Pfadfinderei

Pfadfinderei

Pfadfinder Weltweit

Die Pfadfinderbewegung (WOSM / WAGGGS) ist mit 37 Millionen Mitgliedern in 216 Ländern die größte Jugendorganisation der Welt. Gegenseitige Verständigung, Freundschaft und solidarische Hilfe über alle Grenzen, Kulturen und Sprachen hinweg ist deswegen einer der Leitgedanken der Pfadfinderbewegung. Die DPSG ist über den Ring deutscher Pfadfinderverbände Mitglied in dieser Weltpfadfinderbewegung (“World Organisation of the Scout Movement”).

“Wo gegenseitige Achtung und Toleranz herrschen, da entstehen Sympathie und Harmonie. Wir mögen mithelfen am Wachstum von Frieden und Glück in der Welt”, rief der Gründer der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell, schon im Jahr 1920 den 8000 Pfadfindern aus 21 Nationen zu, die zum ersten internationalen Pfadfindertreffen in London zusammengekommen waren. Diese internationalen Pfadfindertreffen – Jamboree genannt – finden heute alle vier Jahre irgendwo auf der Welt statt und sind DAS Ereignis des internationalen Pfadfindertums. Inzwischen kommen regelmäßig mehrere Zehntausend Pfadfinder beim Jamboree zusammen.

Die Grundlagen der DPSG (Auszug aus: Ordnung, Satzung, Geschichte des Verbandes)

Junge Menschen und Erwachsene gemeinsam auf dem Weg

Das Pfadfindertum ermöglicht jungen Menschen, das eigene Leben zu entdecken und bewusst in die Hand zu nehmen. Es will durch praktisches Tun und reflektierte Erlebnisse die Fähigkeiten und Hoffnungen des Einzelnen ansprechen und entwickeln.

Dabei versteht sich das Pfadfindertum als eine internationale Bewegung, die sich auf die Ideen von Lord Robert Baden-Powell bezieht. Er hat das Pfadfindertum in erzieherischer Absicht gegründet, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Chance zu eröffnen, ihr Leben bewusst zu erobern.

Für die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg als dem katholischen Pfadfinderverband in der Bundesrepublik Deutschland ergeben sich die Grundlagen für das verbandliche Leben und Handeln aus dem Evangelium Jesu Christi. Gottes Verheißung von Gerechtigkeit und Frieden, von einem neuen Himmel und einer neuen Erde ist den Mitgliedern der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Auftrag für ein Leben aus dem christlichen Glauben.
Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg fühlt sich damit sowohl der Tradition der Pfadfinderbewegung als auch dem Aufbruch der Jugend in der katholischen Kirche verpflichtet. Diese beiden Quellen, aus denen der Verband entstanden ist, und die Geschichte des Verbandes prägen seine Weiterentwicklung.

In der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg sind junge Menschen und Erwachsene gemeinsam auf dem Weg. Jeder Einzelne kann sich selbst mit seiner Lebensgeschichte, mit Wünschen, Ängsten und Hoffnungen einbringen. In Gruppen von Gleichaltrigen erleben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Gemeinschaft und übernehmen schrittweise für sich selbst und für andere Verantwortung.

Für sich selbst und andere einstehen zu können, muss erst einmal probiert werden. Erwachsene Leiterinnen und Leiter begleiten und unterstützen diesen Prozess. Sie ermuntern die Mitglieder ihrer Gruppen, gemeinsam das Programm der Gruppe zu gestalten und darauf zu achten, dass es für jeden Einzelnen zu einer Bereicherung seiner Persönlichkeit wird. Auf diesem Wege entdecken die erwachsenen Leitungskräfte des Verbandes ihr eigenes Leben neu und setzen sich als Partner und Anwalt von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen für deren Anliegen und Interessen ein.

Pfadfinder sein heißt demnach: sich aufrichtig und offen in die Gruppen des Verbandes einbringen und gemeinsam mit anderen das Leben der Gruppe gestalten.

Pfadfinder sein heißt auch: vordringen in Gebiete, die noch niemand kennt.

Solche Pfade zu gehen, das schließt ein: sich neuen Erfahrungen öffnen, sich auf Abenteuer einlassen, sich freimachen von Zwängen immer wiederkehrender Abläufe.Die Pfadfinderbewegung ist damit ein Weg für Menschen, die nicht stecken bleiben wollen im Erreichten und die sich für mehr Freiheit, Menschlichkeit und Frieden engagieren.

Erziehung in zunehmender Selbstbestimmung

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg gibt sich neben anderen Erziehungsträgern einen eigenständigen Erziehungsauftrag. Sie will ihre Mitglieder in einer kritischen Weltsicht erziehen und einen Freiraum für den Entwurf neuer Ideen schaffen. Sie greift Bedürfnisse und Fragen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf und zeigt Perspektiven einer Lebensgestaltung, die weder zu Desinteresse und Resignation noch zu unkritischer Anpassung führen.

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg nimmt die Lebenswirklichkeit junger Menschen in den Blick und erschließt sie auf dem Weg der Erfahrung.

Durch gemeinsame Erlebnisse und deren Reflexion gewinnen die Mitglieder des Verbandes zunehmend Sicherheit im persönlichen Handeln. Die Gruppe der Gleichaltrigen vermittelt den hierfür nötigen Rückhalt.

Dies bedeutet, dass die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg eine Erziehung in zunehmender Selbstbestimmung anstrebt, die den ganzen Menschen meint. Sie will ihre Mitglieder befähigen, kreative Menschen mit offenen Augen und aufrechtem Gang zu werden, mit einem Gespür für die notwendige Initiative und Verantwortlichkeit für sich, gegenüber dem Nächsten und der Gesellschaft.

Pfadfinderische Erziehung in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg versteht sich als Erziehung zur Mitverantwortung in Kirche, Gesellschaft und der internationalen Pfadfinderbewegung. Dieses Verständnis wurzelt in der Tradition des Verbandes, der es sich zur Aufgabe macht, junge Menschen zur Übernahme von Verantwortung und zu kritischer Solidarität zu erziehen.

Die »Grundlinien unserer Lebensauffassung« beschreiben das geistige und religiöse Fundament des eigenständigen Erziehungsauftrags der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Für die Mitglieder des Verbandes sind sie Orientierung auf ihrem Lebensweg.

In den Gruppen der Wölflinge, Jungpfadfinder, Pfadfinder und Rover wird dieser Ansatz pfadfinderischer Erziehung altersgemäß entfaltet.

Wer sich in seinem Handeln bewusst auf die »Grundlinien unserer Lebensauffassung« einlassen will, entscheidet sich für ein Leben auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Frieden.

Bewusstes Miteinander von Frau und Mann

Von einem Jungenverband hat sich die deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg zu einem Verband von Mädchen und Jungen entwickelt.

Diese Entwicklung verpflichtet die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg zu einer koedukativen Praxis, die es allen Mitgliedern ermöglicht, ein gleichwertiges und gleichberechtigtes Miteinander von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern zu erleben. Dabei gilt es, gängige Rollenzuschreibungen zu hinterfragen, Rollenverfestigungen aufzubrechen und Fragen nach der Gestaltung von Beziehungen und der eigenen Sexualität Raum zu geben. Unterschiede im Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln legen Mädchen und Jungen nicht zwangsläufig auf bestimmte Aufgaben fest. Sie sind vielmehr Elemente eines spannungsreichen Miteinanders.

In unserer Gesellschaft erfolgt weithin eine Festlegung von Frauen auf die Tätigkeit in der Familie und von Männern auf den Beruf. Erwerbstätigkeit, Beruf und Wirken in der Öffentlichkeit werden oft höher bewertet als die Tätigkeit in der Familie. Diese Situation schränkt Frauen und Männer in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit ein und benachteiligt insbesondere Frauen. Auch werden Entwicklung und Realisierung von Lebensentwürfen verhindert, die eine gemeinsame Verantwortung von Frauen und Männern in Familie, Beruf, Gesellschaft und Kirche einlösen wollen.

Das Miteinander von Jungen und Mädchen, von Männern und Frauen in Gesellschaft, Kirche und Verband bedarf daher einer Veränderung. Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg muss Erfahrungen möglich machen, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Leben der Gruppen helfen, ihre unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten zu erkennen, zu entwickeln und zu achten. Ein so gewonnenes Selbstverständnis als Mädchen, Junge, Frau oder Mann führt zu einem bewussten partnerschaftlichen Miteinander. Hierin liegt die Chance, Fähigkeiten zu entwickeln, eigene Beziehungen zu gestalten und sich seiner eigenen Sexualität bewusst zu werden. Dies führt zu mehr Selbstbestimmung und kann die gegenseitige Wertschätzung junger Menschen wachsen lassen.

Mädchen und Jungen, Frauen und Männer suchen bei ihrer Identitätsentwicklung nach Leitbildern und Erfahrungsfeldern für Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes und brauchen eine gemeinsame Interessenvertretung. Deshalb muss erreicht werden, dass Frauen und Männer in allen Leitungsteams und Leitungsgremien des Verbandes vertreten sind und gemeinsam Verantwortung übernehmen

Beigesteuert von Heinz