{"id":570,"date":"2019-12-05T21:49:52","date_gmt":"2019-12-05T20:49:52","guid":{"rendered":"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/?p=570"},"modified":"2020-01-04T16:20:50","modified_gmt":"2020-01-04T15:20:50","slug":"vom-sinn-und-unsinn-der-restmulltonne-in-munster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/2019\/12\/05\/vom-sinn-und-unsinn-der-restmulltonne-in-munster\/","title":{"rendered":"Vom Sinn und Unsinn der Wertstofftonne in M\u00fcnster"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit kurzem ist sie neu in M\u00fcnster \u2013 die Wertstofftonne. Ihre Einf\u00fchrung wurde stadtweit gro\u00df beworben, damit alle wissen, dass der \u201agelbe Sack\u2018 in M\u00fcnster pass\u00e9 ist. Ist die Wertstofftonne in M\u00fcnster aber ausnahmslos ein Grund zur Freude? <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir auf die rechtlichen Grundlagen eingehen und uns die Fragestellen, welche Entsorgungssysteme es in M\u00fcnster auf Grund von bundesweit g\u00fcltigen Gesetzen einerseits und wegen des st\u00e4dtischen Abfallwirtschaftskonzepts andererseits gibt. Zun\u00e4chst gab es \u2013 wegen bundesweiter Vorschriften \u2013 den \u201agelben Sack\u2018, der bereits l\u00e4nger in der Kritik stand, weil in diesen nur Verpackungsmaterialien aus Kunststoff und\/oder Metall mit dem sogenannten \u201agr\u00fcnen Punkt\u2018 entsorgt werden durften, nicht aber stofflichidentische Abf\u00e4lle, die nicht als Verpackungsmaterial gedient hatten. Dieser Widerspruch sollte durch die Einf\u00fchrung einer Wertstofftonne aufgehoben werden. Der Gedanke dahinter ist g\u00e4nzlich nachvollziehbar: Gleiches Material in dieselbe Tonne.<br>Vergessen wird aber, dass jeder Landkreis oder jede kreisfreie Stadt die Verpflichtung hat, ein Abfallwirtschaftskonzept zu erstellen \u2013 <a href=\"https:\/\/awm.stadt-muenster.de\/fileadmin\/\/user_upload\/awm\/pdf\/AWK\/abfallwirtschaftskonzept_2016.pdf\">M\u00fcnsters Abfallwirtschaftskonzept<\/a> von 2016 ist dabei ziemlich vorbildlich! <\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Abfallwirtschaftskonzept verf\u00fcgten die <a href=\"https:\/\/awm.stadt-muenster.de\/index.html\">Abfallwirtschaftsbetriebe M\u00fcnster (AWM)<\/a> bereits seit Jahren \u00fcber eine Wertstofftonne, die blo\u00df nicht so genannt werden durfte: die schwarze Tonne. Verarsche? Gar nicht! Zu den <a href=\"https:\/\/awm.stadt-muenster.de\/das-unternehmen-awm\/standorte-und-anlagen.html\">Anlagen<\/a> der AWM verf\u00fcgen n\u00e4mlich \u00fcber etwas ganz Tolles: eine eigene Mechanisch-biologische Restm\u00fcllbehandlungsanlage, kurz <a href=\"https:\/\/awm.stadt-muenster.de\/das-unternehmen-awm\/standorte-und-anlagen\/mra.html\">MBRA<\/a>. Durch diese Anlage werden seit einiger Zeit fast alle Abf\u00e4lle aufgearbeitet, wobei die \u201aWertstoffe\u2018 von der Anlage separiert werden. Im Abfallwirtschaftskonzept werden Bio- und Gr\u00fcnabf\u00e4lle, Restabf\u00e4lle, Sperrm\u00fcll &amp; Gewerbe- und Baustellenabf\u00e4lle ausdr\u00fccklich als Abfallarten genannt, die in der MBRA aufgearbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Abfall ein Gesch\u00e4ft ist wie jedes andere auch \u2013 die AWM verdienen daran und mit ihr die Stadt M\u00fcnster als ihre Eigent\u00fcmerin; dieser Handel kommt der \u00d6ffentlichkeit dadurch finanziell zu Gute. Deswegen w\u00e4re es empfehlenswert, wenn die Privathaushalte und Unternehmen in M\u00fcnster ihre Abf\u00e4lle in die schwarze Tonne geben \u2013 der Erl\u00f6s hilft n\u00e4mlich der \u00f6ffentlichen Hand. Nun stellt sich aber die Frage, warum dies im Falle des \u201agelben Sacks\u2018 oder der neuen, sie ersetzenden Wertstofftonne nicht der Fall ist. Der Unterschied besteht schlicht darin, dass die gelben S\u00e4cke in der \u00fcbergro\u00dfen Mehrheit des Stadtgebiets (wegen einer laufenden Konzession) nicht von den AWM, sondern von einem <a href=\"https:\/\/awm.stadt-muenster.de\/index\/einfuehrung-der-wertstofftonne.html#c141058\">Privatunternehmen<\/a> abgeholt und in Wert gesetzt werden. Ein solches Unternehmen hat keinen \u00f6ffentlichen Auftrag im Sinne der dauerhaften Sicherungder \u00f6ffentlichen Daseinsf\u00fcrsorge, sondern interessiert sich nur f\u00fcr den Profit \u2013 unser M\u00fcll ist deren Kohle! Wenn Privathaushalte und Unternehmen in M\u00fcnster also etwas f\u00fcr das Gemeinwohl bedeuten wollen, entsorgen sie ihren \u201agelben Sack\u2018-M\u00fcll (oder k\u00fcnftig Wertstofftonnenm\u00fcll) \u00fcber die Restm\u00fclltonne.      <\/p>\n\n\n\n<p>Was passiert aber mit den aussortierten \u201aWertstoffen\u2018? Auf der Internetseite der AWM hei\u00dft es: \u201eDie Wertstoffe werden zur weiteren Verwertung ausgeschrieben und von den beauftragten Unternehmen stofflich bzw. hochwertig energetisch <em>verwertet.\u201c<\/em> In Klartext: Ein Teil wird als Ressource weiter verwendet, ein anderer Teil landet in der Verbrennungsanlage. Wem also nicht nur die Finanzierung des Gemeinwohls, sondern auch das Klima am Herzen liegt, gibt seine Abf\u00e4lle in M\u00fcnster in die Restm\u00fclltonne, aber nur die, die nach bewusst gelebter Abfallvermeidung \u00fcberhaupt noch anfallen!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Produktion von neuen Wertstofftonnen h\u00e4tten wir uns aber aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes ruhig sparen k\u00f6nnen..<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit kurzem ist sie neu in M\u00fcnster \u2013 die Wertstofftonne. Ihre Einf\u00fchrung wurde stadtweit gro\u00df beworben, damit alle wissen, dass der \u201agelbe Sack\u2018 in M\u00fcnster pass\u00e9 ist. Ist die Wertstofftonne in M\u00fcnster aber ausnahmslos ein Grund zur Freude? 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