Die Preisträger des Filmfestivals Münster 2015

Veröffentlicht am

Nach fünf Festivaltagen und –nächten im Cineplex Münster und mehr als einhundert Filmen, nach zahlreichen Premieren in den unterschiedlichen Programmsektionen, spannenden Gesprächen und Begegnungen stehen die Preisträger des 16. Filmfestivals Münster fest.

Der Preis für die Beste Regie im Europäischen Spielfilmwettbewerb, dotiert mit 5.000 Euro geht an die Filmemacherin Micah Magee für ihr Spielfilmdebüt „Petting Zoo“. Das autobiographisch gefärbte und einfühlsam erzählte Portrait einer jungen Frau zwischen Selbstbestimmung und bigottem Elternhaus überzeugte die Jury durch ein in seinem filmischen Gesamtkonzept stimmigen Werk, das ein außergewöhnliches Regietalent offenbart, so die Begründung der Jurymitglieder Christine Haupt, Florian Gottschick, Luna Zimic Mijovic und Thure Lindhardt. Die Absolventin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin war mit ihrem Kurzfilm „Heimkommen“ im Programm des Filmfestivals Münster 2013 vertreten. Die deutsch-griechisch-US-amerikanische Koproduktion „Petting Zoo“ ist Micah Magees erster Langfilm.

ff15_ew_pettingzoo_001.jpg
Devon Keller in "Petting Zoo" von Micah Magee

Im Kurzfilmwettbewerb mit Beiträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Preise mit einer Gesamtdotierung von 7.000 Euro vergeben. Der Große Preis der Filmwerkstatt, dotiert mit 3.000 Euro, geht zu gleichen Teilen an den 30-minütigen Dokumentarfilm „Vorwärtsgang“ von Daniel Abma und an den Kurzspielfilm „Abseits der Autobahn“ der Schweizer Filmemacherin Rhona Mühlebach.

Die Jurymitglieder Oona von Maydell, Maximilian Scheidt und Hella Wenders zeichnen mit „Vorwärtsgang“ des Absolventen der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg eine sensible Langzeitbeobachtung einer Re-Sozialisierung aus – ein gelungenes Portrait eines Menschen, den die Gesellschaft vergessen hat.

Der Kurzspielfilm „Abseits der Autobahn“ der erst 25-jährigen Rhona Mühlebach zeigt mit stimmungsvollen Bildern und viel Humor Kontrollwahn und Entgleisung, Veränderungswunsch und Stagnation seiner beiden liebevoll gezeichneten Protagonisten.

Darüber hinaus spricht die Jury eine lobende Erwähnung für die skurrile Komödie „Die Ballade von Ella Plummhoff“ von Barbara Kronenberg, Absolventin der Kunsthochschule für Medien Köln, aus.

Mit dem Förderpreis des WDR Studio Münster, ebenfalls dotiert mit 3.000 Euro, wird in diesem Jahr der Film „Alles wird gut“ von Patrick Vollrath ausgezeichnet. Der Film des Absolventen der Wiener Filmakademie feierte seine Premiere im Kurzfilmwettbewerb der „Semaine de la Critique“ in Cannes und wurde jüngst mit dem Studenten-Oscar in Los Angeles prämiert.

Mit dem Publikumspreis im Kurzfilmwettbewerb, gestiftet von den Münsterschen Filmtheater-Betrieben und dotiert mit 1.000 Euro, wurde die bittersüße, lebenslustige, funkensprühende Tragikomödie „Forever Over“ von Erik Schmitt ausgezeichnet. Der 1980 geborene Filmemacher war bereits 2011 mit „Nun sehen Sie Folgendes“ und 2013 mit „Nashorn im Galopp“ im Kurzfilmwettbewerb des Filmfestivals Münster vertreten.

Die Publikumspreisträgerin der Sektion "Westfalen Connection" kommt gebürtig aus Hamm: Nina Mielitz und ihr Film "Was wisst ihr denn eigentlich schon davon?" haben das Publikum in dieser Sektion am meisten beeindruckt. Nina Mielitz kann sich über einen Flug für zwei Personen innerhalb Europas freuen, bereitgestellt von unserem Kooperationspartner Deutsche Lufthansa AG.