Die Jurys des Filmfestivals Münster 2015

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Neben den beiden Publikumspreisen und dem Förderpreis, den das WDR Studio Münster vergibt, entscheiden zwei namhaft besetzte Jurys über die beiden Hauptpreise im Europäischen Spielfilmwettbewerb und im Kurzfilmwettbewerb für Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Beim Europäischen Spielfilmwettbewerb gehen acht Langfilme ins Rennen um den Preis für die beste Regiearbeit, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Die international besetzte Jury, die über diesen Preis während der Festivaltage vom 23. bis 27. September im Cineplex Münster entscheidet, besteht in diesem Jahr aus vier Personen.

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Aus Sarajevo kommt die Schauspielerin Luna Zimic Mijovic, die bereits mit ihrer ersten Hauptrolle in „Esmas Geheimnis – Grbavica“ in einem Film mitspielte, der mit dem Goldenen Bären der Berlinale 2006 ausgezeichnet wurde. Nach zahlreichen Auftritten in bosnischen Filmen spielte sie eine Hauptrolle in dem hochgelobten TV-Dreiteiler „Dreileben“ von Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler und ist demnächst an der Seite von Michael Caine, Harvey Keitel und Jane Fonda in „Ewige Jugend“ von Oscar™-Preisträger Paolo Sorrentino zu sehen.

Der dänische Schauspieler Thure Lindhardt hatte seine ersten Auftritte auch bereits als Teenager, unter anderem in „Pelle, der Eroberer“, der 1988 in Cannes die Goldene Palme erhielt. In Deutschland wurde er vor allem durch seine Darstellung in „Was nützt die Liebe in Gedanken“ sowie der Natascha-Kampusch-Biografie „3096 Tage“ bekannt, in der er den Entführer Wolfgang Priklopil spielte. Seit mehreren Jahren ist er auch verstärkt in internationalen Produktionen wie „Into the Wild“, der Dan-Brown-Verfilmung „Illuminati“, Neil Jordans „Byzantium“ und „Fast & Furious 6“ zu sehen.

Komplettiert wird die europäische Jury durch zwei deutsche Filmschaffende. Die Produzentin Christine Haupt hat in verschiedenen Funktionen an zahlreichen Kino- und Fernsehprojekten mitgearbeitet, unter anderem für „Das Leben der Anderen“. In den letzten Jahren hat sie vor allem internationale Koproduktionen verantwortet, wie etwa „One Floor Below“, der in diesem Jahr im offiziellen Programm der Filmfestspiele in Cannes lief, sowie „Judgment – Grenze der Hoffnung“, der für Bulgarien ins Rennen um die Oscars™ 2016 geht.

Der Regisseur Florian Gottschick startete seine Laufbahn mit ersten eigenen Filmen in der Filmwerkstatt Münster. Während seines Studiums an der HFF „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg realisierte er vielbeachtete Kurzfilme und wurde für seinen Spielfilm „Artisten“ für den DEFA-Nachwuchspreis nominiert. Sein Diplomfilm „Nachthelle“ mit Anna Grisebach und Benno Fürmann in den Hauptrollen feierte Weltpremiere beim Filmfest München, lief weltweit auf zahlreichen Festivals und war ab Juni 2015 bundesweit in den Kinos zu sehen.

Beim traditionellen Kurzfilmwettbewerb, der sich seit Beginn des Festivals an Filmemacher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet, haben drei Jurymitglieder die Qual der Wahl, aus 37 Filmen den Gewinner des Großen Preises der Filmwerkstatt zu ermitteln, der mit 3.000 Euro dotiert ist.

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Die Darstellerin Oona von Maydell stammt aus einer Schauspielfamilie. Sowohl ihr Vater Claude-Oliver Rudolph als auch ihre Mutter Sabine von Maydell sind seit Jahrzehnten im deutschen Film und Fernsehen aktiv. Auch Oona von Maydell ist seit 2006 neben ihren Theaterengagements in Film- und Fernsehrollen zu sehen, zuletzt in der bizarren Komödie „Der Bunker“, der beim Filmfestival Münster im Europäischen Spielfilmwettbewerb läuft.

Auch die Dokumentarfilmerin Hella Wenders wurde bereits in frühester Jugend mit der Arbeit am Filmset vertraut gemacht, ihr Onkel ist der renommierte Regisseur Wim Wenders. Nach ihrem Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin hatte die gebürtige Münsteranerin ihren größten Erfolg mit dem Dokumentarfilm „Berg Fidel – Eine Schule für Alle“, der auf zahlreichen internationalen Festivals lief und unter anderem beim Kinofest Lünen mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde.

Der Schauspieler Maximilian Scheidt ist ebenfalls eng mit Münster verbunden, 2012 trat er sein erstes festes Engagement am Theater Münster an. Zudem spielte er eine Hauptrolle in Edgar Reitz’ preisgekröntem Kinofilm „Die andere Heimat“, der 2013 bei den Filmfestspielen in Venedig Premiere feierte und neben weiteren Auszeichnungen den Deutschen Filmpreis 2014 als Bester Film gewann.