Politische Karte Afrikas
Der zweitgrößte Kontinent mit seinen 55* Ländern ist ein Gigant, seine beeindruckende Vielfältigkeit von Menschen einmalig, sein Reichtum an Bodenschätzen und Rohstoffen immens. Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen.
Staaten Afrikas

*Eingeschlossen ist dabei die Demokratische Arabische Republik Sahara, auch Westsahara genannt.
Die politische Karte Afrikas als koloniales Relikt
Die politische Karte Afrikas ist sowohl durch die Grenzziehung auf dem Kontinent als auch durch die Verzerrung der Weltkarte (Mercator Projektion) ein bis heute wirkmächtiges Relikt aus der Kolonialzeit. In der Berliner Konferenz (1884/85) legten insbesondere europäische Mächte destruktive und folgenschwere Regeln für die Aufteilung und staatliche Struktur des Kontinents fest, ohne dass eine einzige Repräsentantin oder ein Repräsentant Afrikas anwesend war. Die Demokratische Republik Kongo in Zentralafrika ist ein extremes Beispiel für koloniale Willkür und das immense Ausmaß kolonialer Ausbeutung und Verbrechen. Auf der Berliner Konferenz wurde das riesige Gebiet dem belgischen König Leopold II. faktisch als Privatbesitz zugesprochen. Die Unmenschlichkeit seiner brutalen Kolonialherrschaft ist als das sogenannte Congoverbrechen oder Kongogräuel historisch belegt.
Siedlerkolonien in Afrika
Siedlerkolonien in Afrika waren primär Ausbeutungskolonien, in denen sich Europäer dauerhaft niederließen, um eine neue Existenz aufzubauen, und die oft von einer europäischen Minderheit politisch und wirtschaftlich dominiert wurden. Die bedeutendsten Siedlerkolonien entstanden im südlichen und nördlichen Afrika, insbesondere in Algerien, der Kapkolonie (Südafrika), Südrhodesien, Kenia und Deutsch-Südwestafrika sowie in Angola und Mosambik. Im Gegensatz zu Handels- oder Verwaltungsstützpunkten zeichneten sich diese Gebiete durch den massiven unrechtmäßigen oft gewaltvollen Landraub der einheimischen Bevölkerung aus, die in unfruchtbare Gebiete oder Reservate verdrängt oder als Arbeitskräfte sehr oft zur Zwangsarbeit auf den Farmen ausgebeutet wurden.
Das Ende der Siedlerherrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ist auf den heftigen Widerstand und bewaffneten Kampf antikolonialer Befreiuungs- und Unabhängigkeitsbewegungen gegen die europäischen Kolonialmächte zurückzuführen. In vielen Fällen führte deren Niederlage zum Abzug oder einer Rückwanderung der Siedler, besonders nach den Unabhängigkeiten der portugiesischen Kolonien. Viele Siedlerkolonien blieben aber bestehen. Bis heute profitiert dort die europäische Bevölkerung von dem unrechtmässigen ehemaligen kolonialen Ausbeutungssystem: zum Beispiel in Form von immensen Landbesitz und landwirtschaftlichen Anbaugebieten sowie der Ausbeutung von einheimischen Arbeitskräften.
How Germans keep colonizing Namibia!
https://www.youtube.com/shorts/ZCh4XkFBJRs