkeit

Erschwingliche Mieten gibt es immer weniger; Arbeitsplätze verschwinden; Familien und Partnerschaften sind als soziale Geflechte brüchiger geworden; Krankheit und Alter kommen hinzu. All das trägt dazu bei, dass immer mehr Menschen wohnungslos werden oder schon sind. Das heißt, dass sie keinen festen Wohnsitz oder ständig verfügbaren Wohnraum haben. Stattdessen versucht ein Teil der Betroffenen, tageweise  in Notunterkünften oder sogar völlig ohne Dach über dem Kopf zu überleben. Wohnungslosigkeit betraf 2012 über 280000 Menschen in Deutschland, Tendenz steigend.

 

Bernd Mülbrecht hilft Wohnungslosen in Münster

„Die Zahl der Plätze für Wohnungslose soll nicht erhöht werden“, meint jedoch Bernd Mülbrecht, der Leiter des Hauses der Wohnungslosenhilfe (HdW) aus Münster in einem Interview mit den Westfälischen Nachrichten. „Unsere Anstrengungen liegen darauf, die Menschen aus der Wohnungslosigkeit wieder herauszubringen, anstatt immer mehr Kapazitäten zu schaffen.“ Ob und wie das Bernd Mülbrecht und seinen Mitarbeitern gelingt, erklärt er beim Donnerstagsfrühstück. Dabei stellt er auch das viel beachtete, innovative Wohnprojekt in der früheren Dreifaltigkeitskirche vor.

Donnerstag, 14. November 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Charade – wer täuscht wen?

1963 gelang Stanley Donen ein ebenso spannender wie amüsanter Film, der elegant mit bewusst vertauschten und vertuschten Identitäten zu spielen versteht: Charade. Die stilistisch an Alfred Hitchcock angelehnte Mischung aus Thriller und Komödie fand in Audrey Hepburn und Cary Grant als den Protagonisten Reggie Lampert und Peter Joshua sowie Walter Matthau, John Coburn und George Kennedy eine prominente Besetzung. Paris als Kulisse: Cary Grant und Audrey Hepburn in Charade In seiner Reihe Der besondere Film stellt Professor Ferdinand Menne diesen Hollywood-Klassiker vor.

Donnerstag, 24. Oktober 2013, 15 Uhr

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Keine Angst vor Europa – in Vielfalt geeint

Das Europa-Quiz des Vereins Bürger Europas im Backhaus

Der in Berlin ansässige, eingetragene und überparteiliche Verein Bürger Europas tourt mit seinem Europa-Filmquiz In Vielfalt geeint seit Mai 2013 durch Deutschlands Rathäuser, Schulen und Freizeiteinrichtungen. Am Donnerstag, 17. Oktober, gastieren – zur besten Kaffee- und Brötchenzeit – die Europa-Freunde ab 10 Uhr im Backhaus – als einzigem Veranstaltungsort in Münster. Auf einer multimedialen Quizwand warten in den Kategorien Politiker, Kinder, Prominente und EU-Bürger insgesamt 16 Persönlichkeiten mit interessanten Beiträgen und spannenden Fragen auf ihr Backhaus-Publikum. Prominente Mitwirkende sind unter anderem Wolfgang Schäuble, Hannelore Kraft, Landesministerin Angelica Schwall-Düren, die Sportler Ivica Olic und Gunda Niemann-Stirnemann, die Schauspieler Michael Kind und Bill Mockridge sowie Friedrich Schorlemmer, Manfred Stolpe und zahlreiche Europa-Abgeordnete. Sie stellen den Teilnehmern Fragen zum Thema Europa. Es winken Preise.

Donnerstag, 17. Oktober, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Heinrich Mann

Heinrich Mann (1871-1950), der vier Jahre ältere Bruder von Thomas Mann und Ältester der fünf Mann-Geschwister, stammte aus einer wohlhabenden Lübecker Getreidehändlerfamilie.  Nach dem Tod des Vaters  und Lübecker Senators Thomas Johann Heinrich Mann (1840-1891) liquidierte die Mutter Julia Mann (geborene da Silva-Bruhns) das über 100 Jahre alte Handelshaus und zog mit ihren Kindern nach München. Heinrich Mann, der sich wie sein Bruder Thomas Mann auf dem Gymnasium schwertat, brach auch eine Buchhändlerlehre ab, reiste viel und genoss das Leben in Künstlerkreisen. Seine Versuche, sich als Schriftsteller zu etablieren, waren zunächst wenig erfolgreich. Allerdings erzielte der Kritiker der wilhelminischen Gesellschaft nach Ende des Ersten Weltkriegs hohe Auflagen, vor allem mit dem Roman Der Untertan, der die obrigkeitshörige Mentalität des Bürgertums vor 1914 satirisch anprangert. Auch sein 1904 erschienener Roman Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen wurde populär – nicht zuletzt durch den Film Der blaue Engel (1929/30, Regie: Josef von Sternberg, mit Emil Jannings und Marlene Dietrich) – einer der wenigen internationalen Erfolge des jungen deutschen Tonfilms. 1933 wurden Heinrich Manns Bücher verbrannt –  wie die anderer jetzt unwillkommener Autoren. Heinrich Mann emigrierte über Frankreich in die USA, ohne dort wirklich heimisch zu werden. Als Autor blieb ihm bis 1945 der deutsche Markt verschlossen; sein Bruder Thomas und andere Freunde unterstützten ihn finanziell. Sein ihm 1949 angebotenes Amt als Präsident der Ost-Berliner Akademie der Künste konnte er nicht mehr antretren. Heinrich Mann starb im März 1950 in Kalifornien. Monika Pfützenreuter erinnerte im Literaturkreis an Leben und Werk des Autors.

Freitag, 11. Oktober 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Erfolgreich therapiert

Gründen sich Therapieerfolge in der Medizin auf Glauben oder Wissen? Wer fest an die Heilkraft eines Medikaments glaubt, kann gesunden, selbst wenn die Pillen oder Tropfen keinen Wirkstoff enthalten, es sich also um Placebos handelt. Umgekehrt reicht die Überzeugung, dass eine Substanz schade, um zu erkranken (Nocebo-Effekt), obwohl sie wirkstofffrei ist. Auch die Persönlichkeit eines Arztes vermag den Krankheitsverlauf eines Patienten beeinflussen, gleichfalls das geschriebene Wort etwa im Informationskosmos des Internets (‚Dr. med. Google‘) oder in gedruckten medizinischen Ratgebern. Nicht zu vergessen sind Heilmethoden außerhalb der Schulmedizin (Allopathie), beispielsweise die Homöopathie.

Professor Dr. Eugen J. Verspohl

Mit derlei Fragen hat sich Professor Dr. Eugen J. Verspohl intensiv beschäftigt. Der frühere Leiter der Pharmakologie am Institut für Pharmzeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster versteht sich darauf, auch Laien diese Thematik gut verständlich und unterhaltsam zu vermitteln – nicht zuletzt den Gästen beim Donnerstagsfrühstück. Eugen Verspohl lehrte 20 Jahre in Münster. Nach seiner Emeritierung 2012 gründete er die Verspohl-Stiftung zur Unterstützung von Pharmazie-Studenten, die aus unterschiedlichen Gründen finanzielle Hilfe brauchen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

Bitte anmelden!

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Erinnerung an Ulrich Mühe

Aus gegebenem Anlass ändert Professor Ferdinand Menne sein Programm Der besondere Film und zeigt mehrere Fernseh-Interviews mit dem großen Schauspieler sowie die fünfte Folge der ersten Staffel der ZDF-Serie Der letzte Zeuge. In diesem Qualitäts-Krimi von 1998 spielt Ulrich Mühe  (Das Leben der anderen – 2007 mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgezeichnet) die Hauptrolle. Ulrich Mühe (1953-2007) wäre am 20. Juni dieses Jahres 60 Jahre alt geworden.

 Ulrich Mühe

Donnerstag, 26. September 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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 Von der Kloake zum Vogelparadies:

Münsters Rieselfelder

Zwischen 1901 und 1975  wurden Münsters Abwässer im Norden der Stadt verrieselt, das heißt, gleichmäßig über ein großes Areal verteilt. So entstanden nährstoffreiche und gerade aus der Vogelperspektive bestens erkennbare Feuchtgebiete – ein Paradies nicht nur für Zug- und in ihrem Lebensraum stark eingeschränkte Watvögel. Sie können hier ungestört brüten oder Kräfte für ihre anstrengenden Fernreisen sammeln. Dass die nach Inbetriebnahme des Hauptklärwerks Coerde funktionslos gewordenenen Flächen nicht, wie geplant, Gewerbeansiedlungen oder anderen Bauprojekten zum Opfer fielen, sondern auf 233 ha weiter berieselt werden – mit sauberem Wasser -, ist der Bürgerinitiative Rettet die Rieselfelder und der Biologischen Station Rieselfelder Münster zu verdanken.

Uwe Schütz bei einer Führung durch die Rieselfelder

Uwe Schütz, Pressesprecher und Praktika-Betreuer der Biologischen Station, erzählt beim Donnerstagsfrühstück (ausnahmsweise am 3. Donnerstag des Monats) Spannendes aus der Geschichte der Rieselfelder und gibt Einblicke in das Management von Wasserflächen und Grünlandgebieten – vor allem aber in die aktuelle Lebenswelt des Europareservats Rieselfelder.

Donnerstag, 19. September 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

Anmeldung erforderlich

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Radeln zu Natur und Kult(o)ur

Ausnahmsweise am Samstag

Die zweite Fahrradgruppe im Alten Backhaus hat inzwischen Fahrt aufgenommen und kräftig die Pedalen getreten. Das geschieht auch künftig jeden zweiten Donnerstag – normalerweise. Das nächste Treffen ist allerdings terminlich außer der Reihe vereinbart worden. Es geht am

Samstag, 21. September, ab 10 Uhr

vom Alten Backhaus aus zum Haus Kump in Mecklenbeck. In diesem vorbildlich restaurierten historischen Bauernhof präsentiert die Handwerkskammer Münster am Tag des Handwerks von 11 bis 17 Uhr die Bäcker-Gilde Münster (mit Auszubildenden des Konditorenhandwerks) sowie die Schule für Modemacher Münster und besondere Leistungen von Junioren des Handwerks. Darüber hinaus informiert die Polizei mit Fachhandwerkern der Schutzgemeinschaft Münster zu Einbruchschutz, Sicherheitstechnik und richtigem Verhalten im Fall des Falles. Die Fahrradgruppe schwingt sich um 13 Uhr wieder auf die Sättel – nicht ohne sich im weiteren Verlauf der Tour bei Kaffee und Kuchen zu stärken. Ansprechpartnerinnen sind – wie immer –  Ulrike Müller und Brigitte Seckler.

Brigitte Seckler (l.) und Ulrike Müller freuen sich über neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ihren Radexkursionen in Münsters Umgebung

Die Touren sind etwa 30 bis 35 km lang und eher geruhsam, damit genügend Zeit für Sehenswertes aus Natur und Kultur rechts und links des Wegs bleibt. Eine Pause bei Kaffee und Kuchen gehört in jedem Fall zum Programm der Touren.

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Auf der Spur von Scham und Schamlosigkeit

Gehen wir den Weg in eine „schamlose Gesellschaft“, befinden wir uns mit der „Generation Porno“ gar mitten in einer derartigen Gesellschaft? So fragte Die Welt und titelte Der Spiegel. Professor Ferdinand Menne wiederum fragt, ob derlei Aussagen die oder eine Wahrheit treffen, wie eigene Erfahrungen dazu stehen und ob es Gegenmaßnahmen gibt, falls diese Aussagen richtig sind. Dazu stellt er in der Reihe Buch des Monats zwei Titel vor, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen: Andrea Köhler: Scham und Schamlosigkeit. Eine Spurensuche Der Text der Kultur-Korrespondentin der Neuen Zürcher ZeitungAndrea Köhler (* 1957), ist im Juni 2013 in der Schriftenreihe der Schweizer Vontobel-Stiftung erschienen, die den Essay kostenlos zur Verfügung stellt. Wolfgang Hantel-Quitmann: Schamlos! Was wir verlieren, wenn alles erlaubt ist Dr. Wolfgang Hantel-Quitmann (* 1950) ist Professor für Klinische und Familienpsychologie an der Hochschule für Angewandte Wisssenschaften Hamburg, erfahrener Familien- und Paar-Therapeut sowie Vater von vier Kindern.

Donnerstag, 19. September 2013, 10 Uhr, erste Etage

Wichtiger Hinweis: Wegen Überschneidung mit dem ausnahmsweise am dritten Donnerstag stattfindenden Frühstück (Thema: Rieselfelder) ist das Treffen Buch des Monats auf die erste Etage verlegt worden.

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Familienglück à la Tolstoi

Der große russische Romancier  und Lebensreformer Lew (‚Leo‘) Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910) war lange und konfliktreich mit Sofia Tolstoi-Behrs verheiratet. Das Ehepaar hatte 13 Kinder. Die komplexen Beziehungen von Mann und Frau beschäftigten den Autor zeit seines Lebens auch in seinem umfangreichen Werk.

Leo Tolstoi

Im Literaturkreis stellt Hildegard Mengelberg den Autor und seinen 1859 erschienenen Roman vor, dessen Titel ein positives Ende der Geschichte andeutet. Zu Recht? Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Tolstoi jedenfalls noch nicht verheiratet.

Freitag, 13. September 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Mitarbeiterausflug am 11. September

Am Mittwoch, dem 11.9. bleibt das Alte Backhaus geschlossen, da die meisten Mitarbeiter unterwegs sind. Kein Küchen- und Telefondienst! Einzelne Kurse können trotzdem stattfinden.

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Im Labyrinth der Wörter

Der kaum des Lesens fähige  und oft gedemütigte Germain hadert mit seiner Mutter, lebt von Gelegenheitsarbeiten und füttert zum Zeitvertreib Tauben im Park. Dabei lernt der 45-Jährige die mehr als doppelt so alte Margueritte kennen, eine belesene und gebildete Dame. Es gelingt ihr, Germain für Wörter und Literatur zu interessieren, ihm einen Weg durch das Labyrinth der Wörter zu weisen. Das erschließt ihm eine neue Welt.

Marie-Sabine Roger

Das Labyrinth der Wörter ist in Deutschland vor allem durch die gleichnamige Verfilmung von Jean Becker mit Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus bekannt geworden. Die Schriftstellerin Marie-Sabine Roger (geboren 1957) veröffentlichte den Roman 2008 unter dem Titel La tête en friche (Der brachliegende Kopf); die deutsche Übersetzung erschien gleichzeitig mit dem Film 2010. Brunhild Reuter stellte den Text und seine Autorin im Literaturkreis vor.

Freitag, 16. August 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Joseph von Eichendorff

Joseph von Eichendorff (1788-1857) gehört zu den heute noch gelesenen – und gesungenen – Dichtern der Romantik. Mit seiner oft wehmütig klingenden Naturlyrik gilt der konservative Zeitgenosse Heinrich Heines als einer der wichtigsten Repräsentanten dieser Richtung in der deutschen Literaturgeschichte. Seine heitere Erzählung Aus dem Leben eines Taugenichts dient nach wie als Schullektüre. Eichendorff stammte aus einem oberschlesischen Adelsgeschlecht, verwaltete die Güter der Familie und arbeitete als Jurist in hohen Beamtenpositionen des preußischen Staatsdiensts. Er war „kein Dichter der Heimat, sondern des Heimwehs, nicht des erfüllten Augenblicks, sondern der Sehnsucht…“, so der Philosoph, Autor und Sprachwissenschaftler Rüdiger Safranski. Brunhild Reuter stellte im Literaturkreis Leben und Werk Joseph von Eichendorffs vor.

Freitag, 2. August 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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„Bankraub für Anfänger“

Jürgen Wolf (Wolfgang Stumpf) hat als Angestellter in der Provinzfiliale einer Bank seinen Kunden ‚faule‘ Produkte aufgeschwatzt. Jetzt plagt ihn das schlechte Gewissen; der selbsternannte Robin Hood bricht in die eigene Bank ein und versucht nach dem biblischen Motto „Geben ist seliger als Nehmen“, den Finanzkreislauf umzudrehen und den Geschädigten ihr Geld zurückzugeben.Edgar Selge (l.) und Wolfgang Stumpf in der Filmkomödie Bankraub für Anfänger

Doch Kommissar Frank Lamm (Edgar Selge), gefürchtet als ‚Der Terrier‘, ist dem Reumütigen auf der Spur. Claudia Garde drehte 2012 die turbulente Komödie; Professor Ferdinand Menne zeigte sie in der Reihe Der besondere Film und stellte sie zur Diskussion.

Donnerstag, 26. Juli 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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„Was man für Geld nicht kaufen kann“

Darüber informiert das 2012 unter diesem Titel erschienene Buch des amerikanischen Philosophen und Harvard-Professors Michael J. Sandel (geboren 1953) .

Michael J. Sandel

Das Buch zeigt „Die moralischen Grenzen des Marktes“ auf. Für Professor Ferdinand Menne ist es das Buch des Monats. Mit Geld lässt sich vieles, aber nicht alles kaufen – zum Beispiel Bespaßung, aber keine Freude, Glanz, aber keine Schönheit, Sex in allen Variationen, aber keine Liebe, Wissen, aber keine Weisheit. Michael Sandel: „Sobald wir erkennen, dass Märkte und Kommerz den Charakter der von ihnen erfassten Güter verändern, müssen wir uns fragen, wo Märkte überhaupt hingehören oder nicht!“

Donnerstag, 18. Juli, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Besuch im Senegal

Johannes Neise, Schatzmeister und Vorstandsmitglied im Verein Altes Backhaus, unterstützt seit vier Jahren regelmäßig einen Jungen im westafrikanischen Senegal mit Geldspenden. Das ermöglicht seinem ‚Patenkind‘ den Besuch einer Privatschule. Die Spenden sammelt der Privatmann Rüdiger Wittholz in Eigenregie von rund 45 Paten in Deutschland. Um sicher zu sein, dass das Geld an der richtigen Stelle ankommt, gibt der Sammler es persönlich vor Ort ab. Dabei macht er sich ein Bild von den schulischen und privaten Verhältnissen seiner Schützlinge. Johannes Neise, sein Patenkind und der Senegal auf einer Landkarte Im März 2013 begleiteten sieben Paten – auf eigene Kosten, versteht sich – den Organisator in den Senegal. Johannes Neise präsentiert uns nach dem Donnerstagsfrühstück seine Eindrücke von der weiten Reise und schildert seine Beobachtungen in Familie und Schule des Kindes.

Donnerstag, 4. Juli, 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Stille Liebe

Die meisten Menschen sehnen sich nach Stille (siehe oben); Gehörlose sind dazu gezwungen. Sie leben – und lieben – ohne akustische Wahrnehmung,  verstehen einander aber dafür mit umso wacheren Sinnen und den Mitteln der Gebärdensprache. Professor Ferdinand Menne zeigt in der Reihe Der besondere Film das 2001 unter der einfühlsamen und bravourösen Regie von Christoph Schaub entstandene Werk Stille Liebe. Verstehen sich auch ohne Gehör: Emmanuelle Laborit und Lars Ottenstadt in dem Schweizer Spielfilm Stille Liebe von Christoph Schaub Der Schweizer Film handelt von der Liebe einer Nonne (dargestellt von Emmanuelle Laborit – bekannt aus Jenseits der Stille) zu einem Taschendieb (Lars Ottenstedt) . Beide Akteure sind gehörlos – in ihren Rollen wie in Wirklichkeit. Der Film aktualisiert das bekannte Motiv der Versuchung einer Nonne durch einen Mann – ganz ohne Klischees und Kitsch.

Donnerstag, 27. Juni 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Rapunzel

„Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ Diese Aufforderung gehört zu den bekanntesten Zitaten aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und hat sich als sprichwörtliche Redensart sogar von dem gleichnamigen Märchen verselbständigt. Rapunzel trägt seinen Namen, weil seine Mutter während ihrer Schwangerschaft ihren Heißhunger auf Feldsalat nur dadurch stillen konnte, dass der Vater die begehrte Leckerei aus dem Garten der Nachbarin, Frau Gothel, stahl und dabei erwischt wurde. Dummerweise war Frau Gothel eine Zauberin, die das zu erwartende Kind als Preis dafür verlangte, dass sie den Frevel nicht auffliegen lasse.

Rapunzel lässt dem Märchenprinzen sein Haar herunter

Das Mädchen wuchs unter der Kontrolle der Zauberin auf, die es Rapunzel nannte und ab seinem 12. Lebensjahr in einen türlosen Turm sperrte.  Rapunzels langes Haar war – als Kletterseil zweckentfremdet – die einzige Möglichkeit, zu der heranwachsenden Schönheit zu gelangen. Bis aber der Märchenprinz es aus seiner Gefangenschaft befreien konnte, verstrich noch einige Zeit mit Schwierigkeiten – den Spannungslieferanten der Geschichte. Hildegard Mengelberg stellt Rapunzel im Literaturkreis vor und erschließt den Hintergrund des Märchens mit psychologischer Deutung.

Freitag, 21. Juni 2013, 15 Uhr, Begegnungsraum

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Stille? Nur im Weltall!

Nur im Weltall ist es wirklich still, meint die in Berlin lebende Schweizer Journalistin und Autorin Sieglinde Geisel. Ihr Buch zu diesem Thema (Verlag Galiani, Berlin 2010) handelt Vom Lärm und der Sehnsucht nach Stille, so der Untertitel des Werks. Professor Ferdinand Menne stellt es als Buch des Monats vor. Krach und Krachschläger, Lärm und Lärmende begleiten die Menschheit, seit es sie gibt. Richtig laut wurde es erst durch Industrie und Technik. Ganz still lässt sich aber auch nicht gut leben.

Hat in Ruhe über Lärm nachgedacht: Sieglinde Geisel

Immanuel Kant, Marcel Proust, Franz Kafka und viele andere Geistesgrößen fühlten sich von Lärm gequält. Die Geräuschkulisse des modernen Lebens erneuert immer wieder den Wunsch nach Ruhe, der sich in Forderungen wie Klappe halten, Motor abstellen, Fluglärm bekämpfen oder Rasenmäher, Laubbläser und Handys verschrotten ausdrückt. Die Stille des Alls ist jedoch keine Alternative.

Donnerstag, 20. Juni 2013, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Aschenputtel

Interpretation eines Märchens

 Aschenputtel beim Lesen der Linsen – Zeichnung: Ludwig Richter

Die guten ins Töpfchen – die schlechten ins Kröpfchen: Das Lesen der Linsen war eine von vielen Erniedrigungen, mit denen die Stiefmutter und ihre Töchter Aschenputtel drangsalierten. Doch wie immer im Märchen kommt es zu einem glanzvoll-gerechten Ende: Aschenputtel avanciert zur Königin; die missgünstigen und heimtückischen Stiefschwestern werden bestraft. Wer das auf den ersten Blick fast kitschig wirkende Märchen nach langem Abstand zur Kindheit wieder liest, entdeckt in ihm überraschend Lebensweisheit. „Das Leben selbst hat die Märchen geschrieben“, meint dazu Wilhelm Grimm, dessen Formulierkunst  Grimms Märchen ihren unverwechselbaren Ton gab. Im Literaturkreis unternahm Brunhild Reuter eine Interpretation des berühmten Textes.

Freitag, 7. Juni 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Picasso im Kopf

Wie kommen seine Bilder (und alles andere, was wir sehen) dorthin? Diese Frage bewegt nicht nur Dr. Erwin Speckmann, den emiritierten Professor für Neurophysiologie der Universität Münster. Was Das Gehirn und sein Auge leisten und wie beide Organe (im Normalfall) einander perfekt ergänzen und zusammenspielen, vermochte Professor Speckmann beim Donnerstagsfrühstück anschaulich zu erklären und zu deuten. Wir orientieren uns mit unseren Sinnen; wir sehen und erkennen Mitmenschen, Farben, Blumen, Kunstwerke und Gegenstände. Funktioniert das Auge wie ein Fotoappaarat? Wird es im Gehirn bunt? Sehen alle Menschen das Gleiche?

Professor Dr. Erwin Speckmann

Erwin Speckmann, der vielfach und international ausgezeichnete Wissenschaftler, ist mit dem Sehsinn nicht nur fachlich bestens vertraut, sondern schult und schärft ihn auch in seinem ‚Zweitberuf‘ als bildender Künstler, der seine Werke in vielen Ausstellungen zeigen konnte.

Donnerstag, 6. Juni 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Die Brüder Grimm

Grimms Märchen sind seit ihrer Erstveröffentlichung 1812 nicht mehr aus dem Schatz deutscher und internationaler Literatur wegzudenken. Bis 1858 erschienen die über 200 Kinder- und Hausmärchen (KHM) immer wieder in von Jacob Grimm (1785-1861) und vor allem Wilhelm Grimm (1786-1859) bearbeiteten neuen Auflagen. Der unverwechselbare Märchenton ist überwiegend Wilhelm Grimm zu verdanken. Die KHM setzten Maßstäbe in der Beschäftigung mit Sprache, Literatur, Recht und Mythologie und erscheinen bis heute in unterschiedlichen Ausgaben – von kindgerechten und bebilderten Editionen bis hin zu kommentierten Bänden für die Wissenschaft und Fachwelt. Dass die KHM bis heute aktuelle Bilder und Symbole menschlicher Lebenssituationen darstellen, zeigte Brunhild Reuter im Literaturkreis.

 Jakob (r.) und Wilhelm Grimm

Die von der Romantik inspirierten Juristen Jacob und Wilhelm Grimm waren aber weit mehr als populäre ‚Märchenonkel‘. Sie erschlossen beispielsweise Quellen zur früh- und hochmittelalterlichen Literatur der deutschen und anderer europäischer Sprachen. Daher gelten sie als Mitbegründer der deutschen Sprachwissenschaft (Germanistik). 1838 begannen sie mit der Herausgabe eines umfassenden, Herkunft und Gehalt jedes einzelnen Worts erklärenden Deutschen Wörterbuchs.  Dieses Monumentalwerk  konnte erst 1961 vollendet werden. Darüber hinaus betätigten sich die Brüder Grimm politisch im Sinne der Demokratiebewegung. Jacob Grimm war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung von 1848.

Freitag, 24. Mai 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Rebecca

Joan Fontaine (l.) und Judith Anderson

Rebecca war die erste US-Produktion des aus London stammenden Alfred Hitchcock (1899-1980). Der gleichnamige, 1938 erschienene Roman von Daphne du Maurier (1907-1989) lieferte die Vorlage des 1940 in Hollywood gedrehten ‚romantischen Thrillers‘.

Alfred Hitchcock

Hitchcock verfilmte noch zwei weitere Vorlagen der britischen Autorin (Jamaica Inn, Die Vögel). Rebecca war die erste, bei einem Bootsunfall ums Leben gekommene Frau von Maxim de Winter (Laurence Olivier). Seine zweite Frau, eine Gesellschafterin einfacher Herkunft (Joan Fontaine), hat als neue Schlossherrin auf Manderley, dem düsteren Anwesen de Winters in Cornwall, unter dem verhängnisvollen Einfluss der eifersüchtigen Haushälterin Mrs Danvers (Judith Anderson) zu leiden. Rebecca war als Roman wie im Kino gleichermaßen erfolgreich. In der Reihe Der besondere Film zeigte Professor Ferdinand Menne das 1941 mit Oscars für den besten Film und die beste Schwarz-Weiß-Kamera ausgezeichnete Werk.

Donnerstag, 23. Mai, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Keine Angst vor dem Leben…

…oder doch? Es gibt nichts, was man fürchten müsste: So lautet der Titel der 2008 erschienenen Autobiografie des englischen Schriftstellers Julian Barnes (geboren 1946 in Leicester).

Julian Barnes

Barnes, studierter Jurist und bis 1980 Journalist, seither international ausgezeichneter Autor von Romanen (auch Kriminalromanen unter dem Pseudonym Dan Kavanagh) hat so seine Zweifel und registriert Widersprüchliches. Sein von Professor Ferdinand Menne in der Reihe Buch des Monats vorgestelltes Werk beginnt mit dem Satz: Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn. Gott und die Welt, Tod und Teufel beschäftigen Julian Barnes, der sich auch bei Dichtern und Denkern, Musikern und Wissenschaftlern Rat zu holen versucht – und damit seine Leser zum Nachdenken über sich selbst anregt.

Donnerstag, 18. April 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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 Falten? Ein Grund zum Feiern!

Das meinen jedenfalls die Journalistinnen Heike Blümner (l.) und Jackie Thomae, als sie 2011 ihre Interviews mit Menschen jeden Alters sowie Experten und ‚Promis‘ (darunter Georg Kreisler, Inga Humpe und Iris Berben) zum Thema Altern unter dem Titel Let’s face it veröffentlicht haben. 2012 erschien Das Buch für alle, die älter werden (so der Untertitel) als Taschenbuchausgabe unter dem Titel Man muss die Falten feiern, wie sie fallen. Die Autorinnen konnten viele Fakten, Meinungen und auch Kuriosa aufspüren und ebenso lehrreich wie amüsant zusammenzustellen – für Professor Ferdinand Menne ein Grund, dieses Menü als Buch des Monats seinem Publikum zu servieren.

Donnerstag, 16. Mai 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Geheime Tochter

Shilpi Sonaya Gowda, 1970 als Tochter indischer Eltern in Toronto geboten und MBA der Universität Stanford, veröffentlichte 2010 in Kanada und den USA, 2012 in Deutschland ihren Debütroman Geheime Tochter (Secret Daughter). Er handelt von der Adoption eines indischen Mädchens, das seine Mutter Kavita in ein Waisenhaus geben musste. Die in San Francicso lebende Ärztin und frisch verheiratete Somer weiß, dass sie keine Kinder bekommen kann. Das Ehepaar entschließt sich zur Adoption und begibt sich damit auf einen für alle Beteiligten schweren Weg . Der Roman erzählt die Geschichte in einander abwechselnden Kapiteln – jeweils aus der Sicht der leiblichen Mutter Kavita und der Adoptivmutter Somer. Ein Adoptivkind zwischen zwei Welten und seiner Suche nach den familiären Wurzeln… Shilpa Sonaya Gowda hatte 1991 einen Sommer lang in einem Waisenhaus in Mumbai (Bombay) gearbeitet und sich von den dort gewonnenen Eindrücken zu ihrem internationalen Bestseller inspirieren lassen. Hildegard Mengelberg stellte das Buch im Literaturkreis vor.

Freitag, 10.  Mai 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Denn was Tauben sich erlauben…

…regt Jürgen Hübschen und viele andere Zeitgenossen auf. Den Ärger mit Tauben in der Stadt und im Garten hat der aus Coesfeld stammende und in Greven lebende Bundeswehr-Oberst a.D. zu Papier gebracht und als Buch veröffentlicht. Darin finden sich auch andere Beispiele: etwa Bohrgeräusche aus Nachbarwohnungen zu unmöglicher Zeit, Tücken beim Aufbau von Produkten eines skandinavischen Möbelhauses., Irritationen bei der Mülltrennung, Orientierungslosigkeit trotz oder wegen eines Navigationssystems und anderes Verdrießliche mehr. Jürgen Hübschen nimmt seinen Ärger leicht und kann ihm Amüsantes abgewinnen. Daran lässt er uns beim Donnerstagsfrühstück genüsslich teilhaben.

Donnerstag, 2. Mai 2013, 10.00, Begegnungsraum

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Strahlender Stern

John Keats (1795-1821)  gehört zu den britischen Romantikern, die in ihren kurzen Leben eine bis in die Gegenwart strahlende Poesie geschaffen haben. John Keats starb in Rom, in der Wohnung seines Freundes und Dichters Percy Bysshe Shelley (1792-1822), der wie seine Frau Mary Shelley und Lord Byron (1788-1824) den Ruhm romantischer Dichtung über England hinaus begründeten. 1818 verliebte sich John Keats in Fanny Brawne (1800-1865), die mit ihrer Mutter in demselben Londonor Haus wie er lebte. Bis zum Ausbruch seiner Tuberkulose, die ihn aus dem rauen Klima Londons nach Rom trieb, schuf Keats seine wichtigsten Gedichte. Sie handeln von Schönheit, Vergänglichkeit und Tod. Als 1878 der Briefwechsel zwischen Keats und Fanny Brawne veröffentlicht wurde, hatte die viktorianische Gesellschaft ihren Skandal. Kurze, aber intensiv und tragisch: die Liebe zwischen Fanny Brawne und John Keats (Abbie Cornish und Ben Whishaw ) Dieser Briefwechsel liegt dem Film Bright Star/Meine Liebe zugrunde, den die 1954 in Neuseeland geborene und in Syndey lebende Regisseurin Jane Campion 2009 gedreht hat. Jane Campion wurde 1993 durch Das Piano international berühmt. Sie erhielt für diesen Film als bisher einzige Frau die Goldene Palme des Festivals in Cannes. In der Reihe Der besondere Film zeigte Professor Ferdinand Menne Bright Star (wie vor einiger Zeit schon Das Piano). Donnerstag, 25. April 2013, 15.00 Uhr, Begegungsraum

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Der Vater eines Mörders

Alfred Andersch (1914-1980) gilt als bedeutender Schriftsteller der Nachkriegszeit. Das Gründungsmitglied der Gruppe 47 schrieb Romane, arbeitete als Rundfunkredakteur und gab literarische Zeitschriften heraus. Sein letztes Werk, die Erzählung Der Vater eines Mörders. Eine Schulgeschichte, wurde nach seinem Tod 1980 veröffentlicht. Darin verarbeitete Andersch seine Erfahrungen an einem Münchner Gymnasium: Er musste nach der Untertertia wegen schlechter Leistungen die Schule verlassen. Deren Direktor war Joseph Gebhard Himmler, der Vater von Heinrich Himmler. „Ein Miniaturdrama … wird zur paradigmatischen Erzählung der autoritären Machtentfaltung und -ausübung eines ‚großen Schulmanns'“, so Literaturkritiker Wolfram Schütte im LeseZeichen, dem Kulturmagazin des Bayerischen Fernsehens, über das Werk. Brunhild Reuter stellte es im Literaturkreis vor.

Freitag, 26. April 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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„Der Junge mit dem Fahrrad“

Der zwölfjährige Cyril (Thomas Doret) hat nur einen Wunsch: Er möchte seinen Vater (Jérémie  Renier) wiederfinden, der ihn für angeblich einen Monat in einem Kinderheim untergebracht hat, ihn aber nicht mehr abholt. Bei seiner verzweifelten Suche trifft Cyril die Friseurin Samantha (Cécile de France), die ihm hilft, den Vater zu finden, und dabei den Zorn des schwierigen Jungen zu sänftigen versteht. Allerdings wird ihre Liebe oft auf die Probe gestellt.

Thomas Doret (rechts) ist Cyril, der Junge mit dem Fahrrad

Im Rahmen der Reihe Der besondere Film zeigte Professor Ferdinand Menne den 2011 gedrehten Film (Le gamin au vélo – eine  französisch-italienisch-belgische Gemeinschaftsproduktion) der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne, ausgewiesene Spezialisten für Außenseiter der Gesellschaft. Der Film wurde mit der Goldenen Palme von Cannes ausgezeichnet.

Donnerstag, 28. März 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Intimes und Privates – Schnee von gestern?

Viele Menschen lassen sich durch die neuen Medien vom Internet über Facebook bis Twitter und ähnlichen ’sozialen Netzwerken‘ dazu (ver-)führen, ihr Innerstes nach außen zu kehren und gewähren damit potenziell und weltweit anderen Menschen Einlass in ihre Innenwelt. Betreiben sie seelischen, gar leiblichen Striptease vor einem Millionenpublikum? Sind Intimität und Privatheit noch sinnvoll, oder haben sie ausgedient? Kann und soll man sich noch Ureigenes bewahren und anderen den Zutritt in diesen Bereich verweigern?

Psychotherapeutin Franziska Kühne

Professor Ferdinand Menne versuchte in der Reihe Buch des Monats Antworten zu geben und stützt sich dabei auf das Buch Keine E-Mail für Dich. Warum wir trotz Facebook & Co. vereinsamen. Autorin ist Franziska Kühne, geboren 1977 in Halle und Psychotherapeutin in Berlin. Sie weiß aus eigener Erfahrung, worüber sie schreibt.

Donnerstag, 21. März 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Mütter und Töchter

Nach Vätern und Söhnen sind diesmal Mütter und Töchter im Literaturkreis an der Reihe. Hildegard Mengelberg stellte den von Ulrike Ley und Susanne Sander 2010 im Verlag Knesebeck herausgegebenen Bildband Zwischen Liebe und Konflikt: Mütter und Töchter vor. Die Referentin zeigt das Konfliktpotenzial einer derartigen Konstellation am Beispiel von Clara Schumann (1819-1896) und ihrer jüngsten Tochter Eugenie Schumann (1851-1938).

Clara Schumann

Clara Schuman war die Frau und Witwe des Komponisten Robert Schumann (1810-1856), musste ihr eigenes Talent als Tonsetzerin und Pianistin zeitbedingt unterdrücken (‚frau‘ unterlässt so etwas, zumal an der Seite eines berühmten Ehemanns), gelangte aber als Pianistin doch noch zu Ruhm und hohem öffentlichen Ansehen. Ihre Tochter Eugenie machte sich einen Namen als Klavierlehrerin und Historiografin der Schumann-Familie. Damit trat sie als einziges der acht Kinder aus dem Schatten der berühmten Eltern und führte ein langes, selbstbestimmtes Leben.

Eugenie Schumann

Freitag, 15. März 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Zocker auf und aus Zucker

Zu viel Zocken schadet der Gesundheit, wie Jaecki Zucker alias Henry Hübchen schmerzhaft erfahren muss: gut, dass Tochter (Anja Vogel) und Frau (Hannelore Elsner) ihm zur Seite stehen – oder?

Alles auf Zucker ist ein 2004 unter der Regie von Dani Levy gedrehter und von Prof. Ferdinand Menne in der Reihe Der besondere Film gezeigter Spielfilm, der eine turbulente Episode aus dem Leben zweier ungleicher Brüder erzählt – des notorischen Zockers, hervorragenden Snooker-Spielers und Bruders Leichtfuß Jakob Zuckermann – in der Berliner Szene als Jaecki Zucker bekannt – und seines streng nach den Regeln der jüdischen Orthodoxie lebenden Bruders Samuel Zuckermann. Das Testament der verstorbenen Mutter zwingt sie, ihre jahrelange gegenseitige Verachtung mindestens für eine Woche abzulegen und es friedlich miteinander auszuhalten, wenn sie das Erbe antreten wollen. Das gelingt ihnen: Seit‘ an Seit‘ in den Betten eines Krankenhauszimmers. Mit Henry Hübchen als Jakob, Udo Samel als Samuel sowie Hannelore Elsner, Anja Franke und Rolf Hoppe.

Donnerstag, 28. Februar 2013, 15.00, Begegnungsraum

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Väter und Söhne

Bedeutende Persönlichkeiten haben oft nicht minder prominente Kinder. Häufig kommt es aber zu Konflikten zwischen den Generationen. Das gilt zum Beispiel für Karl Böhm (1894-1981), den Vater von Karlheinz Böhm (geboren 1928).

Karl Böhm

Karlheinz Böhm

Der Österreicher Karl Böhm war einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit und Spezialist für Klassik und Romantik, hat sich aber auch als Interpret von Richard Strauß und Richards Wagner einen Namen gemacht. Er feierte große Erfolge an der Dresdner Semperoper, der Wiener Staatsoper und mit anderen Orchestern, auch des Auslands. Nach einer Zwangspause wegen seiner Nähe zum NS-Regime wurde er 1955 wieder an die Wiener Staatsoper berufen. Eben zu jener Zeit feierte sein Sohn Karlheinz Böhm spektakuläre Erfolge als Darsteller des jungen Kaisers Franz Joseph in der legendären Sissi-Trilogie mit Romy Schneider. Karlheinz Böhm erlangte ein zweites Mal Ruhm, Respekt und Anerkennung als Gründer der Stiftung Menschen für Menschen, mit der er sich seit 1981 in Äthiopien engagiert. Inzwischen hat Böhms Frau Almaz Böhm die Leitung der Stiftung übernommen. Brunhild Reuter stellte im Literaturkreis den Beitrag des Berliner Journalisten und Musikkenners Thierry Chervel vor, den er unter dem Titel Ordnung und spätes Glück für den 1996 im Rowohlt-Verlag erschienenen Sammelband Väter und Söhne – Zwölf biographische Porträts zu Vater und Sohn Böhm verfasst hat.

Freitag, 1. März 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Stadt und Heimat – gut gepflegt

Was macht ein Stadtheimatpfleger, was der Stadtheimatbund? Fragen wie diese und andere mehr haben sich gewiss schon viele Zeitungsleser gestellt. Beim Donnerstagsfrühstück gaben Heinz Heidbrink und Ursula Warnke genauere Auskunft. Sie müssen es wissen: Heinz Heidbrink, ehemaliger Rektor der Andreas- und Thomas-Morus-Grundschulen in Münster sowie Schulrat im Kreis Steinfurt, und Ursula Warnke, die ebenfalls der Thomas-Morus-Schule vorstand, wurden als Pensionäre 2011 in ihre Ehrenämter gewählt: Heinz Heidbrink als Stadtheimatpfleger in der Nachfolge von Ruth Betz, Ursula Warnke als Vorsitzende des Stadtheimatbundes. Ihr Vorgänger war Tono Dreßen. Der Stadtheimatbund fungiert als Dachorganisation von derzeit 35 Vereinen, deren Aktivitäten eng im Zusammenhang mit Münster, seiner Geschichte und seinem Brauchtum stehen; das Spektrum reicht von der Abendgesellschaft Zoologischer Garten über De Bockwindmüel, verschiedene Schützen- und Plattdeutschvereine bis hin zu mehreren Volkstanzgruppen.

Donnerstag, 7. März 2013, 10.00 Uhr

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Jüdische Witze, jüdischer Humor

Juden haben auch dann gelacht, wenn sie nichts zu lachen hatten. Witzige Erzähler waren in ihren Häusern stets gern gesehene Gäste; ihre Geschichten machten schnell die Runde. Eine der kürzesten: „Warum antworten Juden auf eine Frage immer mit einer Gegenfrage?“ Antwort: „Warum sollten sie nicht?“ Prof. Ferdinand Menne führt in die Welt des jüdischen Witzes ein – und dazu kann er im Rahmen der Reihe Buch des Monats gleich aus mehreren Büchern zitieren – Bücher über das „Volk des Buches“ (Marcel Reich-Ranicki).

Donnerstag, 21. Februar 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Welterfolg nach Anlaufproblemen

Gerhart Hauptmann

Gerhart Hauptmann (1862-1946) kann in der deutschen Geistesgeschichte als Beispiel dafür herhalten, dass jugendliche Rundum-Versager zu größten Erfolgen und höchsten Ehren gelangen, wenn sie nur ihr Thema gefunden haben. Die Bilanz der diversen Schul- und Ausbildungsversuche Hauptmanns war katastrophal. Auch scheiterte er mehrfach, sich als bildender Künstler zu etablieren. Erst Papier und Feder erwiesen sich als das ihm gemäße Handwerkszeug: Gerhart Hauptmann gelangte vor allem als Dramatiker zu Weltruhm. Vor Sonnenaufgang, Der Biberpelz, Rose Bernd und vor allem Die Weber haben Theatergeschichte geschrieben. Der detailgenaue Naturalismus dieser Stücke und ihr kritischer Blick auf soziale Notlagen verstörten das gutbürgerlich-aristokratische Publikum vor dem Ersten Weltkrieg, das Hauptmann als „Gewerkschafts-Goethe“ bespöttelte. Kaiser Wilhelm II. kündigte, angewidert von den 1894 öffentlich uraufgeführten Webern, das Abonnement seiner Loge im Deutschen Theater am Berliner Gendarmenmarkt. Als Schullektüre nicht wegzudenken ist Hauptmanns Frühwerk, die Novelle Bahnwärter Thiel (1888). Im Literaturkreis erinnert Hildegard Mengelberg an Gerhart Hauptmann, der 1912 den Nobelpreis erhielt und auch international zu einem der erfolgreichsten und angesehensten Autoren deutscher Sprache wurde.

Freitag, 15. Februar 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Der Adler vom Zoo

Jörg Adler

Wer Adler heißt, kann als Zoodirektor nur die richtige Besetzung sein. Mit derlei Wortspielchen weiß Jörg Adler zu leben. Zumindest bilden in seinem Fall offensichtlich Name und Beruf eine ideale Symbiose. Seit 1994 leitet der gelernte Tierpfleger und doppelt-diplomierte Veterinär- und Agrar-Ingenieur als Zoologisch-Technischer Geschäftsführer und Direktor den Allwetterzoo Münster. 1946 in Leipzig geboren, war er am dortigen Zoo wissenschaftlicher Assistent und zog 1989 in die alte Bundesrepublik um. Im Zoo Münster sind spektakuläre Änderungen mit seinem Namen verbunden: Erinnert sei nur an die Einrichtung des Affrikaneums und an den 2013 seiner Bestimmung zu übergebenden Elefantenpark. Auch die inzwischen beendete Aktion, die Höhe der Eintrittspreise dem Publikum zu überlassen, hat sich als Renner in einer für Besucher saisonal weniger attraktiven Zeit erwiesen. Beim Donnerstagsfrühstück erzählte Jörg Adler einiges aus der Geschichte des münsterschen Zoos und dessen Entwicklung von seiner Gründung 1875 durch Professor Dr. Hermann Landois bis heute. Aktuelle Fragen etwa der Finanzierung oder der Umgang mit Kritik am Zoo-Prinzip beschäftigen Jörg Adler ebenso wie weitere Planungen und sein internationales Engagement für den Natur- und Artenschutz.

Donnerstag, 7. Februar 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Unvergessen: Stefan Zweig

Stefan Zweig

Ob Schachnovelle oder Sternstunden der Menschheit: Stefan Zweig wird noch gelesen. In der Zeit vor seiner Emigration nach Brasilien erreichte der 1881 in Wien geborene und 1942 aus Verzweiflung über die Zerstörung seiner „geistigen Heimat Europa“ freiwillig aus dem Leben geschiedene Autor hohe Auflagen vor allem mit Novellen und romanhaft in eleganter Prosa verfassten Biografien bedeutender historischer Persönlichkeiten aus Kultur und Politik. Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs machte Stefan Zweig zum Pazifisten. Zehn Jahre nach seinem Tod bemerkte dazu Thomas Mann: „Es gab Zeiten, wo sein radikaler, sein unbedingter Pazifismus mich gequält hat. Er schien bereit, die Herrschaft des Bösen zuzulassen, wenn nur das ihm über alles Verhasste, der Krieg, dadurch vermieden wurde. Das Problem ist unlösbar. Aber seitdem wir erfahren haben, wie auch ein guter Krieg nichts als Böses zeitigt, denke ich anders über seine Haltung von damals.“ Im Literaturkreis erinnerte Monika Pfützenreuter an Stefan Zweig und sein Werk.

Freitag, 1. Februar 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Nach 50 Ehejahren:

Satte Farben vor Schwarz

Nach 50 Jahren immer noch ein glücklches Paar? Bruno Ganz und Senta Berger als Fred und Anita im Spielfilm Satte Farben vor Schwarz von Sophie Heldman Anita und  Fred sind seit 50 Jahren glücklich verheiratet, haben zwei längst erwachsene Kinder und eine vor dem Abitur stehende Enkelin – kurzum: ein erfülltes Leben. Als aber Fred unheilbar an Prostatakrebs erkrankt, ändert sich nahezu alles: Er nimmt sich Freiheiten heraus, die Anita und seine Umwelt vor den Kopf stoßen. Anita und Fred beginnen nach der Bedeutung ihres Schwurs der „Liebe bis in den Tod“ zu suchen und finden Satte Farben vor Schwarz. So lautet der Titel des 2010 in die Kinos gekommenen Debütfilms von Sophie Heldman. Professor Ferdinand Menne zeigte ihn in der Reihe Der besondere Film. Die deutsch-schweizerische Gemeinschaftsproduktion mit Senta Berger und Bruno Ganz in den Hauptrollen hat die deutsche, 1973 in Hamburg geborene und in der Schweiz aufgewachsene Regisseurin Sophie Heldman als Abschlussarbeit an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) gedreht.

Donnerstag, 24. Januar 2013, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Einladung

zum Neujahrsempfang mit Vernissage

Am Sonntag, dem 20. Januar 2013, startete um 11 Uhr im Alten Backhaus der diesjährige Neujahrsempfang, verbunden mit einer Vernissage der Künstlergruppe Altes Backhaus. Eingeladen waren alle, die sich dem Backhaus verbunden fühlen oder es einmal kennenlernen mochten. Alle Sinne sollen angesprochen werden: Neben den vielen Gemälden und Zeichnungen über drei Stockwerke verteilt kümmern sich Jürgen Prasse (Saxophon) und Joachim Puppa (Klavier) um den Wohlklang, während zahlreiche Helferinnen für Sekt, alkoholfreien Punsch und Fingerfood sorgen. Wir freuen uns auf viele Begegnungen und interessante Gespräche.

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Wenn die Stimmung mies ist

Dr. Arnold Retzer

Herrscht Miese Stimmung, muss das nicht unbedingt vom Übel sein, sondern kann auch gute Seiten haben. Diese Meinung vertritt zumindest der Heidelberger Mediziner, Psychotherapeut und Lehrtherapeut Dr. Arnold Retzer in seiner 2012 im Fischer-Verlag erschienenen Streitschrift gegen positives Denken – so der Untertitel des Werks, das Professor Ferdinand Menne als Buch des Monats vorstellt. Darin kritisiert Retzer eine künstlich angeheizte Hochstimmung und die von Effizienz-Anbetern stets geforderte Optimierung aller Tätigkeiten und Handlungsprozesse. Stattdessen lobt der Therapeut, der auch Diplom-Psychologe und Privatdozent ist, Angst und Irrtum und zweifelt am Prinzip Hoffnung. Andere gängige Floskeln wie die, dass die Chemie stimmt (und mit ihr die Simmung), entlarvt der Autor als leer und „Hirndoping“. Auch unserer, wie Retzer es nennt, „depressiven Erfolgsgesellschaft“, widmet er seine Aufmerksamkeit – und zeigt Wege zum Umdenken und Ablassen.

Donnerstag, 17. Januar 2013, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

 

Weihnachten im Alten Backhaus 2o12

Auch in diesem Jahr feierten wir nach alter Tradition am Nachmittag des 24.12. im Alten Backhaus das Weihnachtsfest mit einigen Gästen, die die Stunden des Heiligen Abends in vertrauter Umgebung verbringen wollten. Von den Mitarbeitern nahmen teil: Frau Holtstiege, Frau Mengelberg, Frau Schründer, Frau Maas, Frau Hardeling und Herr Götz. Die Gäste hatten sich vorher bei Frau Holtstiege angemeldet, die – wie immer – die Planung des Festessens schon frühzeitig begonnen hatte. Der große Raum war festlich geschmückt, mit Kerzen, Tannengrün und Blumen. Die Gäste fühlten sich sofort wohl. Wie in jedem Jahr gab es Kaffee oder Tee, Stollen und Plätzchen. Bald waren alle in gelöster Stimmung. Begleitet durch Frau Maas auf ihrer Gitarre, sangen wir Weihnachtslieder. Wir trugen Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte vor. Bewusst hatten wir Texte gewählt, die zum Thema Weihnachten passten und zugleich heiter waren, sodass man beim Zuhören auch lachen konnte. Gegen 18 Uhr wurde ein festliches Abendessen gereicht. Das Besondere dieses Mal: Es wurde von Frau Hardeling und Herrn Götz selbst zubereitet. Es gab Schweinefilet in Curry-Ingwersoße, grüne Bohnen, Salzkartoffeln, Endiviensalat und zum Nachtisch frische Himbeeren mit Joghurt oder Sahne. Wer wollte, konnte zum festlichen Essen auch ein Glas Wein trinken. Die Mitarbeiter bedienten die Gäste. Allen schmeckte es vorzüglich. Wir aßen in fröhlicher Gemeinschaft, Gäste und Mitarbeiter. Anschließend war noch Zeit zum Plaudern und zur heiteren Erinnerung an frühere, längst vergangene Weihnachtsfeste. Zwischen 19 und 2o Uhr wurden die Gäste von Herrn Götz nach Hause gefahren. Die Gäste aus der unmittelbaren Umgebung gingen zu Fuß heim. Für alle Gäste und Mitarbeiter war es ein gelungener, froher Weihnachtsabend. Hildegard Mengelberg

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Winter und Schnee

Winter und Schnee gibt’s ja derzeit reichlich. Das sollte uns nicht entmutigen, im Alten Backhaus das zu genießen, was uns Brunhild Reuter zu diesem Thema für den Literaturkreis ausgewählt hat und vortragen wird – zum Beispiel Gedichte und Kurzgeschichten von so unterschiedlichen Autoren wie Joseph von Eichendorff, Erich Kästner, Mascha Kaléko, Joachim Ringelnatz und anderen.

Freitag, 18. Januar 2013, 15.00, Begegnungsraum

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Fröhliche Wissenschaft zur Weihnachtszeit

Roger Highfield

Briten und Amerikaner verstehen sich darauf, Wissenschaftliches nicht akademisch-bierernst vorzutragen, sondern Kollegen und Studenten ihr jeweiliges Thema mit Witz und einer Prise Selbstironie zu präsentieren. So auch Roger Highfield: Der 1958 in Wales geborene und in London aufgewachsene promovierte Chemiker war nicht nur an Universitäten und in der Industrie tätig, sondern auch 20 Jahre lang als Wissenschaftsredakteur der Zeitung Daily Telegraph. Dort – und beispielsweise in BBC-Programmen – hat er abstrakt-trockene Informationen aus den Naturwissenschaften allgemeinverständlich und mit Humor aufgearbeitet, ohne den Boden des Seriösen zu verlassen. Wenn Highfield allerdings fragt, warum der Weihnachtsmann so dick sei, oder ob sein (im skandinavischen und angelsächsischen Raum üblicher) Rentierschlitten so schnell fliegen könne, um an einem Abend über 800 Millionen Haushalte zu erreichen – noch dazu geräuschlos -, wird uns manchmal allzu ehrfürchtig Weihnachtsbeflissenen klar, dass über das Fest und seine Bräuche durchaus geschmunzelt werden darf. Ebenso, wenn der Wissenschaftler dem entwicklungsbiologischen Sinn des Schenktriebs oder dem Verhältnis von Weihnachtskoller und Winterdepression nachspürt. Im Buch Warum ist der Weihnachtsmann so dick? Die Wissenschaft der Weihnachtszeit (erschienen 1999 bei Rowohlt) hat Roger Highfield seine Erkenntnisse publiziert. Professor Ferdinand Menne vermittelte sie uns in der Reihe Buch des Monats, garniert mit kleinen Geschichten und Gedichten zum Weihnachtsfest.

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Das Alte Backhaus auf dem Weihnachtsmarkt

Exklusiv am Samstag, 8. Dezember 2012, präsentierten das  Alte Backhaus und einige seiner Mitarbeiterinnen Attraktives: Taschen, Ketten und mehr – alles handgemacht und dekorativ mit Perlen gestaltet.

Wo waren wir zu finden? Mitten im Rathausinnenhof, am Stand der

Stiftung Bürger für Münster

Am Stand wird unter anderem auch der Kalender Rätselhaftes Münster angeboten. Ein  Teil des Verkaufserlöses kommt der Arbeit im Alten Backhaus zugute.

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Ernst Barlach: als Künstler unerwünscht

Ernst Barlach (1870-1938) ist in den vergangenen Monaten in Münster mit einer umfangreichen Ausstellung an mehreren Standorten gewürdigt worden. Im Literaturkreis erinnerte Monika Pfützenreuter an das an Stationen reiche Leben des Bildhauers und Zeichners, dem es als einem der wenigen gelang, sich auch in einer anderen Kunstsparte einen Namen zu machen: der Literatur. Vor allem in den 20er Jahren waren seine Dramen sehr erfolgreich, etwa Die echten Sedemunds (1920) oder Der blaue Boll (1926). Allerdings geriet Ernst Barlach mit dem NS-Regime in Konflikt, das seine sich zwischen Realismus und Expressionismus bewegende Kunst als „entartet“ aus Museen und öffentlichen Räumen verbannte oder Bronzeskulpturen einschmelzen ließ. 1937 erhielt der Künstler ein Ausstellungsverbot. Die von ihm im August 1934 mitunterschriebene Ergebenheitsadresse Aufruf der Kulturschaffenden konnte die Nazis nicht umstimmen.

Freitag, 7. Dezember 2012, 15.00, Begegnungsraum

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Topfgucken mit Wolfgang Stein

Wolfgang Stein ist Gourmets weit über Münster hinaus ein Begriff: In 14 Jahren als Küchenchef im Waldhotel Krautkrämer bewies er, dass er die Nouvelle Cuisine bestens beherrscht. Dafür ehrte ihn der strenge Guide Michelin von 1974 bis 1988 mit einem Stern. Im Parkhotel Schloß Hohenfeld zeigte der 1944 in Berlin geborene Spitzenkoch, dass er auch die westfälische Regionalküche in höchster Qualität zuzubereiten versteht. 1998 war er für das Gala-Menü verantwortlich, das aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens die Stadt Münster ihren Ehrengästen, darunter 20 Staatsoberhäuptern,  servieren ließ. Wolfgang Stein war in vielen renommierten Küchen des In- und Auslands tätig und ist mehrfach preisgekrönt worden. Nach dem Ende seiner beruflichen Laufbahn betreibt er in Münster mit seinem Freund und Kollegen Marcus Heller die Kochschule 56°C.

Beim Donnerstagsfrühstück gibt uns Wolfgang Stein Gelegenheit zum Topfgucken, sozusagen. Der Meisterkoch erzählt aus seinem faszinierenden Berufsleben. Vielleicht verrät er uns seine Lieblingsgerichte, womöglich sogar deren Rezepte?! Auf jeden Fall wollen wir seinen Besuch zu einem etwas ausgefalleneren, durch ihn angeregten Frühstück nutzen. Dazu berechnen wir ausnahmsweise für jeden Teilnehmer einen Betrag von 4 Euro inklusive Getränke.

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Wolfgang Stein im Alten Backhaus

Spitzenkoch Wolfgang  Stein (2.v.l.) und seine Frau Helga Stein (Mitte hinten) als Gäste mit dem ausnahmsweise fürs Donnerstagsfrühstück zuständig gewesenen Vorbereitungsteam um Isa Dombrowski, Maitrayee Stadtler, Brita Kurth und Hans Kurth

Der Begegnungsraum im Alten Backhaus war am 6. Dezember 2012 bis auf den letzten Platz besetzt: Wolfgang Stein, von 1974 bis 1988 Küchenchef im Restaurant Krautkrämer und während dieses Zeitraums Träger eines Michelin-Sterns, war mit Ehefrau Helga Stein zu Gast beim allmonatlichen Donnerstagsfrühstück im Seniorentreff an der Coerdestraße. Der Spitzenkoch hatte sich auch in anderen Küchen Münsters und andernorts große Verdienste erworben, zudem als Verantwortlicher für die Festbankette der Stadt Münster aus Anlass ihrer 1200-Jahr-Feier (1993 – datumsgerecht mit 1200 Gästen!) und des Westfälischen Friedens vor 350 Jahren (1998) seinen guten Ruf als Koch und Organisator glanzvoll bestätigt.

Beim Festessen zum Westfälischen Frieden mussten Wolfgang Stein und seine vielen Mitarbeiter nach minutiösem Zeitplan 270 Gäste, darunter 20 Staatsoberhäupter, mit einem exzellenten Menü zufriedenstellen. Vorsichtshalber wurden drei Proben des Menüs eingeschweißt und tiefgefroren an sicheren Orten als Beweis dafür deponiert, dass mögliche Unverträglichkeiten und Schlimmeres nicht am Essen liegen konnten. Man weiß ja nie… Natürlich kam es nicht zum kulinarischen GAU.

8. Dezember 2012

Wolfgang Stein erzählt aus seinem Berufsleben

Wolfgang Stein verstand es, im Alten Backhaus anschaulich aus seinem bewegten Berufsleben im In- und Ausland zu erzählen – und auch von seinen Begegnungen mit viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Sport. Seinen (Un-) Ruhestand verbringt der 1944 in Berlin geborene und im Saarland auf den Geschmack am Kochen gekommene Küchenmeister in Münster, wo er inzwischen seine Erfahrungen den Absolventen einer Kochschule weitergibt.

Die Küchen-Brigade des Alten Backhauses brach Wolfgang Stein zu Ehren mit der Tradition, das Donnerstagsfrühstück auf belegte Brötchen und Kaffee zu beschränken: Sie servierte eine Vielzahl eigenhändig zubereiteter, köstlicher Dips mit selbstgebackenem Brot und Croissants. „Ausnahmsweise“, wie Backhaus-Leiter Hans Kurth betonte. Wolfgang Stein, der die Nouvelle Cuisine beherrscht, aber auch das Unverwechselbare regionaler Küchen liebt und ihre Qualität zu heben versteht (seine kulinarischen und organisatorischen Leistungen beim Krameramtsmahl sind unvergessen), verabschiedete sich, nicht ohne ein paar eigene Rezepte als willkommene Anregung für die engagierten Köchinnen und Köche des Seniorentreffs zurückzulassen.

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Kurz, prägnant, real

Kurz, prägnant, alltags- und realitätsbezogen: So soll idealerweise eine Kurzgeschichte verfasst sein. Zudem schlägt sie – möglichst – Leser oder Hörer mit überraschendem Einstieg in ihren Bann und ist mit einer Schlusspointe gewürzt. Diese Literaturgattung wurde besonders durch Ernest Hemingway (1899 -1961) in Deutschland nach 1945 bekannt. Kurzgeschichten stehen für Neuorientierung in kritischer Distanz zur Literatur der NS-Zeit. Brunhild Reuter stellte im Literaturkreis drei Beispiele vor:

Nachts schlafen die Ratten doch (Wolfgang Borchert – 1921-1947)

 

Das Fenstertheater (Ilse Aichinger – 1921)

Ein Mann, ein Tablett, Selbstbedienung im Café (Gabriele Wohmann – 1932)

Freitag, 23. November 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Licht in ‚dunkler‘ Zeit

In der Reihe Sachbuch des Monats stellte Prof. Ferdinand Menne gleich zwei jahreszeitlich angemessene, aber auch erhellende Werke zum Thema Tod vor:

Alice Bodnár: Der ewige Kollege: Reportagen aus der Nähe des Todes (erschienen 2009)

Irvin D. Yalom: In die Sonne schauen: Wie man die Angst vor dem Tod überwindet (2008)

Alice Bodnár (geboren 1981 in Dresden) hat Angehörige von Berufsgruppen befragt, die mit dem Tod umgehen. Wie lernen Ärzte, ihr Scheitern einzugestehen, was denken Leiter von Altenheimen über Sterbehilfe, wie sieht der Alltag in einem Kinderhospiz aus, wie in der Gerichtsmedizin oder bei der Mordkommission, wie begreifen Bestatter das Jenseits? Die in Berlin lebende Diplom-Kommunikationsdesignerin hat ihre Fotoreportagen auch grafisch selbst gestaltet.

Irvin D. Yalom (geboren 1931 in Washington DC, Psychoanalytiker und emeritierter Professor der Universität Stanford) erklärt, wie er seine eigene Todesfurcht überwunden hat – und zwar immer wieder, denn ein für alle Mal lässt sie sich wohl nicht bezwingen.

Donnerstag, 15. November 2012, Uhr, 10 Uhr, Begegnungsraum

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Positives Altern

Reflexionen von Diplom-Psychologin Susanne Adam

Wir altern alle – durchaus mit gemischten Gefühlen. Wer diesem unausweichlichen Vorgang mit Bangen begegnet, könnte dem, was Angst macht, erst recht die Tür öffnen – etwa den Verlust bestimmter Fähigkeiten begünstigen. Umgekehrt hindern derlei Ängste ältere Menschen daran, ihr Potenzial zu entfalten. Susanne Adam, Diplom-Psychologin an der LWL-Klinik Münster, zeigte beim Donnerstagsfrühstück Wege, wie sich das Positive im Herbst des Lebens betonen lässt, ohne das Altern zu leugnen oder vom Trugbild ewiger Jugend getäuscht zu werden.

Donnerstag, 8. November 2012, 10 Uhr, Begegnungsraum

Anmeldung erforderlich!

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„Bitte nicht sterben“

Gabriele Wohmann (geboren 1932 als Gabriele Guyot) hat die Literaturszene seit den 50er Jahren in Deutschland mitgeprägt. Die Pfarrerstochter, Philologin und Lehrerin ist mit über 600 Kurzgeschichten, aber auch Romanen, Gedichten, Hör-und Fernsehspielen bekannt geworden und hat auf  Tagungen der Gruppe 47  gelesen. Im Mittelpunkt ihrer Texte stehen Paar- und Familienbeziehungen. Gabriele Wohmann ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. Sie lebt in ihrer Geburtsstadt Darmstadt.

Im Literaturkreis stellte Hildegard Mengelberg ihren Roman Bitte nicht sterben vor, der 1993 erschien. Darin beschreibt Gabriele Wohmann liebevoll anteilnehmend das Leben ihrer Mutter und Tanten und zeigt, wie sie auch im Alter ihre Würde und Komik behalten.

Freitag, 9. November 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Computerkurs für Anfänger

Im Alten Backhaus beginnt am Freitag, dem 2. November, um 11.15 Uhr, der neue Computerkurs für Anfänger. Es werden keine Computerkenntnisse vorausgesetzt. Weitere Informationen finden Sie hier!

Anmeldungen bitte telefonisch an Hans Kurth (Tel.: 02533 4225)

oder an das Alte Backhaus (Tel.: 0251 274255)

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Volleyball im Vatikan

Psychoanalytiker (Nanni Moretti, links) und Papst (Michel Piccoli)

Noch nie passiert, aber denkbar und als Der besondere Film von Prof. Ferdinand Menne gezeigt und zur Diskussion gestellt: Ein vom Konklave frisch zum Papst gewählter Kardinal (Michel Piccoli) fürchtet das hohe Amt und zeigt sich nicht den Gläubigen auf dem Petersplatz. Ein Psychoanalytiker (Nanni Moretti) versucht, ihn von seiner Angst zu befreien – vergebens. Der Gewählte verschwindet unbeobachtet  und streift inkognito durch Rom, um zu sich selbst zu finden. Derweil überbrückt der Seelendoktor das quälende Warten der Kardinäle, indem er sie mit einem Volleyballspiel beschäftigt. Glanzrollen für den fast 87-jährigen Michel Piccoli und Nanni Moretti (geboren 1953), der auch in dem 2011  gedrehten Spielfilm Regie führte.

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 15 Uhr, Begegnungsraum

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„Meine ersten neunzig Jahre“

Tilla Durieux

Ihre ersten – und naturgemäß letzten – neunzig Jahre hat die 1880 in Wien als Ottilie Godeffroy geborene Schauspielerin in einer eindrucksvollen Karriere absolviert. Ihre über 65 Jahre Bühnenpräsenz an den bekanntesten Theatern in Berlin und Wien reicht von der Belle Epoque vor dem Ersten Weltkrieg bis ins Fernseh-Zeitalter der späten sechziger Jahre. Tilla Durieux engagierte sich auch in Progammen der Arbeiterbildung, emigrierte 1933 nach Österreich und kehrte 1952 nach Deutschland zurück. In den fünfziger Jahren war sie als Gast in Münster zu sehen. Tilla Durieux starb 1971 in Berlin. Mit Rücksicht auf ihr gutbürgerliches Elternhaus nahm sie als Künstlerin den Geburtsnamen ihrer Großmutter väterlicherseits an. Tilla Durieux nannte ihre gemeinsam mit Joachim Werner Preuß verfasste Autobiografie etwas augenzwinkernd Meine ersten neunzig Jahre. Professor Ferdinand Menne stellte das Werk als Buch des Monats vor.

Donnerstag, 18. Oktober, 10 Uhr, Begegnungsraum

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„Unterbrochene Schulstunde“

Volker Michels

Unterbrochene Schulstunde: So heißt eine Erzählung von Hermann Hesse. Unter diesem Titel gab Suhrkamp-Lektor und Hermann-Hesse-Kenner Volker Michels Mitte der siebziger Jahre eine Anthologie heraus. Michels (geboren 1943 und unter anderem verantwortlich für die Herausgabe des Gesamtwerks von Hermann Hesse) hat darin die Äußerungen von 15 namhaften Autoren zu ihren, oft schlechten, Schulerfahrungen  veröffentlicht. Die Sammlung enthält Texte unter anderem von Bert Brecht, Alfred Döblin, Hermann Hesse, Erich Kästner, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke. Im Literaturkreis stellte Brunhild Reuter diese Anthologie vor.

Freitag, 12. Oktober, 15.00, Begegnungsraum

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Akuter Brustschmerz – schnelles Handeln kann Leben retten

Herzspezialist Dr. Frank Lieder

Pro Jahr erleiden rund 300000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Etwa die Hälfte der Betroffenen hat vor dem Infarkt nichts von ihrer Herzkrankheit gewusst und nie Brustschmerzen verspürt. Das Risiko kann veranlagungsbedingt sein. Aber auch Rauchen, Diabetes, hoher Blutdruck oder Fettstoffwechselstörungen führen zu Verengungen der Blutgefäße und begünstigen so einen Herzinfarkt. Schnelles Handeln bei Infarkt-Symptomen kann Leben retten.

Dr. Frank Lieder, Kardiologe und Leitender Oberarzt der Raphaelsklinik, leitet die dortige Brustschmerz-Ambulanz (CPU – Chest Pain Unit). Er informierte beim Donnerstagsfrühstück über typische Warnzeichen und Verhaltensweisen sowie entsprechende Therapien.

Donnerstag, 4. Oktober 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Hermann Hesse: Unterm Rad

Hermann Hesse (1877-1962) hat seine Jugend-, Schul- und Ausbildungszeit als quälend empfunden. Diese Jahre machten ihn zu einem unangepassten Einzelgänger, der trotz seiner Begabung den Anforderungen einer autoritären Umwelt nicht genügte. Seine leidvollen Erfahrungen prägten den zweiten Roman des späteren Literaturnobelpreisträgers: Unterm Rad. Der 1903/04 entstandene und 1906 veröffentlichte Roman zeigt, wie ein blind auf ständige Höchstleistung getrimmtes Erziehungssystem einen sensiblen jungen Menschen zerstören kann.

Im Literaturkreis stellte Brunhild Reuter das bekannte Werk des vor 50 Jahren gestorbenen Hermann Hesse vor.

Freitag, 28. September 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Liebe und Leidenschaft in Yorkshire

Mia Wasikowska und Michael Fassbender als Jane Eyre im gleichnamigen Film von 2011 und Edward Fairfox Rochester als ihr Partner

Yorkshire in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: eine raue Gegend in Nordengland. Dort begegneten die vier Geschwister Brontë – drei Töchter und ein Sohn des literarisch ambitionierten und früh verwitweten Reverends Patrick Brontë (1777-1861) – der Einsamkeit im Pfarrhaus von Hawarth von Kindheit an mit viel Fantasie. Sie sollte später in berühmt gewordenen Romanen voll Romantik und Leidenschaft  ihren Ausdruck finden. Keins der Brontë-Kinder wurde 40 Jahre alt; sie starben vermutlich an Tuberkulose. Charlotte Brontë (1816-1855), die Älteste, veröffentlichte ihren Roman Jane Eyre 1847 unter dem Pseudonym Carrer Bell. Der Roman ist mehr als nur eine Herz-Schmerz-Geschichte: Die junge Hauslehrerin Jane Eyre verliebt sich in den spröden, aber sie faszinierenden und geheimnisumwitterten Schlossherrn Edward Fairfox Rochester. Die Geschichte nimmt ihren Lauf – aber welchen…? Die Antwort gab Prof. Ferdinand Menne, indem er in der Reihe Der besondere Film die Verfilmung des Romans von 2011 (Regie: Cary Fukunaga) zeigte und zur Diskussion stellte.

Donnerstag, 27. September 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Über den Kampf mit Körper und Schönheit

Susie Orbach

Viele Menschen gehen bei der Ernährung buchstäblich durch dick und dünn, das heißt, sie sind oft übergewichtig, gar esssüchtig – oder sie leiden an Magersucht, wenn nicht gar einer Ess-Brech-Sucht. Das ‚Ausgewogene‘ fällt vielen schwer.

Rat erteilt Susie Orbach (geboren 1946 in London). Das Anti-Diätbuch der Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin und Gesellschaftskritikerin erschien erstmals 1978; es fand weltweit Leserinnen und Leser. Die Autorin hat zwei Kinder, versteht sich aber als feministisch orientierte Therapeutin.

Prof. Ferdinand Menne stellte ihr 2009 erschienenes und seit 2010 auf Deutsch vorliegendes Werk Bodies: Schlachtfelder der Schönheit als Buch des Monats vor.

Donnerstag, 20. September 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Erinnerungen an Hermann Hesse

Hermann Hesse (1877-1962) gehört zu den – auch international und nach wie vor – erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache. 1946 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Bewusst wurde mit dem Pazifisten und sensiblen Naturfreund, der auch malte,  das andere, friedfertige und humane Deutschland geehrt. Der aus einer pietistischen Missionarsfamilie stammende und in der schwäbischen Provinz aufgewachsene Hesse hat die Konflikte seiner Jugend in dem Roman Unterm Rad (1906) aufgearbeitet. Der Roman Der Steppenwolf (1927) erlebte in den sechziger Jahren eine Renaissance insbesondere unter jungen Lesern in den USA. Weitere bedeutende Titel sind Peter Camenzind, Demian, Siddhartha und Das Glasperlenspiel. Hermann Hesse lebte schon vor dem Ersten Weltkrieg in der Schweiz und nahm später ihre Staatsbürgerschaft an.

Im Literaturkreis erinnerte Hildegard Mengelberg an den vielseitigen Künstler, der vor 50 Jahren, am 9. August 1962, in seinem Haus in Montagnola, Tessin, starb.

Freitag, 14. September 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Damals in Münster

Gottfried Schäfers, Autor und Marathonläufer

Ob Pluggendorf, Klein-Muffi oder Blitzdorf, ob Appeltiewe Dine oder Putz Harpenau: Gottfried Schäfers (Jahrgang 1938) kennt sich in seiner Geburtsstadt Münster bestens aus und ist vielen an Geschichte und Geschichten der Stadt Interessierten bekannt. Seine zahlreichen Bücher und Zeitungsbeiträge zum Thema Münster, etwa seine liebevoll recherchierten Stadtviertelgeschichten oder seine Erinnerungen an die Nachkriegszeit, stießen auf große Resonanz. Schäfers, pensionierter Beamter der Stadtverwaltung Münster, widmete sich als Autor vor allem der Welt der kleinen Leute, hat aber auch Kinderbücher geschrieben und Texte zu seiner zweiten Leidenschaft, dem Marathonlaufen, verfasst. Als Mittdreißiger entdeckte er diesen Ausgleich zum Schreibtisch für sich und konnte über 100000 km zurücklegen. „Ich habe jeden Wettkampf durchgehalten“, erinnert er sich. Beim Donnerstagsfrühstück nahm er das Backhaus-Publikum auf eine Lesereise durch Münsters Vergangenheit mit.

Donnerstag, 6. September 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Alfred Döblin

Alfred Döblin (geb. 1878 in Stettin, gest. 1957 in Emmendingen bei Freiburg) war mit seinem Roman Berlin Alexanderplatz einer der erfolgreichsten und wegen seiner Erzähltechnik literarhistorisch einflussreichsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Der Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie und promovierte Nervenarzt lebte seit 1888 – mit Unterbrechungen –  in Berlin und veröffentlichte 1929 diesen ersten und bedeutendsten deutschen Großstadtroman. Er erzählt die Versuche des straffällig gewordenen Franz Biederkopf, wieder ein ’normales‘ Leben führen zu können, und liefert damit eine ebenso kritische wie eindrucksvolle Beschreibung des Berliner Milieus der 20er Jahre. Der Roman wurde mehrfach verfilmt, zuletzt von Rainer Werner Fassbinder als TV-Mehrteiler mit Günter Lamprecht als Franz Bieberkopf.

Alfred Döblin konnte als Autor nicht mehr den Erfolg seines wichtigsten Werks fortsetzen. Nach Emigration und Konvertierung zum Katholizismus hatte er Probleme, sich in der Bundesrepublik Deutschland mit ihren als restaurativ empfundenen Tendenzen wieder zurechtzufinden. Monika Pfützenreuter stellt den vom Vergessenwerden bedrohten Künstler im Literaturkreis vor.

Freitag, 31. August 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Von Worpswede nach Kasachstan

Der weite Weg des Heinrich Vogeler

Heinrich Vogeler (1872-1942) war ein um 1900 gefragter Maler, Grafiker und Designer des Jugendstils. Der gebürtige, wohlhabende Bremer Kaufmannssohn gehörte zu den Gründern der Worpsweder Künstlerkolonie nahe Bremen und pflegte Kontakte zu den wichtigsten bildenden Künstlern und Autoren seiner Zeit. Heinrich Vogeler engagierte sich sozial, entwickelte pädagogische Konzepte und betätigte sich auch als Schriftsteller. Während des Ersten Weltkriegs wurde er zum Pazifisten. Von der Bremer Räterepublik über wechselhafte Beziehungen zur KPD und Sowjetunion nahm sein Lebensweg mancherlei Umwege. 1931 siedelte er endgültig in die Sowjetunion um. Dem Stalin-Terror entkam er vermutlich durch Protektion und Anpassung seines Malstils an den Sozialistischen Realismus. Nach dem Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion kam er – wie so viele andere Russland-Deutsche – nach Kasachstan. Dort starb er, fast 70 Jahre alt, in einem Krankenhaus. Brunhild Reuter zeichnete im Literaturkreis das Leben des Künstlers anhand der Schrift Heinrich und Jan Vogeler – Hoffnung auf den neuen Menschen nach, die Marina Bohlmann-Modersohn verfasst hat, eine Journalistin und Nachfahrin der berühmten Worpsweder Künstlerfamilie.

Freitag, 17. August 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Gertrud von Le Fort

Das Schweißtuch der Veronika (erschienen 1928), Die Letzte am Schafott (1932) oder Die Madgeburgische Hochzeit (1938) sind Titel von Romanen, die bis in die Zeit um 1960 auf große Resonanz stießen. Im Literaturkreis versuchte Monika Pfützenreuter, die Autorin Gertrud von Le Fort (1876-1971) wieder ein wenig bekannter zu machen. Die Tochter eines hugenottischen Adelsgeschlechts studierte evangelische Theologie, Philosophie und Geschichte. 1926 konvertierte sie in Rom zum Katholizismus. Im Zentrum ihrer Romane und Erzählungen stehen religiöse Fragen, dargestellt an historischen Stoffen. Vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg boten die Werke Gertrud von Le Forts vielen Menschen Orientierung, weil die Autorin die römisch-katholische Kirche als sittliche Ordnungsmacht darzustellen wusste.

Freitag, 3. August 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Sicherheit für Senioren

Sicherer leben – Gefahren erkennen – Risiken ausschließen

Manfred Wissing

Seniorinnen und Senioren fallen Trickdiebstählen leichter zum Opfer als andere Bevölkerungsgruppen. Gutmütigkeit und Vertrauen werden oft schamlos ausgenutzt.

Gauner verschaffen sich per „Enkeltrick“ Zugang zur Wohnung, geben vor, eine schriftliche Nachricht hinterlassen zu wollen, bitten um Wechselgeld oder „leihen“ sich etwas Geld. Schnell sind dann dieses Geld, das gesamte Portemonnaie oder gar andere Wertsachen weg.

Manfred Wissing vom Kommissariat Vorbeugung des Polizeipräsidiums Münster gab uns beim Donnerstagsfrühstück Tipps, wie wir mit vorausschauender Vorsicht und Aufmerksamkeit verhindern können, Opfer derartiger Gaunereien zu werden.

Donnerstag, 2. August 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Babys

Vier Babys, vier Welten: Regisseur Thomas Balmès und sein Kamerateam haben Ponijao aus Namibia, Bayarjargal (der einzige Junge in diesem Quartett), Mari, Japan, und Hattie, USA, von der Geburt bis zu ihren ersten Schritten beobachtet und faszinierende Bilder eingefangen. Prof. Ferdinand Menne zeigte den französischen Dokumentarfilm von 2010 in der Reihe Der besondere Film und ermöglichte damit einen ebenso amüsanten wie lehrreichen Blick in unterschiedliche Kulturen, die über unsere Existenz als Mensch einander verbunden sind.

Donnerstag, 26. Juli, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Achtsamkeit und Entschleunigung

Zwei Begriffe für die Befindlichkeiten vieler Menschen – und vielleicht etwas modische Schlagwörter: Was verbirgt sich dahinter? Könnten wir nicht unseren Mitmenschen gegenüber aufmerksamer und sensibler sein? Sollten wir nicht mal einen kleineren Gang einlegen und mehr zu uns selbst kommen? Antworten versprechen gleich zwei Bücher, die Prof. Ferdinand Menne in der Reihe Buch des Monats vorstellte:

Robert Lax: Poesie der Entschleunigung

Robert Lax (1915-2000) war ein in Olean, Bundesstaat New York, geborener und gestorbener Autor mit österreichischen Wurzeln. 1943 konvertierte der Jude zum Katholizismus. Er schrieb eine Dissertation über Thomas von Aquin, arbeitete als College-Lehrer, reiste mit einem Zirkus, hat sich als Dichter einen Namen gemacht, war Publizist und Drehbuchautor. Bekannt wurde er durch seinen asketischen Lebensstil. Von 1964 bis kurz vor seinem Tod lebte er als Eremit auf der griechischen Insel Kalymnos, später auf Patmos. Die Poesie der Entschleunigung ist ein von Sigrid Hauff 2008 posthum zusammengestelltes und herausgegebenes Lesebuch mit Texten von Robert Lax.

Ursula Nuber: Nur Katzen haben sieben Leben

Die Diplom-Psychologin Ursula Nuber (geboren 1954) praktiziert als Psychotherapeutin und ist stellvertretende Chefredakteurin der Zeitschrift Psychologie Heute. Der Titel ihres 2004 erschienenen Buchs will natürlich sagen, dass wir Menschen nur ein Leben haben und entsprechend pfleglich und bewusst mit ihm umgehen sollten: zum Beispiel keine faulen Kompromisse mit uns selbst eingehen oder Unzufriedenheit und Halbzufriedenheit überwinden. Wir haben von allem zu viel und von nichts genug. Durch Achtsamkeit und Entschleunigung lässt sich der Verschleiß in unserem oft ab- und aufgedrehten Alltag mindern. Wir können uns wieder erden, ohne dass es dazu fataler Anregungen durch Scharlatane bedarf.

Donnerstag, 19. Juli 2012, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Wenn die Seele leidet

Depressive und andere psychische Störungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Das gefürchtete Loch mit Beginn des Ruhestands, Partnerverlust, Angst vor Pflegebedürftigkeit, Abhängigkeit, Armut oder nachlassende körperliche und geistige Fähigkeiten sowie viele andere Faktoren begünstigen das Auftreten derartiger Störungen.

Dr. Michael Enzl

Dr. Michael Enzl, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Oberarzt am Alexianer-Krankenhaus in Münster, sprach beim Donnerstagsfrühstück über derartige Störungen, die längst als Erkrankungen anerkannt sind, früher aber mit einem Makel behaftet sein konnten. Mithilfe erfahrener Psychotherapeuten ist es gut möglich, derartige Krankheiten in den Griff zu bekommen. Medikamente spielen dabei ebenso eine große Rolle wie das Betrachten der sozialen Situation von Patienten und das Durchleuchten ihrer Lebensgeschichte.

Donnerstag, 5. Juli, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Die Physiker

Großes Theater: Therese Giehse, Wolfgang Kieling, Gustav Knuth und Kurt Ehrhardt (von links) hatten in der Uraufführung der recht bitteren, aber erfolgreichen Komödie von Friedrich Dürrenmatt 1962 am Schauspielhaus Zürich die Hauptrollen übernommen: die Leiterin eines Sanatoriums und ihre vermeintlich psychisch gestörten prominenten Patienten – allesamt bedeutende Physiker. Die Inszenierung wurde 1964 fernsehgerecht verfilmt und gesendet. Prof. Ferdinand Menne zeigte die Produktion in der Reihe Der besondere Film. Die TV-Fassung des thematisch immer noch aktuellen Stücks zur Wissenschaftsethik war zugleich ein Blick zurück in die Fernseh-Geschichte.

Donnerstag, 28. Juni, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Tania Karen Blixen

Tania Karen Blixen (1885-1962)

Jenseits von Afrika und Babettes Fest (erstmals 1937 – Out of Africa – und 1958 – Babette’s Feast – in England erschienen) sind Bücher, die den internationalen  Ruhm der dänischen Autorin  mitbegründeten. Die Verfilmungen aus den Jahren 1985 und 1987 belebten erneut und stark das Interesse an der zumeist englisch und unter verschiedenen Pseudonymen schreibenden Autorin und ihrem Werk. Karen Blixen, geboren als Karen Christence Dinesen, entfloh 1914 der streng religiös geprägten Enge ihres Elternhauses und versuchte sich mit ihrem schwedischen Ehemann Bror von Blixen-Finecke am Betrieb einer Kaffeeplantage in Kenia – mit geringem Erfolg. 1931 kehrte sie nach Dänemark zurück und schrieb außer Erzählungen über ihr, auch privat, höchst abenteuerliches Leben. Im Literaturkreis stellte Hildegard Mengelberg Person und Werk Tania Karen Blixens vor.

Freitag, 22. Juni, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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„Ich hab nichts zum Sagen“

Therese Giehse (1898-1975) gehörte zu den profiliertesten und meistbeschäftigten Schauspielerinnen auf deutschsprachigen Bühnen sowie in Film und Fernsehen. Sie brillierte am Schauspielhaus Zürich in den Hauptrollen von Friedrich Dürrenmatts Erfolgsstücken Der Besuch der alten Dame (1956) und Die Physiker (1962). Aber auch als Kabarettistin (Die Pfeffermühle – mit ihrer Partnerin Erika Mann) und in der Titelrolle von Bertold Brechts Mutter Courage hatte sie sich einen Namen gemacht. 1973 gab die Journalistin Monika Sperr unter dem Titel Therese Giehse: Ich hab nichts zum Sagen Interviews mit der gebürtigen Münchnerin als Buch heraus. Prof. Ferdinand Menne stellte es in der Reihe Buch des Monats vor – und bewies, dass die vielen unvergessene Schauspielerin eine Menge zu sagen hatte.

Donnerstag, 21. Juni, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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Wasserschlösser in Westfalen

Karin Kruhme war Stadtführerin und begleitete Reisegruppen auf Fahrten zu Wasserschlössern im Münsterland. Beim Donnerstagsfrühstück am 14. Juni (wegen Fronleichnam ausnahmsweise am 2. Donnerstag des Monats) präsentierte sie geschichtsträchtige und architektonisch reizvolle Adelssitze auch außerhalb des Münsterlandes.

Karin Kruhme

Darunter fanden sich verborgene Kleinode wie das Haus Aussel im Ortsteil Batenhorst der Stadt Rheda-Wiedenbrück und das Haus Bodelschwingh im Dortmunder Stadtbezirk Mengede. Die Diaschau widmete sich aber auch anderen, weniger prominenten, gleichwohl sehenswerten Wasserschlössern im Münsterland. Karin Kruhme informierte zudem über die Entwicklung der Flachlandburgen – von den frühmittelalterlichen Motten (durch trockene, tiefe Gräben geschützte Erdhügel) bis zu den heute landschaftsprägenden Wasserschlössern mit ihren Gräften.

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E. T. A. Hoffmann

E(Ernst) T(heodor) A(madeus) Hoffmann (1776-1822) zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Romantik. Märchen, fantastische Erzählungen und Spukgeschichten waren seine Welt, aber auch Musik und Malerei. Der Versuch des Juristen scheiterte, als Künstler ohne die Sicherheit eines Amtes leben zu können. Monika Pfützenreuter stellte im Literaturkreis Werk und das bewegte Leben E. T. A. Hoffmanns vor, dem Jacques Offenbach mit seiner immer noch gern gespielten Oper Hoffmanns Erzählungen ein Denkmal setzte.

Freitag, 8. Juni, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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Friedenskirchen in Schlesien

Im Rahmen des offenen Gesprächskreises stellte Marlies Schmalz die Kirche in Schweidnitz vor. “Die Friedenskirchen in Schlesien sind die drei einzigen evangelischen Kirchen, die im Westfälischen Frieden auf Drängen der schwedischen Regierung von Kaiser Ferdinand den protestantischen Schlesiern zugestanden wurden. Sie durften für die Städte Jauer, Schweidnitz und Glogau errichtet werden. Bedingung war, dazu nur Holz und Lehm zu verwenden, keinen Glockenturm zu bauen und sie außerhalb der Stadtmauern zu errichten.” (Wikipedia).

Montag, 21. Mai 2012, 15 Uhr, Begegnungsraum

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„Das Lied in mir“

In der Reihe Der besondere Film zeigte Prof. Ferdinand Menne den Film

Das Lied in mir

Jessica Schwarz spielt in dem Debütfilm von Florian Micoud Cossen (Deutschland 2010) eine junge Frau, die bei einem Zwischenstopp in Buenos Aires durch die Melodie eines Kinderliedes aus der Fassung gerät. Diesen Klängen nachgehend entdeckt sie ihre verschüttete Vergangenheit, die ihr (Adoptiv-) Vater (Michael Gwisdek) gern vergessen machen möchte. Der Film erzählt eine einfache Geschichte, aber umso klarer werden die moralischen und seelischen ‚Einschlüsse‘ der Menschen und Ereignisse.

Donnerstag, 24. Mai 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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„Wunschloses Unglück“

An Peter Handke scheiden sich die Geister – vielleicht sogar im Literaturkreis. Der 1942 geborene Österreicher wuchs bis 1948 in Berlin, danach in einem Kärntner Dorf auf. Handke wurde vielfach ausgezeichnet. Er gehört zu den bekanntesten und umstrittensten deutschsprachigen Autoren. Als Gast der Gruppe 47 sorgte er 1966 mit provokanter Kritik an ihrem Literaturbetrieb für Furore. 1972 erschien seine autobiografisch geprägte Erzählung Wunschloses Unglück, mit der er seiner Mutter Maria Handke ein literarisches Denkmal setzte. Sie starb 1971 an einer Überdosis Schlaftabletten und Antidrepressiva. Brunhild Reuter stellte das Buch, das Handkes Ruhm mitbegründete, im Literaturkreis vor.

Freitag, 25. Mai, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

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„Was bin ich wert?“

In der Reihe Buch des Monats stellte Prof. Ferdinand Menne das Buch von

Jörn Klare vor:

Was bin ich wert? Eine Preisermittlung

Jeder Mensch fragt sich irgendwann (und wohl nicht nur einmal), was er sich selbst und anderen wert ist. Man kann überschätzt oder ‚unter Wert verkauft‘ werden. Jörn Klare denkt in seinem Buch Was bin ich wert? Eine Preisermittlung scheinbar naiv und handfest darüber nach, wie Menschen bewertet werden, sei es nach Euro und Cent oder nach Tauschgütern. Eine Niere bekommt man in Indien für 300 €, eine Frau ist in Albanien unter Umständen schon für 800 Euro zu haben. Das Buch bietet kuriose und aufschlussreiche Berechnungen, aber auch bittere Einsichten: Die Würde des Menschen ist antastbar – zumindest, wenn es sich zu lohnen scheint.

Mittwoch, 16. Mai, 10.00 Uhr, Begegnungsraum

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„Ich mach ein Lied aus Stille“

Eva Strittmatter (1930 – 2011) gehörte zu den profiliertesten Lyrikerinnen der DDR und hat auch nach der Wende wichtige Werke veröffentlicht. Im Literaturkreis stellte Hildegard Mengelberg Leben und Werk der Autorin vor. Ihr 1973 erschienener Gedichtband Ich mach ein Lied aus Stille war auch der Titel der Veranstaltung.

Freitag, 11. Mai 2012, 15.00, Begegnungsraum

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Persönliches, Wirtschaft,

IT-Kommunikation

Claudia Bögel gab Einblicke in ihr Leben als Bundestagsabgeordnete

Claudia Bögel, seit 2009 Bundestagsabgeordnete der FDP

In der Reihe Politiker persönlich im Backhaus stellte Claudia Bögel (FDP-MdB)  im Rahmen des Donnerstagsfrühstücks am 3. Mai 2012 ihre Arbeit im Bundestag, in den Ausschüssen und im Wahlkreis vor.

Einen Kurzbericht und Bilder von dieser Veranstaltung finden Sie hier im Backhausblog.

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Karoline von Günderrode

(1780-1806)

Im Literaturkreis stellte Monika Pfützenreuter
die Dichterin der Romantik, Karoline von Günderrode, vor.

„Karoline studierte als Stiftsdame Philosophie, Geschichte, Literatur und Mythologie und entwickelte eine tiefe Sehnsucht nach einem erfüllten, selbstbestimmten Leben. Die Französische Revolution begeisterte sie. Ihre Liebesgeschichten hielten sie in Atem. Schon früh zeichneten sich die Themen ab, die sie ein Leben lang beschäftigen sollten: Gefangenschaft und Freiheit, Liebe und Tod“ (Wikipedia).

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So viele Jahre liebe ich dich

In der Backhaus-Reihe Der besondere Film führte Prof. Ferdinand Menne am Donnerstag, 26. April 2012, den Film vor:

So viele Jahre liebe ich dich

Foto zu So viele Jahre Eine Mutter kommt zurück in den Haushalt ihrer Schwester, nachdem sie 15 Jahre im Gefängnis wegen der Tötung ihres kleinen Sohnes gessen hatte. Die früher unzertrennlichen Schwestern nähern sich langsam wieder einander an, bis eines Tages das Geheimnis der Tat offenbar wird. Der 2008 in Frankreich gedrehte Film gab viele Beispiele von Liebe in vielfältiger Form und unterschiedlicher Kraft.

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Warum Liebe weh tut

In der Reihe Buch des Monats stellte Prof. Menne am Donnerstag, 19. April 2012 das Buch

Warum Liebe weh tut

der israelischen Soziologin Eva Illouz vor.

Eva Illouz Heiratsmärkte befinden sich im Umbruch. Dosierung von Leidenschaft, Überleben romantischer Wünsche, unterschiedliche Liebesfähigkeit von Frauen und Männern sind die Stichworte: Eva Illouz versucht in ihrem Buch zu zeigen, dass heute anders geliebt wird als in früheren Zeiten. Näheres zu den Thesen von Eva Illouz finden Sie bei Zeit online. Klicken Sie hier!

Näheres zu Person und Arbeit von Eva Illouz finden Sie bei Wikipedia! Klicken Sie hier!

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Erinnerung an Kurt Tucholsky

Gedichte und Biographisches im Literaturkreis

Freitag, 13. April 2012, 15.00 Uhr, Begegnungsraum

Foto Kurt Tucholsyky Kurt Tucholsky (1890 – 1935) war in der 20er und 30er Jahren ein unermüdlicher Kritiker antidemokratischer und militaristischer Tendenzen in Deutschland. Er warnte schon früh vor der NS-Diktatur. Witz und Schärfe seiner zahllosen Texte und Gedichte für die Weltbühne sind ebenso unvergessen wie seine heiteren Romane Rheinsberg und Schloß Gripsholm. Der Aktionskünstler Thomas Nufer, Münster, trug einige von ‚Tuchos‘ Gedichten vor; Brunhild Reuter erinnerte an das Leben des im schwedischen Exil Gestorbenen.

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Wohnen im Alter

Thomas Skrzidlo sprach beim Donnerstagsfrühstück am 12. April 2012 zum Thema

Zu Hause sicher und mit Komfort wohnen

Die eigene Wohnung vermittelt Sicherheit und Geborgenheit. Auf einen gewissen Komfort möchte man aber nicht verzichten und im Alter oder im Falle einer Erkrankung beziehungsweise Behinderung sein Leben möglichst selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten. Wie das geht – auch finanziell -, und wie man die meisten Wohnungen den sich ändernden Bedürfnissen anpassen kann, erfuhren wir beim Donnerstagsfrühstück von Thomas Skrzidlo, dem Wohnberater des Informationsbüros Pflege. Herr Skrzidlo zeigte mit vielen Bildbeispielen vom Hauseingang bis zum Badezimmer, welche baulichen Anpassungen häufig in Wohnungen und Häusern möglich sind.

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Das Alte Backhaus und die Männer

Das Alte Backhaus – eine Institution der Frauen?

Der erste Eindruck scheint das zu bestätigen. Ob Sonntagsfrühstück oder Montagsrunde, ob Näh- oder Sprachkurse: Überall sind es Teilnehmerinnen, die das Bild prägen – sogar in vermeintlichen Männerdomänen rund um Doppelkopf oder Computer. Dass das Alte Backhaus auch für Männer höchst attraktiv sein kann, belegte die Veranstaltung am Freitag, 10. Februar. Hans Kurth bat mögliche Interessenten zu einem Gedankenaustausch – und 28 kamen! Nach einer Vorstellungsrunde, in der die Männer erzählten, wie sie zum Alten Backhaus gefunden haben und was sie an dessen Programm anspricht, schlugen sie mehrere Themen für eine geplante Gesprächsrunde vor, darunter Alltagsgeschichte des Kreuzviertels oder der Stadt Münster, Integration moslemischer Bürger, Informationen zu aktuellen Fragen der Geld- und Finanzpolitik oder Vorstellungen über das hohe Alter und den damit vielleicht einhergehenden Ängsten.

Große Resonanz: Männer im Alten Backhaus

Alle Stichwörter regten sogleich zu lebhafter Diskussion an. Zehn Männer trugen sich in eine Liste ein und bekundeten ihren Willen, an einem regelmäßig sich treffenden Gesprächskreis auch organisatorisch mitzuarbeiten. Frauen werden dortselbstverständlich willkommen sein. IMG_0035c

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Backhaus-Bilder beeindrucken Besucher

. . Die diesjährige Vernissage „Schichtungen“ – ein großer Tag für die Künstlergruppe im Alten Backhaus – und ein nachhaltiges Erlebnis für die über 100 Gäste. Ein Jahr lang haben die 13 Mitglieder der Künstlergruppe unter der Leitung von Brita Kurth und Brunhild Reuter „weiße Flächen zum Leben erweckt“, so die fachkundige Beurteilung von Margit Kubiak, Graphikerin und ehemalige Kunsterzieherin, in ihren einführenden Worten. Mit Pinsel, Spachtel, Schwamm und auch – wenn die Inspiration es will – mit allen 10 Fingern. Mit Farben, Gaze und Zeitungsschnipseln entstanden so 107 sehenswerten Acrylbilder, Zeichnungen und Collagen, die in allen Räumen die Wände der Begegnungsstätte im Kreuzviertel schmücken. Es war aber nicht nur ein gelungenes Fest mit Augenschmaus, auch die Ohren und der Gaumen kamen nicht zu kurz. Für die stimmungsvolle musikalische Untermalung sorgte mit swingenden Oldies die Formation „Il Quartettino“. Das von ehrenamtlichen Helferinnen liebevoll gestaltete „Häppchen-Buffet“ erfreute sich lebhaften Zuspruchs. Hans Kurth, der engagierte Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Altes Backhaus, voller Stolz auf seine Truppe am Schluss der Veranstaltung: „So wird dies alles zu einer Gemeinschaftsleistung des gesamten Backhauses!“ . Münster, 13.3.2010 Rolf Schumacher Weiter aufwärts! Im vergangenen Jahr wurde das Alte Backhaus 20 Jahre alt, und viele kamen, um mit uns am 17. Mai 2008 seine ständige Weiterentwicklung zu feiern. Die Kunstausstellung und die zahlreichen Gäste, das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, der reibungslose Verlauf und die anerkennenden Worte während und nach der Feier dokumentierten diesen großen Erfolg. Auffällig ist der anhaltende Schwung und die gute Atmosphäre, die abzufärben scheint und auch bisher Außenstehende motiviert mitzumachen. So konnten wir immer wieder Menschen finden, die bereit waren, zu Gunsten des Backhauses auf eine sonst üblische Bezahlung zu verzichten. Ich denke dabei nicht nur an den Pianisten, Herrn Puppa, die Sängerin, Frau Weilguni, und an die Musikgruppe „Los Dilettangos“, die die 20-Jahrfeier mit vorbereitet und gestaltet haben, sondern z. B. auch an die Pianistinnen Frau Kaiser und Frau Dohms aus Recklinghausen sowie die vielen Referenten beim „Donnerstagsfrühstück“. Am 12. März 2009 begrüßten wie z..B. im Rahmen des Donnerstagsfrühstücks den amtierenden Oberbürgermeister der Stadt Münster, Herrn Dr. Tillmann, der zum „Standort Münster“, aber auch zum Alten Backhaus Stellung nahm. Dass er sofort bereit war zu kommen, sehe ich als Zeichen alter Verbundenheit, aber auch als Anerkennung unserer Arbeit. Die Medien, hier besonders die „Westfälischen Nachrichten“ und „Echo Münster“, haben das Alte Backhaus anlässlich des Jubiläums in ihrer Vorausberichterstattung ausführlich und anerkennend dargestellt. Ebenso wie die „Münstersche Zeitung“ und „Münsters Seniorenzeitun g“ haben sie wenige Tage später ausführlich über die Feier im Alten Backhaus berichtet. „Kaufen und Sparen“ hatte vorher unsere detaillierte Ankündigung gedruckt, und die „Kreuzviertelzeitung“ hat uns eine Darstellung gewidmet. Als Anerkennung werte ich auch, dass das Ministerium für Generationen, Familie und Integration des Landes NRW uns als relativ kleiner Organisation nach Prüfung die Berechtigung erteilt hat, den „Engagementnachweis NRW“ zu verleihen. Wie andere Einrichtungen muss auch das Backhaus sich weiterentwickeln, wenn es bestehen will. Wir haben Mitarbeiter verloren durch Umzug und veränderte Lebensplanung, leider auch durch Krankheit und Tod. Andere sind gekommen und sorgen dafür, dass es dennoch weitergeht. Frau Brink hat den Gymnastik-Kurs von Frau Kanand übernommen, und Frau Eversmann kümmert sich um die Neulinge im Doppelkopf. Herr Bernhard Scholz beendete nach ca. zwei Jahren seine Kurse für Acrylmalerei; ein neuer Kurs unter Leitung von Herrn Meier-Bautor, Frau Kurth und Frau Reuter führt die Arbeit sehr erfolgreich fort, was die neue Ausstellung ab 1. März im Alten Backhaus dokumentiert. Herr Plassmann eröffnete einen neuen Schachkurs, und inzwischen  gibt es auch eine kleine Gruppe, die ihre Computerkenntnisse, jetzt als Fortgeschrittene, weiter vertiefen will. Das Bestehende wird erhalten und fortgeführt, Neues kommt hinzu! Hier bewähren sich der „Umbau“ der Nähstube zum allgemein nutzbaren Seminarraum 1 und der Ausbau des alten Verwaltungsraums unter dem Dach zum Computer-Arbeitsraum. Ohne diese beiden zusätzlichen Räume wäre die Ausweitung des Angebots in den letzten beiden Jahren nicht möglich gewesen. Dadurch war es uns auch möglich, dem Verein „Anti-Rost“ einen Raum für seine monatlichen Vorstandssitzungen anzubieten. Die Zusammenarbeit mit Anti-Rost hat sich für uns nicht nur durch geringere Ausgaben für Reparaturen gelohnt. Wir wünschen uns, dass diese Zusammenarbeit anhält, auch wenn Anti-Rost inzwischen  einen eigenen Raum im „Gesundheitshaus“ mit Unterstützung der Stadt anmieten konnte. Auch wir bleiben auf die Unterstützung der Stadt angewiesen. Gleichzeitig bemühen wir uns, den Anteil der Spenden zu erhöhen. So wurden z.B. beim Kreuzviertelfest Halsketten verkauft; der Reinerlös kam dem Alten Backhaus zugute. Obwohl die Unterstützung der Stadt seit Jahren nicht erhöht wurde, konnten wir dank der Spenden wieder einige wichtige Anschaffungen tätigen. Dazu zählen besonders die Motorleinwand, die von Anti-Rost angebracht wurde, zwei Computer mit Flachbildschirm, ein Scanner, ein mobiles Audiogerät und mehrere Bürostühle. Dank der zusätzlichen beiden Computer kann der Unterricht in digitaler Fotografie jetzt weitgehend im Computer-Arbeitsraum stattfinden Aber nicht die Anschaffungen machen das Backhaus aus, sondern seine Mitarbeiter! Ein besonderes Kennzeichen unserer Arbeit im Backhaus ist weiterhin die große Zahl der freiwilligen Mitarbeiter, die nicht nur im Rahmen ihrer übernommenen Pflichten, sondern auch ständig bei Sonderaktionen wie der Planung und Durchführung der 20-Jahr-Feier, des Mitarbeiterausflugs oder der Adventsfeier einspringen; die mithelfen, wenn das Backhaus durch eine Ausstellung verschönert werden soll oder auch wenn es „nur“ gilt, bis 23 Uhr auszuharren, damit das kaputte Türschloss ausgewechselt werden kann. Das Alte Backhaus ist lebendig! Gerade Wandel und Weiterentwicklung des letzten Jahres zeigen seine Lebendigkeit. Unser Dank gebührt allen Mitarbeitern, die das Alte Backhaus immer wieder lebendig halten.

 

Kooperation mit der Heilig-Kreuz-Pfarre

Premiere im Karneval: Am Freitag, 9. Februar 2018, fand zum ersten Mal eine Veranstaltung des Alten Backhaus im Gemeinschaftsraum der Heilig-Kreuz-Pfarre
in der Maximilianstraße statt. Peter Engelhard, Leiter des Kurses Kraft für den Alltag, freut sich, dass er im Winter die Möglichkeit hat, in einem größeren Raum als dem Begegnungsraum des Backhauses zu trainieren. Endlich mehr Bewegungsfreiheit! Wir bedanken uns herzlich bei Pfarrer Jürgens für diese Nachbarschaftshilfe!

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Aufgepasst! Gefahr!
Was tun in Betrugssituationen?

Drei Studentinnen der Pädagogischen Psychologie der Universität Münster besuchten uns zusammen mit ihrer stellvertretenden Dozentin, Frau Dr. Cathleen Kappes, am 16. Januar 2018 im Alten Backhaus. Unterstützt wurden sie von Hauptkommissarin Cordula Mayer, die einigen von uns aus einem früheren Vortragstermin bekannt ist.
Im Zuge ihrer Lehr- und Lernszenarien zu relevanten Themen von älteren Mitbür-gern/innen, stellten die Studentinnen mit ca. 15 Senioren/innen des Alten Backhauses ein interaktives Training zum Schutz vor Betrug und Trick-Diebstahl zusammen.

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 Zu Gast beim USC Münster

Am Sonntag, dem 14. Januar 2018, trafen sich 18 Mitarbeiter des Alten Backhauses vor der Volleyballhalle Am Berg Fidel, um das Bundesliga-Heimspiel gegen Dresden mitzuerleben.                                                                                                                     Die Stadtwerke Münster hatten eingeladen und honorierten damit die Arbeit Ehrenamtlicher. So konnten wir in der ersten Reihe, gestärkt mit einem kleinen Imbiss – Kaffee, Cola oder Bier – ein spannendes Volleyballspiel verfolgen. Für einige von uns war es der erste Kontakt mit einem solchen Sportereignis, andere kommentierten das Spiel fachkundig.                                                                                                                             Trotz der 1:3-Niederlage waren sich am Schluss alle einig: Es war ein anregender und spannender Sonntagnachmittag!

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Junge Leute im Alten Backhaus

Studierende im Fachbereich Soziale Arbeit der FH Münster besuchten uns zusammen mit ihren Dozenten Prof. Hans Hermann Wickel und Prof. Mirko Sporket im Zuge des Seminars Empowerment im Alter.

Die jungen Menschen lernten – teilweise mit Erstaunen – in lockerer Atmosphäre, welche Ressourcen und Kompetenzen alter Menschen im Alten Backhaus seit inzwischen 30 Jahren entdeckt und gefördert werden.

Hilfe und Anregung statt Betreuung ist der Geist des Alten Backhauses. Die meisten alten Menschen wollen nicht betüddelt werden, sondern aktiv sein im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Neue Aufgaben, zum Beispiel Malen oder Theaterspielen, stärken ihr Selbstbewusstsein; soziale Kontakte innerhalb der Gemeinschaft fangen Verlustängste auf. Das Angebotsspektrum reicht von textilem Gestalten über Sprachkurse bis zur Vermittlung digitaler Kompetenz. Dabei steht das Fördern stabiler, sozialer Kontakte im Vordergrund. Das Alte Backhaus ist „einfach das komplette Wohlfühl-Paket“, so einer der Senioren. Es ist für viele der rund 85 Mitarbeiter und bis zu 350 Besuchern pro Woche zu einer Heimat geworden. Davon konnten sich auch die jungen Gäste überzeugen.

 

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Ein Beamer, der seinen Namen verdient

Fleißig gebeamt wurde schon seit Mitte der 60er Jahre in der legendären Fernsehserie Star Trek (Raumschiff Enterprise). In weitaus bescheidenerem, dafür realistischem Rahmen stellt das Beamen die derzeit modernste Form von Film- und Bildprojektionen dar. Der gute alte Diaprojektor ist passé und längst im Museum gelandet. Auch das Backhaus hat sich schon oft dieser Technik bedient, wenn auch zumeist unzulänglich und mit Schwierigkeiten verbunden.

Künftig können Lichtbildervorträge, Filme und Power-Point-Präsentationen über einen fest installierten Beamer (wörtlich: Strahler) im Begegnungsraum gezeigt werden. Der neue Beamer unter der Decke macht’s möglich. Um das Bild zielsicher auf die Leinwand zu projizieren, bedarf es keines Griffs ins Bücherregal zur Justierung des Apparats auf wackligem Tisch mehr. Erforderlich war allerdings eine fachgerechte Montage. Sie ist inzwischen erfolgt; das Gerät wartet auf seinen Einsatz.

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Advent, Advent …

… im Backhaus. Einen schönen, harmonischen und sinnenfrohen Jahresausklang organisierten einige Backhaus-Mitarbeiterinnen unter Leitung von Brita Kurth für das gesamte Mitarbeiter-Team. Kaffee, Kuchen, Plätzchen – wie immer alles selbstgemacht – gehörten ebenso zum Programm wie das Singen traditioneller Adventslieder – und natürlich die angeregte Unterhaltung mit den Tischnachbarinnen und -nachbarn.

Unsere Mitarbeiterin Margaret ‚Maggie‘ Joyce Schulte verlässt uns leider und erhielt als Abschiedsgeschenk einen Münster-Kalender. Die in Indien geborene Britin verlässt Münster (und damit ihren Englisch-Kurs: Should auld acquaintance be forgot…? Of course not!) und zieht zu ihrem Sohn.

Gesang ist im Backhaus selbst-verständlich –  im Advent sowieso. Unsere drei Stimmgewaltigen legten sich mächtig ins Zeug – und verstanden es, alle Gäste zum Mitsingen zu animieren. Kurzum: Die Adventsfeier war einmal mehr der gute Abschluss eines zu Ende gehenden, ereignis- und arbeitsreichen Backhaus-Jahres. Nichts verdeutlicht das mehr als ein Blick in die bei Kaffee und Kuchen gelöste Gäste-Runde.

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Wieder voller Anregungen:
Der Markt der schönen Dinge 2017

Die schlechte Nachricht zuerst: Das Kuchenbüffet war am Samstag, am Ende des ersten Verkaufstags, nahezu leergefegt. Kaffee, Tee und die verlockenden Angebote aus der Vielzahl selbstgemachter Kuchen und Torten mundeten. Aber auch die Angebote der buchstäblich schmucken Perlenketten, Armbänder, Patchwork-Arbeiten und anderen kreativ in den entsprechenden Backhaus-Kursen gestalteten Artikeln sowie die Auswahl würziger Chutneys, Marmeladen und Currygewürz fanden nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Absatz – und zwar in rundum zufriedenstellenden Maß. Zehn Prozent des Erlöses auf dem Markt- und Cafeteria-Verkauf kommen dem Backhaus und seinen ehrenamtlich betriebenen Projekten und Kursen zugute. Die vermeintlich schlechte Nachricht über den Beinahe-Ausverkauf des Kuchenbüffets war also tatsächlich eine sehr gute! Einige Bilder mögen den Erfolg belegen. (Fotos: ww)

Da kommt Freude auf: mal wieder ein tolles Sortiment auf dem Markt der schönen Dinge!

Textile Vielfalt (oben) …
… Perlenketten in allen Farben, Formen und Größen (unten).

Mal süß, mal pikant, immer gut gewürzt: hausgemachte Chutneys, Currys und Marmeladen nach indischen Rezepten.

Keine Katzen, keine Knochen – für uns ein mieser Markt: Komm, Kumpel, wir gehen!

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 Hohe Anerkennung fürs Ehrenamt

Junge Leute prägen das Straßenbild in Münster. Aber 20 Prozent der Einwohner sind über 60 Jahre alt. Aus dieser Gruppe stammt die Klientel der Seniorenbegegnungsstätte Altes Backhau. Seit 28 Jahren leisten inzwischen rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrenamtliche Dienste mit dem obersten Ziel, über Bildungs- und Freizeitangebote sowie im Miteinander Lebensfreude zu vermitteln, Körper und Geist aktiv zu halten, eigene Potenziale wiederzuentdecken und andere daran teilhaben zu lassen.

preisverleihung-30-11-2016Die Backhaus-Delegation mit Vertreterinnen der Stiftung Bürger für Münster bei der Preisvergabe im Rathaus-Festsaal (v.l.): Bürgermeisterin Karin Reismann, Herta Heinze-Stiebitz, Wolfgang Wagner, Edith Bußmann, Magdalena Neise, Isa Dombrowski, Johannes Neise, Brigitte Seckler, Christel Brink, Hans Kurth, Brita Kurth und Jurymitglied Franziska Rohde.

Das hat sich weit über das Kreuzviertel hinaus herumgesprochen – bis hin zur Stiftung Bürger für Münster. Alljährlich vergibt diese Stiftung den Preis Bürger machen Zukunft für ehrenamtliches Engagement. Diesmal lag der Schwerpunkt auf der Würdigung bürgerschaftlichen Engagements in den Stadtteilen. Die Jury hatte die Qual der Wahl unter 40 Bewerbungen, um ihre drei Preise und einen Sonderpreis für vorbildlich sich engagierende Jugendliche zu vergeben. Die Vertreter von acht Projekten waren am 30. November 2016 zu Gast im Festsaal des Rathauses; das Backhaus konnte den mit 1000 Euro dotierten Bronze-Preis entgegennehmen. Jurymitglied Franziska Rohde wies in ihrer Laudatio auf das „riesige und vielfältige Bildungsangebot“ hin und darauf, dass das Backhaus „eine unersetzliche Anlaufstelle für ältere Menschen im Viertel“ sei. Und nicht nur im Kreuzviertel, sondern aus allen Stadtteilen und sogar von Greven über Havixbeck bis Dülmen. preisverleihung-30-11-2016-2jpg

 Ein Prosit auf den Preisgewinn und weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit!

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Antonius Kock unterstützt Computerkurse

Die Kurse Computer für Einsteiger I (donnerstags von 11 bis 12.15 Uhr) und Computer für Einsteiger II (freitags von 11 bis 12.15 Uhr) veranstaltet Antonius Kock, ebenso bei Bedarf und Anmeldung die am Donnerstag stattfindenden Computer-Sprechstunden,  jeweils von 15 bis 16 Uhr und von 16 bis 17 Uhr.

dsc01197Konzentriertes Arbeiten am Laptop im Computerkurs mit Antonius Kock (stehend).

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Gabi Rincklake van Endert folgte
Christel Brink in Funktion und Vorstandssitz

Nach 10 Jahren Verantwortung für die Hausbereich mit Leitung des Serviceteams und allen sonst damit verbundenen Aufgaben hat Christel Brink diesen Bereich an Gabriele  Rincklake van Endert übergeben und verließ damit auch den Vorstand, dem sie als Beisitzerin angehörte. Die Jahreshauptversammlung wählte am 8. März 2017 Gabi als neue Beisitzerin. Die Mitgliederversammlung dankte Christel für ihr außerordentliches Engagement im Backhaus und freute sich, dass Christel die Leitung des Gymnastikkurses sowie ihre Mitarbeit bei Donnerstags- und Sonntagsfrückstück fortsetzen wird.

Der Vorstand im Alten Backhaus

Auf der Jahresversammlung im Alten Backhaus e.V. fanden am 16. März 2016 Vorstandsneuwahlen statt. Das Amt des Vorstandsvorsitzenden war laut Satzung neu zu besetzen. Nach drei Amtsperioden (entsprechend neun Jahren) konnte Hans Kurth nicht mehr kandidieren. Auch andere Vorstandspositionen wurden neu besetzt beziehungsweise geändert.

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Altes Backhaus mit neuem Vorstand (v.l.): Johannes Neise, Christel Brink, Wolfgang Wagner, Maitrayee Stadtler, Brita Kurth, Brigitte Seckler und Isa Dombrowski.

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Brita Kurth (1. Vorsitzende und Geschäftsführerin, Öffentlichkeitsarbeit, erste Ansprechpartnerin), Wolfgang Wagner (2. Vorsitzender, Computerangelegenheiten, Medienkontakte), Johannes Neise (Schatzmeister), Isa Dombrowski (Schriftführerin, Protokolle, Aushänge). Beisitzerinnen sind Christel Brink (zuständig für Haus, Cafeteria, Telefondienst), Brigitte Seckler (Büro, Vermietungen, E-Mails, Schlüssel) und Maitrayee Stadtler (Projekt-Organisation). Brigitte Euler und Karin Reismann kümmern sich um die  Kassenprüfung.

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