Buch / Thema des Monats

Die Reihe „Das besondere Buch“ startete mit Literatur über den Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter. Wenn man an China denkt, muss man  immer auch an die Knebelung des tibetischen Volkes denken.

 

Ein Kontrastprogramm war dann Wilhelm Busch, dessen 100. Todestag sich jährte. Er wurde nicht nur als „Genie des Humors“, sondern in seiner vielschichtigen Persönlichkeit vorgestellt.

„Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.“

„Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut.“

Wieder ein Kontrast:  Simone de Beauvoir (der  W. Busch sicher etwas zu sagen gehabt hätte hinsichtlichseines Verhältnisses zu Frauen). „Man wird nicht als Frau geboren, man wird zur Frau gemacht“.

Eine Frau, die auf unspektakuläre Art sie selbst sein konnte, war Paula Modersohn-Becker, deren Ausnahmetalent man erst heute begreift. Mit dem Satz „Wie schade!“ starb sie schon mit 31 Jahren kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes. Man kann nur mutmaßen, was sie noch alles hätte erreichen können.

Es folgte die Vorstellung der Neuauflage des bekannten (?) Buches von Adolph Freiherr von Knigge „Über den Umgang mit Menschen“. Er schrieb es in einem umfassenden Sinn, dabei auch den Grenzbereich der „Art mit Tieren umzugehen“,streifend. Der Absicht  nach ist das Buch ein Männerbuch, weil die Frauen auch für ihn auf den „häuslichen Zirkel“  beschränkt sind.

Bezogen auf den Film von Truffaut befassten wir uns mit Büchern über „Wolfskinder“ und „Kaspar-Hauser-Typen“, überKinder also, die in frühester Kindheit vernachlässigt oder ausgesetzt wurden.

Zum 25. Todestag Romy Schneiders haben uns Bücher über ihr kurzes, intensives Leben beschäftigt (sie starb mit 43 Jahren). Es ging nicht nur um die „glamouröse“ oder die „arme“ Romy, sondern um die Person in all ihrer Widersprüchlichkeit, die kurz vor ihrem unerwarteten Tod gegenüber ihrem Bruder klagt: „Ich schaffe es nicht, ich schaffe es nicht  ……“.

Den Abschluss bildete Literatur zu Therese Giehse, der großen Schauspielerin, die ihren 110. Geburtstag hatte. Sie meinte in einem Gespräch mit der Schriftstellerin Monika Sperr, sie habe „nichts zum Sagen“, wusste aber in ihren großen Darstellungen viel auszudrücken, im Alter vor allem in beeindruckenden Mutterrollen.

Prof. Ferdinand Menne