Gymnastik

Gymnastik

Es war ein wunderschöner, warmer sonniger  Dienstagmorgen, Gymnastiktag im Alten Backhaus. Bei dem schönen Wetter sollten wir im Haus bleiben? Wofür haben wir unseren schönen Garten?

Kurz entschlossen legten wir die Gymnastikstunde ins Freie. Hier machte das Üben mit dem Schwungtuch noch mehr Spaß. Der Wind, den wir selbst erzeugten, pfiff uns ordentlich um die Ohren und brachte uns gleichzeitig Kühlung, denn das Auf- und Abschwingen des Tuches erfordert ganz schön Kraft.

Ich hatte die Gymnastikgruppe erst wenige Wochen vorher übernommen. Wir, die Teilnehmer und ich, waren uns noch ein wenig fremd, aber eines hatte ich schon nach wenigen Stunden begriffen: die Damen waren hoch motiviert. Sie haben es verdient, ernst genommen zu werden.

An Kleingeräten, mit denen wir arbeiten konnten, war so gut wie gar nichts vorhanden. Da musste unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Mir schwebten Schwungtuch, Therabänder und Hanteln vor. Das war natürlich ein bisschen viel auf einmal. Mir kam der Gedanke: Das Tuch ist ein Einstandsgeschenk von mir an die Gruppe, die sich so wohlwollend, engagiert und bereitwillig auf mich eingelassen hatte.

Bei der Durchforstung diverser Kataloge wurde ich fündig und entdeckte auch noch die schon erwähnten Therabänder und Hanteln. Ich war überzeugt, dass der Vorstand bereit sein würde, etwas anzuschaffen. Die Gruppe sollte entscheiden, was wir als erstes haben wollten.

Es wurde ein denkwürdiges Gespräch, das uns am Ende den Kauf von Hanteln und Therabändern ermöglichte, und zwar durch großzügige Spenden der Teilnehmer.

Seitdem sind einige Wochen vergangen. Die Geräte sind uns vertraut und werden abwechselnd benutzt. Sie sollen uns helfen, fit zu bleiben. Denn bei allem Spaß, den wir zusammen haben und der auch unbedingt dazugehört, wollen wir auch ernsthaft etwas für uns tun.

Die Seniorengymnastik ist ein eigenständiges Bewegungsangebot. Ihre Übungen schulen vor allem die natürlichen Bewegungsformen und sind im Wesentlichen der allgemeinen Gymnastik entnommen. Bei der Übungsweise und den einzelnen Übungen müssen die altersbedingten Veränderungen des Menschen berücksichtigt werden.

Wie werden diese Veränderungen von den Menschen selbst wahrgenommen? Darüber berichtet das Institut für Sport und Sozialwissenschaften der Universität Heidelberg. Auf Befragen wurden folgende Anzeichen des „Alt-Werdens“ angegeben:

  • das offenkundige Nachlassen der Elastizität des Bewegungsappparates
  • die wachsende Unsicherheit im motorischen Verhalten
  • die rasche körperliche Ermüdbarkeit,
  • das Gefühl, größeren körperlichen  Anstrengungen nicht mehr  gewachsen zu sein, und
  • die Häufung körperlicher Beschwerden.

Diese Altersveränderungen  treten bei jedem früher oder später auf. Hand in Hand damit geht oft ein Nachlassen der Selbstsicherheit.

In der Seniorengymnastik wollen wir diesen Schwächen begegnen und so weit wie möglich mildern durch gezielte altersgerechte Übungen wie Dehnen, Lockern und Kräftigen. Ebenso gehören Übungen gegen Haltungsschwächen und die Schulung des Reaktionsvermögens, des Gleichgewichts und der Koordinationsfähigkeit dazu, alles Fähigkeiten, die uns den Alltag erleichtern.

All dies zu tun, macht natürlich in der Gruppe viel mehr Spaß als allein zu Hause.

Das beweisen Dienstag für Dienstag die TeilnehmerInnen der Gymnastikgruppe im Alten Backhaus. Eifrig, bewegungsfreudig und humorvoll präsentiert sich mir diese Gruppe.

Ich freue mich jeden Dienstag ab 10.00 Uhr auf diese Stunde.

Christel Brink