{"id":670,"date":"2020-06-29T10:37:31","date_gmt":"2020-06-29T08:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/?p=670"},"modified":"2020-06-29T10:46:32","modified_gmt":"2020-06-29T08:46:32","slug":"my-stuff-challenge-2020","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/2020\/06\/29\/my-stuff-challenge-2020\/","title":{"rendered":"My Stuff Challenge 2020"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\"><em><strong>Die Vorgeschichte<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Genau vor vier Jahren wurde mir ein Film vom finnischen Regisseur Petri Luukkainen empfohlen. Der Film hie\u00df \u201e<a href=\"https:\/\/www.mystuffmovie.de\">My Stuff<\/a>\u201c und dokumentierte einen Versuch, den echten Wert der Dinge zu erkennen. <br>Wie genau lief diese Versuch? Ziemlich radikal: Als Vorbereitung zum Experiment r\u00e4umte Petri seine Wohnung leer, sperrte seinen ganzen Besitz in ein Lagerhaus und stellte eine Paar Regeln auf: ein Jahr lang durfte er nur einen Gegenstand pro Tag zur\u00fcck holen und dazu auch nichts neues kaufen. Warum hat er sowas gemacht? Er brauchte Platz zum Nachdenken, warum er nicht gl\u00fccklich war&#8230; Seit seine Freundin ihn verlassen hat, hat Petri zwar alles gekauft, was er wollte, wurde aber nicht gl\u00fccklich davon.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.32.34.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-683\" width=\"140\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.32.34.png 561w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.32.34-212x300.png 212w\" sizes=\"(max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><figcaption>Poster f\u00fcr den Film.<br>Quelle: https:\/\/www.mystuff<br>movie.de\/press\/<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der Film kam 2013 raus und wurde weltbekannt. Auch dieser Film inspirierte einen deutschen Regisseur Florian David Fitz zu dem Film \u201e100 Dinge\u201c (2018) \u2013 wahrscheinlich kennen die meisten von euch zumindest die Plakate (mit nackten bekannten Schauspielern) oder haben den Film gar gesehen. Die Filme haben zwar ein Paar \u00e4hnliche Szenen, sollten aber auf jeden Fall getrennt voneinander betrachtet werden. <br>Das Original, also \u201eMy Stuff\u201c, ist auf jeden Fall anschauenswert f\u00fcr alle, die sich f\u00fcr Zero Waste und Minimalismus interessieren, oder sich einfach schon mal die Frage gestellt haben \u201eWas ist eigentlich im Leben das wichtigste?\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\"><em><strong>Mein Experiment von 2016<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So, long story short, der Film wurde mir empfohlen und kurz darauf hab ich ihn mir angesehen. Der Film war so spannend, dass ich mich in den darauffolgenden zwei Tagen entschieden habe, das Experiment von Petri auf irgendeine Art und weise nachzumachen. Nach einer kurzen \u00dcberlegung, habe ich das Experiment nur auf Kleidung und Schuhen beschr\u00e4nkt und musste deswegen auch kein Lagerhaus mieten, sondern habe meine Kleidung und Schuhe in Kartons eingepackt und so in den Kleiderschrank gestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fccklicherweise \u2013 vermutlich weil ich gerne schreibe \u2013 habe ich mich damals daf\u00fcr entschieden, ein Tagebuch dar\u00fcber zu f\u00fchren, wie das Experiment l\u00e4uft. (Vor einigen Tagen ist mir das Buch beim Aufr\u00e4umen wieder in die H\u00e4nde gefallen und ich habe mich pl\u00f6tzlich an das Experiment erinnert.) <br>Angefangen habe ich am 24.07.2016 mit einer kleinen Anpassung von Petris Regeln:<br>\u201eDa der erste Tag meines Experimentes auf Montag f\u00e4llt und ich arbeiten muss, habe ich mich entschieden, dass ich nur 7 Sachen lasse, die ich tragen kann und den Rest wegpacke. Diese 7 Sachen kompensiere ich dann dadurch, dass ich in den ersten zwei Wochen nur jeden 2. Tag etwas rausnehme. \u201c<br>Seit dem Tag habe ich abends alles per Hand gewaschen, was am n\u00e4chsten Tag frisch sein musste und das Juliwetter sorgte daf\u00fcr, dass alles am n\u00e4chsten morgen tats\u00e4chlich trocken war. Der Sommer eignete sich f\u00fcr so einen Experiment einfach perfekt!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"547\" src=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pegs-2664512_webseite-1024x547.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-676\" srcset=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pegs-2664512_webseite-1024x547.jpeg 1024w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pegs-2664512_webseite-300x160.jpeg 300w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pegs-2664512_webseite-768x410.jpeg 768w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pegs-2664512_webseite.jpeg 1918w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>An heissen Tagen im Sommer trocknet die W\u00e4sche perfekt \u00fcber Nacht. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Experiment lief bei mir 58 Tage und endete am 21.09. mit meinen Flitterwochen. Ich denke, dass das eine gute Entschuldigung ist und 58 Tage f\u00fcr einen ersten Versuch ein gutes Resultat ist. Leider habe ich nicht die ganze Zeit Tagebuch gef\u00fchrt, habe aber trotzdem ein Paar lustige Geschichten gefunden: beispielsweise \u00fcber vom Freund ausgeliehene Socken oder ein Dankbarkeitslied an die Existenz des G\u00fcrtels. Oder auch einfach:<br>\u201eWas tut man, wenn man gerade alle Sachen gewaschen hat, die man besitzt, ein Hemd ausgeliehen hat, im Regen voll nass geworden ist und nur einen ausgeliehen Bademantel hat \u2013 andere Sachen sind klatschnass??? Nie wieder alles auf einmal waschen!\u201c \ud83d\ude00<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einigen Sachen, die ich dazu genommen habe, bei denen ich gemerkt habe, dass die mir nicht mehr gefallen, habe ich schon w\u00e4hrend des Experimentes aussortiert. Und beim Bl\u00e4ttern des Tagebuchs merkte ich gestern, dass ich einiges davon nicht mehr besitze und mir eigentlich nicht vorstellen kann, warum ich diese Dinge damals ausgew\u00e4hlt habe. Bei anderen Sachen musste ich lachen, denn das sind immer noch meine Lieblingssst\u00fccke.Das Experiment ergab f\u00fcr mich auch eine positive Nebenwirkung:<br>Weil ich mich t\u00e4glich mit der Frage \u201ewas brauche ich\u201c besch\u00e4ftigt habe, ist es mir einfacher gefallen mich von Dingen zu trennen, die zum Experiment gar nicht geh\u00f6rt haben und von welchen ich mich vorher nicht trennen konnte. Denn in diesem \u201ewas brauche ich\u201c-Modus, konnte ich viel resoluter aussortieren und dadurch mehr Ruhe f\u00fcr die Augen schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\"><em><strong>KonMari vs. My Stuff<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vor drei Jahren habe ich dann die <a href=\"https:\/\/konmari.com\">KonMari<\/a>-Methode kennengelernt und fand sie sehr sehr praktisch. Allerdings, merkte ich schnell, dass ich mich nur dann bewusst von Dingen trennen kann, wenn ich innerlich gelassen und ausgeglichen bin. Die Methode funktioniert nur, wenn&nbsp; alles gut lief. <br>An den Tagen, an denenes weniger gut lief, habe ich nicht die Ruhe f\u00fcr die Entscheidung gehabt und war schnell \u00fcberfordert. Resignierte und kam beim Ausmisten nur in Schneckentempo weiter. Durch unseren wundersch\u00f6nen Nachwuchs, haben wir leider auch einen st\u00e4ndigen (oder wiederkehrenden) Zuwachs an Sachen wie Kinderkleidung, Kinderschuhe und manchmal Spielzeug. Was zu klein ist, sollte weg, tr\u00e4gt aber oft bestimmte Erinnerungen mit sich, was das Ausmisten manchmal erschwert. <br>Kurzgefasst \u2013 die KonMari-Methode funktioniert bei mir da nicht, wo Dinge zu Erinnerungsst\u00fccken werden. <br>Bei dem \u201eMy Stuff\u201c-Experiment von 2016 war meine Sichtweise ein ganz andere. Ich habe mich gefreut, bestimmte Dinge endlich mal anziehen zu k\u00f6nnen und konnte mich von dem Druck, zu viel zu haben, kurzfristig trennen, denn meine ganze Aufmerksamkeit widmete ich den Kleidungsst\u00fccken die ich habe: ich habe sie gepflegt, geputzt und gewaschen, weil ich nur diese Kleidungsst\u00fccke zur Verf\u00fcgung gehabt habe. Es ging um Wertsch\u00e4tzung.<br>Die Methode von Luukkainen funktionierte sehr beruhigend und eignet sich dadurch perfekt f\u00fcr Menschen, die sich nicht in der besten Lage befinden oder eine schwere Zeit erleben. Es schaffte mir Ruhe im Kopf und nahm, wie jedes Ausmisten, eine gro\u00dfe Last von den Schultern. Und das obwohl ich das Experiment nur auf Kleidung und Schuhe beschr\u00e4nkt habe. Wie befreiend sollte dann das Experiment von Luukkainen dann gewesen sein?!<br>Die beiden Methoden sind sehr unterschiedlich und doch haben sie dasselbe Ziel: zu erkennen, was einen gl\u00fccklich macht oder was man braucht.<br>Das Bewusste sich von Sachen trennen von Mari Kondo sorgt f\u00fcr \u00e4u\u00dfere Klarheit und Aufger\u00e4umtsein.<br>Das \u201eAus dem Auge \u2013 aus dem Sinn\u201c-Prinzip von Petri Luukkainen dagegen bringt die Ruhe in die &#8216;unruhigen K\u00f6pfe&#8217; und l\u00e4sst dadurch Raum f\u00fcr die Frage \u201ewas brauche ich tats\u00e4chlich?\u201c. Und f\u00fcr alle, die etwas mehr Zero Waste im Kopf suchen, ist das genau das richtige.&nbsp;<br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:center\" class=\"has-medium-font-size\"><strong>\u201e<\/strong><em><strong>Mein Stuff\u201c Challenge 2020<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt?&nbsp;<br>Ich lade euch herzlich ein mit uns an einer #MyStuffChallenge2020 teilzunehmen und ein gemeinsames Experiment zu starten, bei dem wir uns mit unserem Besitz auseinandersetzen.&nbsp;&nbsp;<br><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das ist der Plan:<\/em><br>1) \u00dcberlegt euch, wo ihr ausmisten oder minimalistischer werden wollt, <br>2) Nehmt euch die Zeit, zu entscheiden, warum ihr das wollt,\u00a0 <br>3) Entscheidet euch, ob ihr ein \u201eStartpaket\u201c braucht, oder bei 0 anfangen wollt,<br>4) Packt alles weg (irgendwohin, wo es euch nicht st\u00f6rt),<br>5) Startet mit uns am 1.07. das Experiment auf Instagram (oder Facebook, oder in euren Blog oder in einem Tagebuch) und schreibt* t\u00e4glich wie es euch dabei geht.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"1022\" height=\"464\" src=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.45.24.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-691\" srcset=\"http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.45.24.png 1022w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.45.24-300x136.png 300w, http:\/\/muenster.org\/zero-waste-muenster\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Bildschirmfoto-2020-06-29-um-10.45.24-768x349.png 768w\" sizes=\"(max-width: 1022px) 100vw, 1022px\" \/><figcaption>*Es geht hier nicht darum, dass ihr t\u00e4glich alle eure Gedanken genau so in Social Media pr\u00e4sentiert, als w\u00e4re es euer Tagebuch. Es ist aber bewiesen, dass es vielen Menschen einfacher f\u00e4llt, bei solchen Experimenten mitzumachen, wenn sie das Gef\u00fchl haben, dass sie das nicht allein machen.\u00a0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich werde mich t\u00e4glich um ein kurzes Update bem\u00fchen und der Rest kommt in mein Tagebuch.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Habt ihr Fragen? Schreibt einfach in die Kommentare \u2013 wir freuen uns darauf!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorgeschichte Genau vor vier Jahren wurde mir ein Film vom finnischen Regisseur Petri Luukkainen empfohlen. Der Film hie\u00df \u201eMy Stuff\u201c und dokumentierte einen Versuch, den echten Wert der Dinge zu erkennen. Wie genau lief diese Versuch? 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