Forschungsstelle Für Gestaltung
Was nun Beuys betrifft so verfolgt dieser eine Doppelstrategie aus Wahrnehmungsnderung bez¸glich der Realitt als auch direkter Gestaltung (Eingriff) mit praktisch-utopischem Zielpunkt. Er strebt eine direkte Gestaltnderung (Transformation) der bestehenden Realitt an um eine noch nicht sichtbare aber schon denkbare Realitt neu zu schaffen. Beuys verfolgt in der Gestaltung von Wahrnehmung und Handlen einen Parallelprozeþ.
Einen Vorlufer hat er darin nicht nur in philosophischer Hinsicht: Karl Marx -auf den er sich auch mit seiner These"Kunst= Kapital" bezieht -, sondern vor allem auf auf Dada und Fluxus. Whrend jedoch diese Bewegungen anarchistisch ausgerichtet sind, den Freiheitsbegriff nur thematisierend f¸llt Beuys den Freiheitsbegriff den er zur Grundlage seines Denkens und Handelns macht. Auf diesem Zentrum aufbauend gestaltet er eine zielgerichtete an der Basis des Bestehenden ankn¸pfende Utopie ["Was es schon gibt ist doch uninteressant!"] und gibt auch gleich die Methodik ihrer Verwirklichung mit an bzw. bringt diese Utopie selber auf den Weg der Realisierung.

Damit verbindet Beuys "Kunst und Leben ", eine Kunst die sich bisher wohlweislich nur als Wahrnehmung von Realitt und modelhafter Realisierung verstanden hatte, aber nie ihre nderung eingefordert hatte.
Beuys setzt seine Realittsvernderung ganz konkret an und sieht die Umgestaltung als Gestaltung des Materials: Gesellschaft . Als Werkzeug will er dabei den Hebel "Volkabstimmung" nutzen. Zu Lebzeiten gelingt ihm das jedoch nicht vollstndig ,er bleibt auf den Teilbereich Kultur -und Ausstellungswesen bezogen, obwohl es ihm gelingt diese Bereiche punktuell zu durchbrechen . Als Mitgr¸nder der Partei " Die Gr¸nen" gelingt ihm ein wesentlicher Beitrag zur Gegenwartskultur.
Beuys verleibt sich die von Rudolph Steiner propagierten Ideen zur Gestaltung des Gemeinwesens ein , die jener gemþ den Ideeen der franzsichen Revolution mit Freiheit, Gleichheit und Br¸derlichkeit benennt und auf Teile des Gemeinwesens bezieht. Steiner kommt zu dem Ergebniþ: Freihiet im Bereich der Kultur , Gleichheit im Bereich des Rechts, Br¸derlichkeit im Bereich der Wirtschaft.
Diese Ideen bezieht Beuys auf die Situation des Gemeinwesens "BRD" und macht den Hebel zur Gestaltung als Artikel 20/2 des Grundgesetzes fest" Alle Gewalt geht vom Volk aus. Sie wird in Wahlen und Abstimmungen und von besonderen Organen ausge¸bt . In Folge fordert er ein Abstimmungsgesetz unter dem Titel: "VOLKSABSTIMMUNG". Er fordert das Abstimmungsgesetz ein, das die Parteien seit ¸ber 40 Jahren zgern zu formulieren, ja die es verhindern. So geht die Gestaltungskraft des Gemeinwesens in Deutschland nur von den Parteien aus. Beuys will diese Gestaltungskraft den Parteien entreiþen und sie jedem einzelnen wieder zugnglich machen.
Dazu hlt er Reden macht Ausstellungen und Aktionen, gr¸ndet verschiedene Vereinigungen . In der Realisierung der Utopie ist Beuys auf dem Weg zur SOZIALEN Plastik, d. h. der Gesellschaft als Kunstwerk, in der JEDER MENSCH EIN KÐNSTLER ist. "Was jedoch nichts ¸ber die Qualitt der jeweiligen Gestaltung aussagt".