Ein Haus für alle – ein Rückblick

 

 

Zeichnung

Der Verein „Altes Backhaus e.V.“ wurde 1988 gegründet und unterhält seitdem auf ehrenamtlicher Basis eine gleichnamige Begegnungs- und Bildungsstätte für Senioren im Kreuzviertel  (Coerdestr. 36a).

Der Verein hat zurzeit (März 2020) 84 Mitglieder und einen relativ festen Stamm von ca. 300 bis 350 Klienten. Die Gruppen der Mitglieder und der Klienten überschneiden sich, da z.B. ein Kursleiter in einem anderen Kurs Schüler sein kann. Viele Mitarbeiter besuchen mehrere Kurse. Dies alles fördert den Zusammenhalt und den familiären Charakter des Alten Backhauses.

Das Alte Backhaus ist für viele zur Heimat geworden, zu einer zweiten Familie, in der man sich geborgen fühlt, die man aber auch selbst mitgestaltet. Dies ist gerade für alleinstehende Seniorinnen und Senioren besonders wichtig.

Mitglied kann nur werden, wer regelmäßig und auf Dauer ehrenamtlich  (ohne Aufwandsentschädigung) mitarbeitet.

.

.

Für die Tätigkeit des Vereins ist das Haus von existentieller Bedeutung. Hier wird gearbeitet, miteinander diskutiert und geplant; hier finden die Kurse und Veranstaltungen statt. Hier kann man sich mit anderen treffen.

Weil inzwischen die regulären Öffnungszeiten für all die verschiedenen Veranstaltungen nicht mehr ausreichen, finden sie teilweise außerhalb dieser Zeiten statt.

Die Motivation für die viele Arbeit liegt in dem Zusammenhalt der Mitarbeitenden.

Das Alte Backhaus arbeitet mit vielen anderen gemeinnützigen Einrichtungen zusammen. Es gibt  Treffen mit Schulklassen der Kreuzschule,  der Adolf-Kolping-Berufsschule und der Timmermeisterschule. Der Austausch mit Studierenden von Universität und Fachhochschule bereichert ebenso unser Miteinander wie die Kooperation mit anderen Einrichtungen in Münster.  Mittwochmorgens trifft sich eine Gruppe des Landeskrankenhauses unter Anleitung bei uns, an manchen Dienstagabenden kommen die Angehörigen von Alzheimer-Patienten zusammen.

An den Abenden wird der Begegnungsraum im Erdgeschoss bei Bedarf an gemeinnützige Organisation gegen eine kleine Gebühr vermietet, z.B. an Unicef, Beginen, Deutsch-Französische-Gesellschaft, auch an demokratische Parteien.

Das elektrische Klavier in unserem Begegnungsraum lockt Musiker an, die an einem Abend oder sonntagnachmittags bei uns üben können, die sich hin und wieder durch Begleitmusik beim Sonntagsfrühstück revanchieren.

Alle Räume werden selbstverständlich auf verschiedenste Weise genutzt. So dient der Begegnungsraum als größter Raum sowohl als Tagungsraum, z.B. für den Literaturkreis oder den Gesprächskreis, als „Sportraum“ für Seniorentanz und Seniorengymnastik, als „Klassenraum“ für Computerkurse, den Kurs für digitale Fotografie und den Singkreis, als Vorführraum für regelmäßig stattfindende mediengestützte Vorträge und nicht zuletzt für das Sonntagsfrühstück und das „Donnerstagsfrühstück mit Referenten“. Selbstverständlich finden hier auch die monatlichen Mitarbeiterbesprechungen oder die jährliche Mitgliederversammlung statt.

.

.

.

Immer wieder müssen die Räume umgeräumt werden, Mobiliar muss entfernt oder wieder eingeräumt werden, Geräte müssen auf- und abgebaut und angeschlossen werden, was den älteren Mitarbeitern nicht immer leicht fällt. Selbstverständlich werden auch das „Nähzimmer“ oder die „Bibliothek“ als ganz normale Tagungsräume genutzt, ebenso für Tätigkeiten, die Räume stärker belasten, wie die Acrylmalerei.

Der Verein „Altes Backhauses e.V.“ strebt daher eine räumliche Ausweitung des Gebäudes an; am besten wäre ein weitgehend separater Anbau.

  • In den Anbau könnten dann die besonders belastenden Tätigkeiten ausgelagert werden, weil sie Lärm oder Schmutz mit sich bringen, z. B. Acrylmalerei, Töpfern, Seide färben, auch Gymnastik, Musik, Tanz und Gesang. Vielleicht wäre dann auch „Werken“ möglich, um mehr alleinstehende Männer ans Backhaus zu binden.
  • Ein Anbau würde eine Ausweitung der Angebotspalette ermöglichen. So stehen schon Kursleiter für weitere Kurse wie z.B. Töpfern bereit, die aber wegen der fehlenden Räumlichkeiten nicht eingesetzt werden können.
  • Ein Anbau würde die Ausstattung der bestehenden Räume schonen, da sie nicht mehr so stark durch das extreme Umräumen strapaziert würden.
  • Ein Anbau könnte auch, besonders bei Unterkellerung, Lagerräume bereitstellen, die wegen der verschiedenartigen Nutzung besonders wichtig sind. Das bestehende Haus ist leider nur teilunterkellert (ein kombinierter Heizungs- und Vorratskeller).

Das Alte Backhaus ist eine wichtige soziale Einrichtung für das Kreuzviertel und darüber hinaus; eine Begegnungsstätte für Senioren, aber auch ein Treffpunkt über Generationengrenzen hinweg; eine Selbsthilfeeinrichtung, die gerade als Ergänzung für die Senioren-Wohnheime in der Nähe immer wichtiger wird.