Internationale Kreistänze

mit Dorothee Stüttgen

Seniorentanz2

Im Mai 2007 fand im Alten Backhaus unter Leitung von Felizitas Wolf eine Seniorentanzgruppe zusammen  Die Gruppe übte in erster Linie historische Tänze ein und führte sie in zeitlich nachempfundenen Kostümen bei Festlichkeiten auch vor. Anfang 2009 bin ich zu der Gruppe gestoßen und erweiterte das Programm um internationale Kreistänze. Im Sommer 2013 hat sich Felizitas aus dem Kreis verabschiedet. Jetzt leite ich die Tanzgruppe allein.

Zu unseren Treffen alle 14 Tage am Montagmorgen sind oft so viele Tanzbegeisterte anwesend, dass der Begegnungsraum fast zu klein ist. Wir tanzen 1,5 Stunden – unterbrochen nur durch eine kurze Trinkpause – die unterschiedlichsten landestypischen Folklore-Tänze (manchmal in etwas vereinfachter Form) vornehmlich aus Griechenland, Israel und den Balkanländern, aber auch aus England, Irland, Russland, Lettland, Finnland oder Deutschland.  Der Wechsel von schnellen und langsamen, lustigen und ernsten, alten und modernen Tänzen macht Spaß und hält uns in Bewegung. Die Schrittfolgen wiederholen sich. Daher sind die Tänze relativ schnell erlernt, und ein Erfolgserlebnis stellt sich sehr bald ein.

Den Reigen- oder Kreistanz gab es schon im Altertum. Er war ein kultischer Tanz, der das Leben selbst zum Thema hatte: Jahreszeiten, Geburt, Tod, Ernte, Feste… Bei Naturvölkern ist er noch lebendig, Reste davon auch in den Volkstänzen. Noch im Mittelalter wurde bei uns zu besonderen Festen in den Kirchen getanzt. Die Labyrinthe, die in einigen Kathedralen erhalten sind, zeugen davon. Die Verweltlichung dieser kultischen Tänze ließ die höfischen Tänze entstehen. Sie führten später zu Gesellschaftstanz, Bühnentanz (Ballett) und Ausdruckstanz (Tanztheater, moderner Tanz). Nebenbei gab es aber immer Volkstänze, zumeist Kreistänze.

Kreistänze und Tänze, die in der Reihe oder einzeln im Block getanzt werden, eignen sich ganz besonders für ältere Menschen, da man in der Regel nicht auf einen Partner angewiesen ist. Aber auch der Gesundheitswert für uns Senioren ist nicht zu unterschätzen. An der Universität Witten hat Professor Eduard David das Tanzen wissenschaftlich untersucht. Er kam zu dem Schluss, dass nicht nur die „grauen Zellen“ aktiviert werden, sondern auch Leistungsfähigkeit und Kreativität. Tanzen hält fit, bringt Herz und Kreislauf in Schwung, stärkt die Muskulatur und ist optimales Gehirn-Jogging. Auch der Gleichgewichtssinn, Koordination und Musikalität werden geschult.

Tanzen ist eine der schönsten und angenehmsten Formen von Bewegung, um Körper, Geist und Seele Gutes zu tun.  Und – last not least – Tanzen macht einfach Spaß!

Das wusste schon Kirchenvater Augustinus von Hippo (354-430):

„Ich lobe den Tanz. O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.“

LASST UNS ALSO GEMEINSAM TANZEN!

Dorothee Stüttgen