Bildungsinitiative
Antikoloniales Lehren und Lernen
Wir werden es wagen die Zukunft zu erfinden.
Thomas Sankara
Die Bildungsinitiative Afrika checken steht in direkter Nachfolge zum ehemaligen Verein Checkpoint Afrika (2007-2023), möchte aber dessen langjährige antirassistische Arbeit internationalisieren. Im Zentrum dieser Neuausrichtung steht die Zusammenarbeit mit einer kenianischen Universität oder Fachhochschule, um gemeinsam innovatives, empowerndes und frei zugängliches Bildungsmaterial (OER) für die pädagogische Praxis zu erstellen. Als Grundlage dazu und als Leitlinie für die kenianisch-deutsche Zusammenarbeit dient Frantz Fanons Aktivistische Theorie, die seine radikale antikolonialistische Theorie mit revolutionärer Praxis verbindet.
Fanons Vermächtnis und Aktualität
Frantz Fanon (1925-1961) war Arzt, Psychiater, Politiker und Schriftsteller, der als Martiniquaner selbst prägende Erfahrungen mit dem Kolonialrassismus der Franzosen gemacht hatte. Im algerischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Franzosen arbeitete er zunächst als Psychiater, schloss sich aber dann der Widerstandsbewegung an. Fanons brillante und epochale Studien, insbesondere das Buch „Les damnés de la terre“ (Die Verdammten dieser Erde; The Wretched of the Earth)*, wurde zum weltweiten Manifest antikolonialer Widerstands- und Unabhängigkeitsbewegungen. Ausgerichtet war seine revolutionäre Zielsetzung auf den afrikanischen Kontinent: Fanon, seinem progressiven Geist und der zeitlosen Bedeutung seiner Werke ist die kenianisch-deutsche Zusammenarbeit gewidmet.
Frantz Fanon‘s legacy: A Guide to Liberation Today (1:17 Min.)
Vorbilder aus Afrika
Als Ausgangspunkt für die pädagotische Zusammenarbeit ist ein Revival des Schulprojektes „Global Heroes – Heldinnen und Helden aus Afrika“ geplant. Das Projekt verbindet Kunst mit Politik und kann aufgrund seines interdisziplinären Ansatzes auf vielfältige Weise für die Zusammenarbeit wiederbelebt werden. Im Mittelpunkt stehen charismatische und historische Persönlichkeiten aus afrikanischen Ländern, die mir ihrem visionären Denken und Handeln der Weltgemeinschaft konstruktive und zukunftsfähige Lösungen zur Bewältigung globaler Herausforderungen vorgegeben haben. Die Projektarbeit setzt auf die Vielfalt positiver Gegenbilder, um die vorherrschende abfällige sowie abwertende Sicht auf den afrikanischen Kontinent und seine Darstellung als dystopischen Ort grundlegend zu verändern.*
Gegen irrationale Menschenbilder und destruktive Weltsichten
Fakt ist: Das Image Afrikas und die Wahrnehmung seiner Menschen sind im kollektiven Bewusstsein Europas im Kern ungebrochen negativ geblieben. Das Fatale ist, dass dieses stigmatisierende Negativimage als Folge der 600 Jahre andauernden kolonialrassistischen Vorherrschaft und ihrer destabilisierenden Identitätspoltik bis heute weltweit verbreitet ist. Der Videobeitrag „Warum halten sich Stereotype über Afrika so hartnäckig?“ sucht nach Gründen für die Fortexistenz und Wirkmächtigkeit kolonialrassistischer Bilder und enttarnt diese als einseitig und falsch.
Wie tief kolonialrassistische Menschenbilder, Denk- und Verhaltensmuster immer noch in der Weltpolitik verankert sind, verdeutlichen die unzähligen menschenverachtenden und demagogischen Hassreden des aktuell amtierenden US-Präsidenten Donald Trump über Afrika und der afrikanischen Diaspora. Unverkennbar und unverhohlen zeigt sich in ihnen sein Festhalten an dem kolonialen und irrationalen Mythos von der „White supremacy“*, obwohl dieser schon längst wissenschaftlich widerlegt, immer noch entscheidend weltpolitische Realitäten bestimmt.
Anmerkungen
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Fanon, Frantz (1961). Les damnés de la terre. Paris. Éditions Maspero
Fanon, Frantz (1961). The Wretched Of The Earth.Groove Press.
Frantz Fanon (1966). Die Verdammten dieser Erde. Frankfurt am Main. Suhrkamp Verlag.
** Mehr Infos zur kenianisch-deutschen Bildungskooperation: Menüpunkt Aktuelles
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White supremacy
Bald mehr!